Ausbildungsberufe von A bis Z
Vom Abfallwirtschafter bis zum Zollbeamten - Über 200 Ausbildungsberufe im Porträt.
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Abfallwirtschafter
Die Abfallwirtschaft ist eine große Branche, die vielen tausend Menschen Arbeit bringt. Von ungelernten «Müllkutschern» bis zu hoch spezialisierten Ingenieuren gibt es zahlreiche Berufsbilder. «Das ist eine wahnsinnig große Industrie», sagt Sandra Giern, Referentin für Logistik beim Bundesverband der Entsorgungswirtschaft (BDE) in Berlin. Abfallwirtschaftler haben einen anspruchsvollen Beruf - denn sie müssen sich nicht nur technische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse haben, sondern auch juristische. Und dennoch gibt es weder einen klassischen Weg in die Branche noch in den Beruf des Abfallwirtschaftlers. Das kann ein Berater für Mülltrennung in einer Verwaltung ebenso sein wie der Leiter einer Deponie oder der Ingenieur, der neue Verwertungsanlagen entwickelt. Entsprechend den Anforderungen haben die Abfallwirtschaftler eine technische, naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Orientierung, wie Gerhard Rettenberger, Professor für Abfalltechnik an der Fachhochschule Trier, erläutert. So kommen Umweltverfahrenstechniker oder Umweltingenieure mit dem Vertiefungsbereich Abfall oft in der Organisation zum Einsatz. «Bauingenieure mit Umweltvertiefung arbeiten häufig in den Anlagen», sagt Sandra Giern. Techniker sind zudem gefragt, wenn es um die Planung oder den Bau von Anlagen geht. Absolventen mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund werden dagegen überall gebraucht. Die Wirtschaftsfachleute managen den Müll, sagt Rettenberger. Ein klassischer Weg in die Müllindustrie ist der Seiteneinstieg, sagt Giern. «Viele rutschen da hinein, weil sie während des Studiums ein Praktikum in einem Unternehmen machen.» Mögliche Arbeitgeber gibt es viele: «Sie können bei den beseitigungspflichtigen Körperschaften zum Einsatz kommen», erklärt Albrecht Pfaud, Vorsitzender des Ausbildungs-Ausschusses im Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau. In diese Kategorie gehören etwa alle Landkreise und kreisfreie Städte. Häufiger sind die Fachleute in Ingenieurbüros beschäftigt, die mit Unternehmen oder der Verwaltung zusammenarbeiten, wenn ein Müllthema auf der Agenda steht - etwa die Planung neuer Anlagen. Neben Verwaltung und Selbstständigkeit gibt es zahlreiche Unternehmen in der Entsorgungswirtschaft, die Arbeitgeber sein können. Dazu gehören Müllabfuhr und Stadtreinigung ebenso wie Recyclingunternehmen. Weil der Müll auch ein Geschäft ist, das Grenzen überschreitet, müssen die Abfallwirtschaftler sich ständig weiterbilden - vor allem in Rechtsfragen, sagt Professor Pfaud. «Die Abfallwirtschaft ist hochgradig interdisziplinär.» Und die Gesetze, auch im EU-Raum, ändern sich zudem ständig. Doch ein Studium ist nicht der einzige Weg in die Müllindustrie: «Es gibt eine Reihe von Stellen in der Branche, die keinen Hochschulabschluss voraussetzen», sagt Pfaud. Der frühere Ausbildungsberuf des Ver- und Entsorgers wurde abgelöst durch durch die Ausbildung zur Fachkraft für entweder Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder Abwassertechnik. Damit spezialisieren sich die Auszubildenden auf einen Bereich und arbeiten in der Regel den Kollegen mit Hochschulabschluss zu. (dpa/tmn)
Altenpfleger
In ihrem alten Job im Büro hat Sabine Schwalm regelmäßig auf die Uhr geschaut. Seit sie als Altenpflegerin arbeitet, ist das vorbei. «Dieser Beruf ist wahnsinnig abwechslungsreich», erzählt die 46-Jährige, die ihre Ausbildung in einem Seniorenheim bei Trier absolviert. Sie kann optimistisch in die Zukunft blicken, denn der Beruf des Altenpflegers hat Perspektive. Mehr als zwei Millionen alte Menschen sind laut Bundesfamilienministerium deutschlandweit pflegebedürftig, und ihre Zahl steigt. Nach einer dem Duisburger Berufsverband für Altenpflege vorliegenden Studie von 1997 werden bis zum Jahr 2010 allein in Seniorenheimen rund 114 000 examinierte Altenpfleger gebraucht. Zu den Aufgaben von Altenpflegern gehört es zum Beispiel, alten Menschen beim Waschen und beim Ankleiden zu helfen. Mehrmals täglich betten sie ihre Patienten und helfen bei der medizinischen Versorgung. Seit Einführung der Pflegeversicherung arbeiteten Altenpfleger mit Zeitdruck im Nacken, sagt Elmar Schmitz, Altenhilfereferent der Arbeiterwohlfahrt. Für einen Spaziergang oder einen Plausch bleibe nur selten Zeit, bestätigt Sabine Schwalm. Kein Wunder, dass der Beruf des Altenpflegers auf der Wunschliste von Schulabgängern nicht gerade weit oben steht. «Das Image ist schlecht», sagt Christina Kaleve, Bundesvorsitzende des Berufsverbandes für Altenpflege. Ein Grund dafür ist die nicht gerade üppige Bezahlung. Im ersten Jahr bekommt ein Azubi gemäß Bundesangestelltentarifvertrag rund 730 Euro brutto im Monat. Ein 20-jähriger Berufseinsteiger (ledig und kinderlos) mit Examen in der Tasche verdient 1924 Euro brutto. Freie Träger zahlen oft weniger. Und doch rührt Christina Kaleve voller Überzeugung die Werbetrommel für den Beruf des Altenpflegers: «Es ist ein sehr befriedigender Job, in dem man eigenverantwortlich arbeiten kann», sagt sie. Die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger ist seit August 2003 bundeseinheitlich geregelt, so Andrea Leidler, Leiterin der Evangelischen Berufsfachschule für Altenpflege in Bautzen. Neben der Ausbildung in einer stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtung besuchen die Azubis eine Altenpflegeschule. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Realschulabschluss beziehungsweise ein Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung. Die Arbeitsmöglichkeiten als Altenpfleger sind vielfältig. Ob jemand lieber in einem Seniorenheim oder in einer Sozialstation arbeitet, ist eine Mentalitätsfrage, sagt Leidler. Wer es abwechslungsreicher liebt, für den sei die ambulante Pflege das Richtige.
Animateur
Sonne satt und den ganzen Tag Party -so stellen sich viele die Arbeit eines Animateurs vor. Doch dieses Klischee hat nichts mit der Realität zu tun. Wer gern stundenlang am Strand liegt und abends ungestört feiern will, ist bei diesem Job fehl am Platz. "Schließlich ist es ein Unterschied, ob man eine Poolparty selbst erlebt oder derjenige ist, der die Gäste bei Laune halten soll", sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin. "Animateure sind von früh bis spät im Einsatz - und das an sechs Tagen in der Woche", erzählt Tim Wirth vom Internetportal www.traumjob-animateur.de aus Ulm. Auf dem Programm stehen zum Beispiel Aerobicstunden, Spiele und Proben für die Abendshow. Das Gehalt liegt dabei zwischen 500 und 1500 Euro monatlich. "Allerdings muss man für Kost und Logis nichts bezahlen und bekommt teilweise sogar die Berufskleidung vom Arbeitgeber gestellt", erklärt Wirth. Weil so kaum Ausgaben entstehen, sei es sogar möglich, einen Großteil des Geldes zur Seite zu legen. "Wer sich für den abwechslungsreichen Job eines Animateurs interessiert und mindestens 18 Jahre alt ist, sollte aber einige Voraussetzungen mitbringen, um den Anforderungen gewachsen zu sein", sagt Tanja Kraus vom Reiseveranstalter 1-2-Fly aus Hannover, bei dem sich junge Leute jetzt schon für den Einsatz im Sommer nächsten Jahres bewerben können. "Wir erwarten von unseren zukünftigen Animateuren, dass sie aufgeschlossen, teamfähig und flexibel sind. Sie sollten sich außerdem trauen, mit dem Mikrofon in der Hand eine Show zu gestalten", sagt Kraus. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein erfolgreich beendetes Studium sind von Vorteil. Außerdem sollten Animateure eine sehr gute Allgemeinbildung haben und Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. "Unsere Bewerber müssen schon mal als Animateur gearbeitet haben, brauchen zusätzlich einen Erste-Hilfe-Schein und den Rettungsschwimmerschein in Bronze", sagt Janine Wefing von Ruf Jugendreisen in Bielefeld. Über Online-Formulare, die auf vielen Internetseiten der Unternehmen zu finden sind, können sich junge Leute bewerben. Dabei reiche es nicht aus, nur Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse mitzuschicken, meint Tim Wirth. "Zusätzlich sollte man in ein paar Sätzen den Grund für seinen Berufswunsch darlegen, etwas zur derzeitigen beruflichen Tätigkeit sagen und ein Ganzkörperfoto anhängen." Dazu müssten sich die Bewerber entscheiden, in welchem Bereich sie arbeiten wollen: ob als Kinderanimateure, Kulturanimateure oder Fitnessanimateur. Hat die Bewerbung das Interesse des zukünftigen Arbeitgebers geweckt, werden die Nachwuchsunterhalter zu einem so genannten Casting eingeladen. Wer dabei eine gute Figur macht, kann schon bald seinen Arbeitsvertrag für eine Saison oder länger unterschreiben. Oft folgt laut Wefing eine Schulung, bei der die Neuen alles über Showplanung, Moderationstechnik und Präsentationsgestaltung lernen. Im Einsatz sind Animateure im Prinzip weltweit. Doch nicht nur in den heißen Monaten werden Animateure gebraucht, weiß Tim Wirth. "Es gibt zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln, in Tunesien, Ägypten und der Dominikanischen Republik viele Hotels, die gerade im Winter ihre zweite Hochsaison haben." Internet: www.traumjob-animateur.de
Anlagenmechaniker
Montage und Wartung von Solaranlagen oder Heizungen, Einsatz auf Baustellen oder in Wohnungen, Kundenberatung und -betreuung: An Vielseitigkeit im Berufsleben mangelt es Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik nicht. Der Beruf ist relativ neu und vereint die Fähigkeiten eines Gas- und Wasserinstallateurs sowie eines Zentralheizungs- und Lüftungsbauers mit dem Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik. Damit hat die Berufsausübung auch einen anderen Dreh bekommen - vom rein handwerklichen Beruf zum heute kundenorientierten Dienstleistungsjob. "Anlagenmechaniker müssen eine Vorliebe für wechselnde, insgesamt aber überschaubare und wiederkehrende Arbeiten haben", sagt Thomas Proschwitz von der Agentur für Arbeit im sächsischen Riesa. Das Tätigkeitsspektrum reiche von der Installation von Sanitärobjekten in einem Wohnhaus bis zur Programmierung von Steuerungen der Klimatechnik in einem Bürogebäude. Wer diesen Job machen möchte, sollte handwerklich arbeiten und anpacken können. "Abneigung gegen Lärm, Nässe, Staub oder Schmutz und gegen Teamarbeit darf es nicht geben", sagt Proschwitz. "Es ist ein hochinteressantes Berufsbild", meint Reiner Zieprig, der beim Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) in Köln tätig ist. Gerade in Zeiten erhöhten Klimabewusstseins gewinne der Beruf zunehmend an Bedeutung. "Um energieeffiziente haustechnische Systeme zu erstellen, bedarf es immer mehr so genannter Bus-Systeme." Der Bus ist ein Leitungssystem zum Austausch von Daten. Soll eine moderne Heizungsanlage eingebaut werden, müsse der Anlagenmechaniker in der Lage sein, mit Hilfe der Bus-Systeme in jedem Raum den Energieverbrauch zu ermitteln und ein "effizientes Energiemanagement bei höchstem Komfort sicher zu stellen", erläutert Zieprig. Der Anlagenmechaniker baut also nicht mehr nur einfache Heizkessel in die Keller von Wohnhäusern ein oder installiert die Mischbatterie - vielmehr wird der Job angesichts der Debatte um mehr Energieeffizienz zunehmend komplexer. "Zum Beispiel durch eine elektronisch kontrollierte Be- und Entlüftung", die der Mechaniker bei vorbildlich gedämmten Räumen installieren muss, sagt Zieprig. Sensoren messen die Kohlendioxid-Konzentration im Raum und die Feuchtigkeit - und im Wechselspiel mit der elektronisch gesteuerten Heizungsanlage öffnen sich bei Bedarf die Fenster, erläutert der Experte. Dreieinhalb Jahre Lehrzeit braucht es, um diese aufwendigen Arbeiten ausüben zu können. Darüber hinaus sind zahlreiche Weiterbildungskurse nötig, damit zum Beispiel auch Systeme der Solarthermie zur Warmwasserzubereitung eingebaut werden können. Neben diesen Anforderungen muss der Anlagenmechaniker aber auch die klassischen Installationsarbeiten ausführen können. "Er baut Bäder, Rohrleitungsanlagen, bringt alle Geräte an, installiert Fühler", sagt Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Bonn. "Aber er geht auch zum Kunden, wenn die Heizungsanlage streikt." Daneben habe der Anlagenmechaniker weit reichende Kenntnisse, um Solaranlagen auf dem Dach oder Lüftungsanlagen zu installieren. "Es ist ein Beruf mit unheimlich vielen Facetten", sagt Westpfahl. Ohne handwerkliche Begabung und Abstraktionsfähigkeit gehe nichts. Aber auch umfangreiche Mathematikkenntnisse und Interesse an Regelungstechnik seien ein Muss. "Der Job hat sich von einem ehemals schlichten Beruf zu einem High-Tech-Beruf entwickelt." Schüler, die diesen Job anstreben, sollten Westpfahl zufolge einen Hauptschulabschluss mit guten Noten vorweisen können, vor allem in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Mittlere Reife oder Abitur wären noch besser. Im ersten Lehrjahr verdienen die Auszubildenden nach Angaben des BIBB rund 750 bis 800 Euro brutto. Die Chancen, eine Lehrstelle zu bekommen, stehen gar nicht so schlecht: "Lehrlinge werden händeringend gesucht", sagt Westpfahl. Anlagenmechaniker werden immer gefragter. "Es stehen derzeit unheimlich viele Betriebe zur Geschäftsübergabe an. Zudem ist der Beruf krisenfest." Heizungen würden immer gebraucht - vor allem, weil mit technischen Neuerungen wie den Brennstoffzellen ständig neue Herausforderungen und damit neue, spezielle Arbeitsfelder hinzukämen. "Und der Klimawandel gibt dem Beruf auch noch einen Auftrieb." Nach der Lehre finden die Anlagenmechaniker in Unternehmen, die Heizungen bauen, aber auch im Bereich der Klimatechnik einen Job, sagt Thomas Proschwitz. "Dort können sie als Wartungs- und Betriebsmonteur, Spezialist für Fernheizungs- und Gasfeuerungsanlagen oder als Experte für Klima- und Solaranlagen arbeiten." Hinsichtlich der erneuerbaren Energien empfiehlt Proschwitz allerdings Aufbauseminare in Wasser- und Lufttechnik sowie in Wärme- oder Umwelttechnik: "War die Installation einer Solaranlage vor einigen Jahren noch ein Ausnahmefall, gehört sie heute zum Standard."
Antiquar
Der Antiquar Nikolaus Struck aus Berlin bringt die Voraussetzungen für seinen Beruf auf eine knappen Nenner: breite Bildung und kaufmännisches Denken. «Und Respekt vor alten Büchern, sonst sind sie nämlich nur Altpapier.» Nahezu 7000 Werke stehen in den Regalen von Strucks Geschäft. Dazu kommen noch mehrere Zehntausend Grafiken, mit denen er vorwiegend handelt. In Deutschland gibt es schätzungsweise 1000 Antiquariate. «280 davon sind bei uns Mitglieder», so Norbert Munsch vom Verband Deutscher Antiquare in Elbingen (Rheinland-Pfalz). «Es sind mit wenigen Ausnahmen kleine Firmen, die Einzelbetriebe überwiegen.» Fast bedauernd ergänzt Munsch: «Das Berufsbild Antiquar ist nicht geschützt.» Tatsächlich gibt es in der Branche eine Menge Seiteneinsteiger. «Es sind etwa 50 Prozent», sagt Struck. Der klassische Berufsweg zum Antiquar aber führt nach wie vor über eine solide Ausbildung. Ein guter Hauptschulabschluss gilt dabei als Mindestvoraussetzung für eine Lehre, an deren Ende nach drei Jahren die Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer zum anerkannten Beruf Buchhändler steht. Bei entsprechender Schulbildung sind Verkürzungen der Ausbildungsdauer vorgesehen: Absolventen der Wirtschaftsschule lernen in Bayern nur zwei Jahre. In anderen Bundesländern kann die Ausbildung beispielsweise bei Abiturienten ebenfalls abgekürzt werden. Während der Ausbildung - in der Regel im letzten Jahr - gibt es den Schwerpunkt Antiquar. «Diesen pflegen wir auch in der schulischen Ausbildung», erläutert Thomas Casagrande, stellvertretender Direktor der Schulen des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. In diesem staatlich anerkannten privaten Institut können die angehenden Buchhändler in zwei Fachstufen zu je 360 Unterrichtsstunden die in Berufsschulen vermittelten theoretischen Kenntnisse erwerben. Der Unterricht erfolgt im jeweils neunwöchigen Internats-Blockunterricht. Die Schule bietet auch Fernlehrgänge mit dem Abschluss «Grundwissen Buchhandel» für Seiteneinsteiger an. «Antiquar ist ein Beruf für Individualisten», sagt Bernt Ture von zur Mühlen, Dozent für Literatur, Verlagsgeschichte und Antiquariatswesen in Frankfurt. «Die Ausbildung ist zeitaufwendig.» Derzeit gebe es nur ein Dutzend «klassische» Lehrlinge, dazu aber eine Reihe von Seiteneinsteigern - abgebrochene Studenten und Lehrer zum Beispiel. Von zur Mühlen räumt auch mit einer falschen Vorstellung auf: «Mit alten Büchern wird der durchschnittliche Archivar nicht reich. Nur die Top 10 der Branche sind vermögend.» Wie Struck unterstreicht auch der Dozent die Notwendigkeit wirtschaftlichen Denkens in diesem Beruf. Entsprechend sieht der Lehrplan der Schule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft aus. Allgemeine Wirtschaftslehre, Buchführung, Kaufmännisches Rechnen, Kosten- und Leistungsrechnung sowie Planungsrechnung stehen auf dem Programm. Dazu kommen Sortimentskunde und Verlagskunde. Und natürlich muss ein Antiquar die Details der Buchherstellung kennen. «Wenn zum Beispiel von Tafeln die Rede ist, handelt es sich um ganzseitige Abbildungen häufig in anderer Drucktechnik auf besserem Papier», erläutert Struck. Umfangreiches Wissen gehört, wie die Gesprächspartner unisono versichern, zum Rüstzeug des Antiquars. «Je mehr man weiß, desto weniger Fehler macht man», sagt Struck. Deshalb gehören Bibliographie, Literaturgeschichte und vieles mehr zur theoretischen Ausbildung. Der Antiquar muss historische Zusammenhänge kennen, wenn er beispielsweise ein eigenhändiges Schriftstück einer bedeutenden Persönlichkeit bewerten will. «Ein simpler Glückwunsch ist vielleicht weniger wert als ein Schreiben, das politische Veränderungen auslöste», erläutert Struck. Millionen von alten Büchern füllen die Lager und Regale von Antiquariaten. «Wenn Sie ein Buch über Homöopathie für die Katze suchen, werden Sie sicher eines finden», umreißt von zur Mühlen die Bandbreite des Angebots. Viele Händler bedienen sich inzwischen des Internets, sei es um anzubieten oder zu kaufen. «Auch auf Auktionen und Messen versorgen sich die Antiquare», meint Struck. Der Kampf um gutes Material sei hart, fügt er hinzu. Antiquare erleben derzeit keine Blütezeit. «Der Markt stagniert», stellt Struck fest. Entsprechend wirkt sich dies auf das Stellenangebot aus. «Lehrstellen sind selten», bekräftigt Munsch. Doch wer unbedingt mit alten Büchern handeln will, kann dies auf Flohmärkten versuchen und sich sogar einen Gewerbeschein beschaffen, um später vielleicht ein Antiquariat zu eröffnen. Doch auch für diese Berufsanfänger gilt ein in Fachkreisen gern zitierter Spruch zur Qualifikation: «Gelehrter als der Kaufmann, kaufmännischer als der Gelehrte.»
Apotheker
Ein altmodisch stilisiertes «A» signalisiert Schmerzgeplagten Linderung - es ist das Zeichen des Apothekers. Er oder sie weiß in der Regel zu helfen, auch wenn der Kunde kein Rezept vorweist. Wer den Beruf ausübt, hat zuvor eine intensive Ausbildung an der Hochschule und in der Praxis durchlaufen. «In Deutschland gibt es 21 300 öffentliche Apotheken», sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin. Daneben haben zum Beispiel Krankenhäuser und die Bundeswehr eigene Apotheken. Die Industrie versorgt sie mit Tausenden von Präparaten. Etwa 90 Prozent der Verordnungen entfallen jedoch auf 2300 Medikamente. Für das Pharmazie-Studium unerlässlich ist die Hochschulreife. «Deutliches Interesse für Naturwissenschaften und Kontaktfreudigkeit, wenn später Kunden betreut werden sollen», nennt Michael Haas von der Universität München weitere Grundvoraussetzungen. Mehr als 13 000 Studierende gibt es derzeit an den 23 Fakultäten in Deutschland. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Am Ende des Grund- und des Hauptstudiums ist jeweils ein Examen abzulegen. Zur umfangreichen Theorie, die auch in die Medizin hinein reicht, kommen Praktika und Übungen im Labor. Nach der Universität müssen angehende Apotheker ein Jahr lang praktisch arbeiten, um zur Pharmazeutischen Prüfung antreten zu können. Das Einstiegsgehalt sollte bei mehr als 2600 Euro im Monat liegen, jedoch ist derzeit der Tarifvertrag außer Kraft. «Alle vier Jahre verdoppelt sich das medizinische Wissen», begründet Ursula Sellerberg die Notwendigkeit einer umfangreichen Weiterbildung. «Wir haben in der Homöopathie, deren Präparate apothekenpflichtig sind und dem strengen Arzneimittelgesetz unterliegen, eine aussichtsreiche Nische für die Zukunft gefunden», sagt zum Beispiel Wolfgang Courth, ein Apotheker in Hamburg. Arzneien werden die Menschen immer brauchen, und so ist auch der Apothekerberuf als solcher nicht gefährdet. Als «nach wie vor gut» bezeichnet Sellerberg die Aussichten - auch für Frauen, die einen qualifizierten Halbtagsjob suchen. In den Hörsälen lauschen mehr Frauen als Männer den Vorlesungen im Fach Pharmazie. Auch in der Forschung an Universitäten und in der Industrie sind Pharmazeuten unentbehrlich. Für solche Laufbahnen wird die Promotion verlangt. Einen neuen Weg in diese Richtung geht die Universität München: Dort wird ein Bachelor/Master-Studiengang «pharmaceutical sciences» angeboten. «Der Grad ersetzt nicht den Doktor-Titel. Aber dieser Studienweg bereitet besser darauf vor», sagt Michael Haas. Rund 80 Prozent der 53 000 Apotheker und Apothekerinnen in Deutschland arbeiten in öffentlichen Apotheken. Der Beruf bedeutet für sie gelegentliche Arbeit am Abend, in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen. Als Inhaber wird ein Apotheker dann gleichzeitig zum Unternehmer, der kaufmännisch gefordert ist. Die Herstellung von eigenen Pillen und Salben, die früher zu den wichtigsten Aufgaben der Apotheker gehörte, hat dagegen längst die Industrie übernommen.
Archäologe
Über das antike Troja, die ägyptischen Pyramiden oder die Varusschlacht ist schon viel geforscht worden - sie geben Archäologen aber weiter Rätsel auf. Die Zeiten der spektakulären Entdeckungen, wie es sie im 19. und 20. Jahrhundert gegeben hat, mag zwar vorbei sein. Dennoch bietet der Beruf nach wie vor spannende Einblicke in die Vergangenheit. "Es gibt immer wieder große Entdeckungen, selbst in Ägypten werden noch neue Gräber entdeckt", sagt Agnes Henning vom Deutschen Archäologen-Verband in Tübingen. Allerdings ist ein Archäologe in der Regel höchstens zwei Monate im Jahr im Ausland und gräbt. Den Rest der Zeit verbringt er in der Bibliothek oder hinter dem Schreibtisch. Die meiste Zeit gehen Archäologen also auf Spurensuche, indem sie Tonscherben und ähnliche Funde unter die Lupe nehmen. Das verlangt ein großes Verantwortungsgefühl im Umgang mit den Objekten und ein großes Durchhaltevermögen, sagt Regina Smolnik vom Verband der Landesarchäologen in Dresden. Daneben gehört Spaß an der Arbeit im Freien zum Beruf. "Die Erforschung archäologischer Quellen, vor allem die Ausgrabung, ist überaus spannend, aber auch sehr harte Arbeit bei Schmutz, Wind und Wetter." Wenn bei Bauarbeiten historische Relikte gefunden werden, müssen Archäologen schnell sein. Denn bei "Notgrabungen" müssen Funde unter Zeitdruck geborgen werden. Sie müssen daher bereit sein, auch mal mehr zu arbeiten, erläutert die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. Zudem sollten sie körperlich fit sein. Denn bei Grabungen arbeiten sie viel gebückt, hockend oder kniend. Dass die harte Arbeit mit aufsehenerregenden Entdeckungen gekrönt wird, ist äußerst selten. "Richtige Archäologie hat nur wenig mit Schätzen, Gold und herausragenden Kunstobjekten zu tun", sagt Smolnik. "Auch wenn diese Dinge ab und zu gefunden werden und dann natürlich auch Archäologen nicht unberührt lassen." Wer also gerne berühmte Kunst und Kulturschätze bewundert, ist im Museum besser aufgehoben als in einer Ausgrabungsstätte. Die Arbeit eines Archäologen hat sich mit der Zeit kaum verändert. "Die Aufgaben bestehen im Erkennen, Dokumentieren und Erforschen archäologischer Denkmäler und der damit verbundenen Kulturerscheinungen", erklärt Smolnik. Dazu gehört es auch, Denkmäler zu pflegen. "Nicht nur Ausgraben, sondern vor allem Schützen ist das Ziel." Und nicht zuletzt gehört zu dem Beruf auch die Präsentation der Funde in Museen. In den Ämtern für archäologische Denkmalpflege und in Museen können Archäologen oft direkt am Objekt forschen, erläutert Smolnik. Im Wissenschaftsbetrieb an Hochschulen besteht die Arbeit daraus, neue Erkenntnisse in die Diskussion einzubringen, übergreifende Untersuchungen zu erstellen und den Nachwuchs auszubilden. Oft landen Hochschulabsolventen in dem Fach aber in ganz anderen Bereichen. "Die meisten, die Archäologie studiert haben, sind nicht als Archäologen tätig", hat Agnes Henning beobachtet. Nach BA-Angaben kommen auch Verlage und Reiseveranstalter als Arbeitgeber infrage. Obwohl es also zahlreiche Betätigungsfelder für Archäologen gibt, sind die Jobaussichten nicht wirklich berauschend. Relativ wenigen Stellen steht eine vergleichsweise hohe Zahl an Absolventen gegenüber, gibt Smolnik zu bedenken. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. Häufig wird ein Doktortitel bei der Einstellung verlangt. Viele der Stellen etwa in der archäologischen Denkmalspflege sind zudem nur befristet, fügt Smolnik hinzu. Auch in den großen Museen gibt es neben wenigen Festangestellten oft nur projektbezogene Tätigkeiten bei der Vorbereitung von Sonderausstellungen. Auch der Weg durchs Studium ist nicht ohne. "Die Archäologie gliedert sich in zahlreiche Wissenschaften auf, die in eigenen Studienfächern gelehrt werden", erklärt Smolnik. Die Palette reicht von der Ägyptologie über die Altamerikanistik bis zur europäischen Frühgeschichte. Fremdsprachen sind dabei sehr wichtig - Latein und Altgriechisch etwa. "Je nachdem, was man studiert, muss man die Sprachen der jeweiligen Kultur erlernen. Und das kostet Kraft", warnt Agnes Henning. Um in der Archäologie tätig zu sein, ist auch der Beruf des Grabungstechniker eine Alternative. Er lässt sind innerhalb einer mehrjährigen Ausbildung oder eines Fachhochschulstudiums erlernen. Viele Fachämter für archäologische Denkmalpflege arbeiten außerdem mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen. Für diese Freiwilligen werden häufig Schulungen in den Fachämtern oder Museen angeboten, erklärt Regina Smolnik vom Verband der Landesarchäologen. (dpa)
Art Director
Erst Anfang 30 und schon Direktor - in der Werbebranche geht das. Nach wenigen Jahren als Assistent können Kreative dort zum Art Director aufsteigen. Als Chef kann sich der Art Director allerdings nicht fühlen. In dem Team, das er mit dem Texter bildet, ist er für die Optik zuständig. In einer Agentur arbeiten mehrere Art Directors. Über ihnen thront der Creative Director. «Der spricht mit den Kunden und sorgt dafür, dass alles in die richtige Richtung geht», sagt Dörte Spengler-Ahrens, Creative Director bei der Agentur Jung von Matt in Hamburg. Art Directors haben meist ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert. Die einschlägigen Studiengänge heißen Grafik- oder Kommunikationsdesign. Überall dort, wo Bilder oder optische Zeichen zur Kommunikation eingesetzt werden, ist auch der Art Director nicht weit. Er entwirft Werbekampagnen in all ihren Facetten, Internetseiten, Zeitschriften und Zeitungen. «Aber auch Ausstellungen, Messeauftritte oder die Gestaltung von PC-Spielen fallen in seine Zuständigkeit», sagt Delle Krause, Vorstandsmitglied des Art Directors Club (ADC) mit Sitz in Berlin. Der Art Director ist zwar der Verantwortliche für die Optik, aber er legt selten selbst Hand an: «Ihm obliegt die Konzeption», sagt Dörte Spengler-Ahrens. Die praktische Umsetzung seiner Visionen besorgen andere: Bilder zum Beispiel werden nach genauen Vorgaben bei Fotografen und Illustratoren in Auftrag gegeben. Es sind indessen längst nicht nur die Werbespots im Fernsehen oder Anzeigen in Hochglanzmagazinen, die der Art Director konzipiert. Wenn sich ein Unternehmen ein neues Gesicht geben will, fällt auch allerlei Kleinkram an: «Das reicht bis zur Visitenkarte oder Faxvorlage», sagt Konrad Wenzel von der Kommunikationsagentur Huth + Wenzel in Frankfurt. Mit Wirtschaftsthemen hat auch Holger Windfuhr zu tun - allerdings unter einem etwas anderen Blickwinkel. Der Grafikdesigner hat vor vier Jahren der Zeitschrift «Wirtschaftswoche» ihr derzeitiges Gesicht gegeben und überwacht nun, dass die sieben Layouter «die Spielregeln einhalten», wie er sagt. «Die große Mehrzahl der Art Directoren will in die Werbung, Filme drehen», sagt Windfuhr. «Zeitschriften haben das Stigma, dass man seine Kreativität dort nicht so entfalten kann.» Windfuhr hat längst das Gegenteil bewiesen. Für eines der Titelbilder, die er persönlich gestaltet, wurde er beim renommierten Wettbewerb des ADC mit Gold ausgezeichnet. Stars der Branche wie Windfuhr verdienen gut, Berufseinsteiger eher bescheiden. Wer etwa als Assistent bei Huth + Wenzel anfängt, darf im ersten halben Jahr gerade mit 1700 bis 1900 Euro brutto im Monat rechnen. Wichtigstes Bestandteil einer Bewerbung ist bei Grafikern nach wie vor die «Mappe»: eine Sammlung von Arbeitsproben, mit denen die Fähigkeit zu konzeptionellem Arbeiten unter Beweis gestellt werden soll.
Arzt
Morgens als Halbgott in Weiß durch die Visite schweben, nachmittags schon auf dem Golfplatz: So sieht das Klischee vom Ärztealltag aus. Die Realität bietet ein anderes Bild: Arbeit bis zum Anschlag, und Freizeit ist Luxus. Dafür ist der Job prestigeträchtig: Er liegt laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes auf Platz vier der angesehensten Berufe in Deutschland. Entsprechend hoch sind aber auch die Ansprüche. Thomas Lipp klingt gestresst. In seiner Sprechstunde warten noch drei Patienten, sagt der Hausarzt aus Leipzig, der zum Gesamtvorstand des Hartmannbundes in Berlin gehört. Eigentlich schließt die Praxis in 15 Minuten. 15 Minuten Zeit für drei Patienten? "Ja, und das ist jetzt noch Urlaubszeit." Stress ist eine Berufskrankheit der Mediziner. Auf 50 bis 70 Wochenstunden komme er im Schnitt, erzählt Lipp. Wer Arzt werden will, müsse belastbar sein. Der Lohn dafür ist ein ansehnliches Gehalt: Ein Radiologe oder ein Internist verdient in einem kommunalen Krankenhaus nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg rund 4800 bis 6000 Euro brutto im Monat. "Das Schöne an der Arbeit ist aber auch die Dankbarkeit, die man empfängt", sagt Günther Jonitz vom Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Anderen helfen zu wollen, sei daher das Hauptmotiv für den Beruf. Aus Sicht der Mediziner wird der Beruf aber immer unattraktiver: Mehr als jeder zweite praktizierende Arzt in Deutschland (56 Prozent) sagt das einer Allensbach-Studie zufolge. Schuld daran ist unter anderem der harte Alltag im Krankenhaus. Denn dort erwartet Absolventen ein Knochenjob, der sich wegen Nachtschichten und Überstunden auch schwer mit der Familie vereinbaren lässt. "Wenn um 17.30 Uhr noch ein Unfall reinkommt, können Sie schlecht sagen: 'Ich muss jetzt aber mein Kind von der Kita abholen'", sagt Lipp. Flexibel zu sein, ist ein Muss. Frustrierend ist dabei für manche, dass nach jeder Behandlung öde Aktenarbeit und Abrechnungen warten. "Ein Drittel der Zeit geht für Papierkram drauf", erzählt Lipp. Und damit nicht genug: Wenn die Kasse eine Behandlung nicht mehr zahlen will, bekomme der Arzt auch noch den Ärger der Patienten ab, fügt Jonitz hinzu. Hohe Hürden gibt es aber schon vor dem Berufseinstieg: Das Studium ist lang und schwer. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate. Schon in den ersten zwei Jahren im vorklinischen Teil werde stark gesiebt, sagt Jonitz. Vor der Approbation wartet aber noch das "Hammerexamen". Damit ist die Ausbildung nicht vorbei: Bis zum Facharzt sind es noch einmal drei bis sechs Jahre. Ob sich daran bald etwas ändern wird, ist derzeit kaum absehbar: Die Uni Oldenburg will jetzt zwar als erste in Deutschland einen Bachelor-Studiengang anbieten. Kritiker sehen das aber als Schmalspurstudium an. Daneben gibt es an einigen Hochschulen inzwischen Reformstudiengänge mit eigenen Konzepten. Die Berufschancen sind so gut wie lange nicht mehr: In manchen Regionen herrscht der BÄK zufolge schon jetzt akuter Ärztemangel. Außerdem benötigten viele Ärzte hierzulande bald einen Nachfolger: Vier von zehn (38,5 Prozent) seien bereits mehr als 50 Jahre alt. Und durch die gestiegene Lebenserwartung der Deutschen werde der Ärztebedarf in Zukunft noch zusätzlich wachsen. Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern: Bundesärztekammer Forschen oder behandeln? Für Mediziner gibt es zwei Berufswege: Sie können entweder in die Forschung gehen oder als behandelnder Arzt arbeiten. Für die zweite Variante ist mehr als Fachwissen nötig: "Ein guter Mediziner ist noch lange kein guter Arzt", sagt der Allgemeinmediziner Thomas Lipp aus Leipzig. "Medizin ist auch eine Erfahrungswissenschaft." Außerdem müsse ein Arzt die Menschen im Blick haben, die er behandelt, und nicht nur die Krankheiten. So gehöre es auch zu seinen Aufgaben, sich ihrer Sorgen anzunehmen. Voraussetzung für den Beruf sei daher ein Händchen im Umgang mit anderen. "Man muss Menschen mögen - auch wenn es ihnen schlecht geht", erklärt Günther Jonitz von der Bundesärztekammer. (dpa/tmn)
Assistent der Geschäftsführung
Ob bei einer Unternehmensberatung, einem Autokonzern oder in Krankenhäusern: Assistenten der Geschäftsführung gibt es nahezu in allen Branchen, vor allem bei sehr großen Betrieben. Als rechte Hand des Chefs haben sie Einblicke in die «intimsten» Firmenentwicklungen, treffen zum Teil weitreichende Entscheidungen und realisieren im Auftrag des Vorgesetzten oft umfangreiche Projekte. Eine klassische Berufsausbildung zum Assistenten der Geschäftsführung gibt es allerdings nicht. «Das sind keine Assistenten im Sinne einer Sekretärin», erklärt Udo Albert von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. «Das sind Akademiker, die den Vorständen zuarbeiten.» Üblicherweise haben sie eine juristische oder kaufmännische Ausbildung absolviert, können komplizierte Projekte bearbeiten und die rechtlichen Risiken für das Unternehmen abschätzen. Albert weist darauf hin, dass der Job etwas anderes sei als der eines Management-Assistenten. Diese erstellten Dokumente oder klärten Personalfragen - würden die Geschäftsführung also in der Regel von Routine-Aufgaben entlasten. Was der Assistent der Geschäftsführung leisten soll, hängt nach Worten von Frauke Wille von der Bundesagentur für Arbeit aus Nürnberg von der Firmenkultur und den Erwartungen der Führungskräfte ab. Daher können die Aufgaben für den Assistenten sehr unterschiedlich aussehen: Zum einem gebe es den Assistenten, der vor allem Sekretariats- und Organisationsaufgaben übernimmt - «das aber meist auf einem hohen Niveau mit starkem zeitlichen und persönlichen Engagement verbunden». Auf der anderen Seite nennt Wille den Assistenten, der die Geschäftsführung auch inhaltlich unterstützt und berät, Projekte realisiert und Analysen erstellt - und deshalb meist eine universitäre Vorbildung hat. «Hier kann man schon eher von einem 'Referenten' der Geschäftsführung sprechen.» Wen die Stelle des Assistenten der Geschäftsführung reizt, der kann mit einer kaufmännischen Berufsausbildung einen Grundstein legen, sagt Rainer Brötz vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. Denkbar sei eine Ausbildung zum Bankkaufmann. «Danach macht man eine Fortbildung zum Bankwirt. Mit dieser Qualifikation erwirbt man eine Position auf der mittleren Führungsebene.» Möglich wäre auch ein kaufmännischer Bachelor-Abschluss, den man üblicherweise nach zwei bis drei Jahren an einer Hochschule in der Tasche hat. Auch mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann und Erfahrungen im Bereich des Projektmanagements ist eine spätere Arbeit als Assistent der Geschäftsführung möglich. Wer sich zunächst in seinem erlernten Beruf bewährt und eine Empfehlung seines Chefs mitbringt, dem könne das für den Aufstieg auf diese Stelle von Vorteil sein. «Wer sich für die Geschäftsführung als 'unentbehrlich' herausstellt, hat natürlich gute Karten beim weiteren, innerbetrieblichen und außerbetrieblichen beruflichen Aufstieg», sagt Wille. So begehrt die Stelle als «rechte Hand des Chefs» auch sein mag, verstärktes, überdurchschnittliches Engagement für das Unternehmen ist unverzichtbar. Wille spricht von hohem persönlichen Einsatz und hoher zeitlicher Flexibilität, verbunden mit der Bereitschaft zu Überstunden. «Wer in einem solchen Umfeld auch mit zeitlichem und inhaltlichem Druck umgehen lernt, profitiert oft in seinem weiteren beruflichen Leben von diesen Fähigkeiten.» «Das ist eine sehr vertrauenswürdige Stelle, weil man sehr viel mitbekommt», erläutert Albert. Daher würden Assistenten der Geschäftsführung in der Regel auch gut bezahlt. Wie hoch die Gehälter sein können, darüber gibt es keine verlässlichen Statistiken. «Die bekommen aber sicherlich mehr als die normalen Indianer in einem Unternehmen», sagt Brötz. Assistenten der Geschäftsführung finden sich in nahezu allen Branchen, vom Dienstleistungsbereich bis hin zur Industrie. «Vor allem dort, wo die Unternehmen größer werden, wird nicht mehr nur klassische Sekretariatsarbeit erwartet, sondern ein besonderes Organisationsgeschick, Fremdsprachenkenntnisse und Belastbarkeit», sagt Frauke Wille von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Dies werde dann entsprechend durch die Job-Bezeichnung «Assistent/in der Geschäftsführung» statt «Sekretärin» signalisiert. Ist die Stelle eher «sekretariats-orientiert» und braucht man dafür einen kaufmännischen Beruf, sitzen Wille zufolge zumeist Frauen auf diesen Posten. «Bei der Assistenten-Funktion, die eher als 'persönlicher Referent' gelten kann, findet man beide Geschlechter.»
Augenoptiker
Genau begutachtet Michael Renken die neue Brillenkollektion: Der Optikermeister aus Hamburg muss wissen, was seine Kunden tragen. 60 bis 70 Prozent der Bundesbürger sind Brillenträger. Ab 45 Jahren brauchen 98 Prozent eine Brille. Optiker bilden jedes Jahr rund 2100 Gesellen aus. Diese üben laut Renken einen der schwierigsten Handwerksberufe aus: «Optik ist rechnen, abstrakt denken» - und Handwerk. Denn auch wenn Maschinen bei der Glasanpassung helfen, müssen viele Gläser noch immer per Hand geschliffen werden. «Der Optiker ist kein Brillenverkäufer», betont auch Horst Dauter vom Bundesverband der Augenoptiker in Braunschweig. Azubis brauchen ein gutes Verständnis für Mathematik und Physik. «Licht, Lichtbrechung, die schiefe Ebene - das muss man alles verstehen, wenn man eine Brille richtig anpassen will», sagt Dauter. Daher hätten es Hauptschulabgänger schwer. «Sie können es schaffen, aber mit der mittleren Reife oder dem Abitur ist es leichter.» Auch soziale Kompetenzen sind wichtig. «Man muss gerne und intensiv mit Leuten umgehen», sagt Renken. Selbst nach einem intensiven Beratungsgespräch kann es mit einer Brille oder Kontaktlinsen zu Unverträglichkeiten kommen. Damit diese gering bleiben, entwickeln viele Optiker in der Industrie neue Gläser und Materialien. Auch Diplom-Ingenieure der Augenoptik arbeiten dort. Für sie bieten vier Fachhochschulen ein je sechssemestriges Studium an. «Die bestandene Gesellenprüfung ist neben der Fachhochschulreife oder dem Abitur Zugangsvoraussetzung», erläutert Ralf Michels von der Fachhochschule Aalen, an der das Studium angeboten wird. Die Absolventen, die das Studium in Zukunft mit dem Bachelor-Titel abschließen, sind formell den Meistern gleichgestellt. «Sie dürfen sich ebenfalls selbstständig machen», sagt Michels. Zu den Inhalten, die an den Hochschulen in Aalen, Berlin, Braunschweig-Wolfenbüttel und Jena gelehrt werden, gehören Physik, Chemie, allgemeine Optik, Humanbiologie und Betriebswirtschaftslehre. Der größte Teil der Absolventen eröffnet ein eigenes Geschäft oder arbeitet in einem Betrieb. «30 Prozent gehen in die Industrie oder in eine Klinik.» Dort arbeiten die Optiker in der Fertigungsüberwachung oder im Produktmanagement, ein Teil geht als Laboringenieur in die Forschung und Entwicklung. Wer den klassischen Weg geht, kann nach der Gesellenprüfung und zwei Jahren im Betrieb die Meisterprüfung in Angriff nehmen. Meister dürfen auch Kontaktlinsen anpassen. Doch ein Meisterbrief ist kein Garant für ein gut gehendes Geschäft. «Im Gegenteil: Im Moment machen sich viele junge Meister selbstständig, weil sie keinen Job finden.» Und das bedeutet laut Renken lange Tage und wenig Verdienst.
Automatenfachmann
Kinder plündern durch einen Fehler im System den Kaugummiautomaten, Erwachsene treten gegen einen Zigarettenautomaten, weil er die Glimmstängel nicht hergibt: Wenn es Probleme gibt, braucht es Experten, die mehr können, als nur die Waren aufzufüllen. Die Automatenbranche boomt, allerdings fehlte es bisher an Fachkräften, die mit der Technik hinter der Glasscheibe der Getränkemaschine oder des Spielautomaten umgehen können und gleichzeitig etwas von Kundenservice verstehen. Von diesem Jahr an gibt es dafür die Ausbildung zum Automatenfachmann oder zur Fachkraft für Automatenservice. Automaten, in die Münzen eingeworfen werden, gibt es fast überall. "Sie sind an vielen Stellen unseres täglichen Lebens gar nicht mehr wegzudenken", sagt Jörg Meurer, Geschäftsführer des Deutschen Automaten-Großhandels-Verbandes (DAGV) in Oberfell (Rheinland-Pfalz). "So unscheinbar sie ihre Dienste verrichten - in ihnen steckt komplexe Technik, die von einer ausgeklügelten Logistik im Hintergrund bedient wird." Bislang fehlte es dafür an qualifiziertem Personal. "Die Fachkraft für Automatenservice ist der Grundberuf, der Service an und um den Automaten herum", erläutert Petra Westpfahl vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn den neuen Beruf. Die Automatenexperten stellen die Maschinen auf, befüllen und entleeren sie und nehmen kleinere Reparaturen vor. Die Lehre in Betrieb und Berufsschule dauert zwei Jahre. Danach können die jungen Menschen zum Beispiel in Bereichen mit Getränke- und Verpflegungs-, Geld-, Bank-oder Ticketautomaten arbeiten. Wer nach den zwei Jahren noch weiter lernen möchte, kann sich mit einem Jahr mehr zum Automatenfachmann ausbilden lassen. Dabei gibt es zwei Richtungen: kaufmännisch und technisch, wobei sich die Azubis zwischen Qualifikationen wie Marketing, Personalwirtschaft oder Infomations- und Kommunikationstechnik entscheiden müssen. Anfangen kann grundsätzlich jeder, der mindestens einen Hauptschulabschluss mitbringt. Kommunikationsfähig sollten die Lernenden allerdings sein, sagt Harro Bunke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Automatenunternehmer (BA) in Berlin. Der Automatenfachmann müsse schließlich nicht nur die Maschinen auffüllen, sondern mit Kunden sprechen und Empfehlungen abgeben können. "Er soll den Aufsteller hinsichtlich der Anforderungen des Automaten beraten", sagt Bunke beispielsweise mit Blick auf eine komplexe Kaffeemaschine. Im Unterhaltungsbereich gelte es, auch Fragen von Spielgästen zur Bedienung von Flipper und Co. zu beantworten. "Das ist bewusst angelegt auf eine Dienstleistungs- und Servicefunktion." Jörg Meurer vom DAGV spricht beim Automatenfachmann sogar vom "stillen Helfer", der dazu beiträgt, "dass der Automat ge- und verkauft wird, die Technik stimmt, das Platzmarketing zentral gesteuert, die Logistik eingehalten wird und der Geldkreislauf sichergestellt ist". Seiner Ansicht nach sollten die künftigen Azubis gute Leistungen in Rechtschreibung und Mathematik mitbringen. "Führerschein ist von großem Vorteil, weil die Automaten nicht im Keller, sondern draußen stehen." Oft seien Spielregeln oder Bedienungsanleitungen in Englisch formuliert. Basiswissen in dieser Sprache erleichtere daher die Arbeit. Technisches Interesse bei Fragen wie "Wie kommt die Münze von da oben nach da unten, und warum habe ich jetzt ein Freispiel?" schade nicht. Zudem sind Meurer zufolge Ordnungsliebe und Sauberkeit am Arbeitsplatz sowie Verantwortungsbewusstsein gerade mit Blick auf die Bargeldgeschäfte wichtig. Für den Automatenfachmann mit kaufmännischem Profil gilt es, sich insbesondere auf die wirtschaftlichen Aspekte seines Jobs zu konzentrieren. Er kann nach der Lehre Verträge abschließen, Aufstellplätze akquirieren und Abrechnungen machen, sagt Bunke. Wer sich für die technische Richtung entschieden hat, befasst sich eher mit den Reparaturen der Maschinen. Der Bedarf an diesen Fachleuten ist Bunke zufolge hoch. "Die Automatenbranche ist eine zukunftsträchtige Branche mit Perspektiven." Dabei würden die Ausgebildeten nicht nur in Spielhallen und bei Zigarettenherstellern einen Job finden, sondern auch bei Verkehrsunternehmen, Parkhausbetrieben und Banken.
Internet:
Das Ausbildungsgehalt schwankt je nach Region (dpa)
Autoverkäufer
Das Auto ist bekanntlich der Deutschen liebstes Kind. Doch der Autoverkäufer, hat an dieser Wertschätzung keinen Anteil. Auf der Ranglistige vertrauenswürdiger Berufe landet er mit 17 Prozent auf einem der letzten Plätze, wie eine Studie belegte. Die Automobilbranche weiß um die Imageprobleme. «Auch in der Hierarchie der Berufe in den Autohäusern selbst standen die Verkäufer bislang ganz unten», sagt Ingo Meyer, Geschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn. Inzwischen versucht die Branche gegenzusteuern: Vor rund fünf Jahren wurde die Qualifikation zum Geprüften Automobilverkäufer ins Leben gerufen. Sie soll Standards bei der Ausbildung sicherstellen und damit das Ansehen der Berufsgruppe steigern. Schließlich gestalteten sich die Aufgaben eines Verkäufers heute viel anspruchsvoller, als dies die öffentliche Meinung widerspiegele, heißt es beim ZDK. Er sei Berater und Betreuer, Bedarfsermittler, Aquisitions- und Produktspezialist sowie Marktanalytiker. «Aber ein Image zu ändern, das dauert natürlich», so Meyer. Rund 9000 Junior- und Seniorverkäufer können sich inzwischen mit dem neuen Titel schmücken. Für Berufsneulinge dauert die Fortbildung mindestens sechs Monate, so die Vorgabe der Gütegemeinschaft, die aber einige Hersteller überbieten. Von Mercedes-Benz zum Beispiel werden acht, von BMW sogar neun Monate veranschlagt. Bis zur Einführung der Weiterbildung durfte sich jeder Autoverkäufer nennen. Mit der fachlichen Qualifikation hielt es jede Marke, wie sie wollte. Am ersten Prinzip hat sich grundsätzlich nichts geändert. Noch immer bedarf es keines speziellen Abschlusses, um Autos verkaufen zu können. «Der Beruf ist zu 80 Prozent eine Frage der Persönlichkeit», sagt Meyer. «Quereinsteiger haben deshalb eine Chance, manchmal auch der abgebrochene Student.» Allerdings hat laut Meyer die überwiegende Zahl der Verkäufer vorher eine einschlägige Berufsausbildung durchlaufen, etwa zum KfZ-Mechaniker. Zumindest mit der Beliebigkeit bei der Verkäufer-Fortbildung hat das neue Angebot aufgeräumt. Alle namhaften Hersteller und Importeure haben sich der Gütegemeinschaft angeschlossen. Durch Verträge mit den Händlern soll sichergestellt werden, dass ein bestimmter Anteil der Verkäufer die Prüfung abgelegt hat. «Wenn man in Zukunft noch irgendwo angestellt werden will, sollte man das Zertifikat besitzen», sagt Diana Kovacs, Verkäuferin beim Renault-Händler Berker in Werdohl im Sauerland. Die 24-Jährige hat das Programm vor kurzem durchlaufen, obwohl sie unter dem mäßigen Image ihres Berufsstandes persönlich nicht zu leiden hatte. «Das liegt aber auch daran, dass ich eine Frau bin, da überwiegt die Anerkennung.» Frauen sind bislang mit einem Anteil von rund sieben Prozent im Verkäufergewerbe deutlich unterepräsentiert. Für den theoretischen Teil der Fortbildung musste sich Diana Kovacs fünfmal zu Seminaren von jeweils einwöchiger Dauer nach Brühl begeben, wo Renault seinen Deutschlandsitz hat. Mindestens 20 Tage sind für das Verkaufstraining beim Hersteller reserviert. Die übrige, als Praxisphase gedachte, Zeit verbringt der angehende Verkäufer im Autohaus. Dorthin muss er sich zunächst auch mit seiner Bewerbung wenden. Allerdings überlassen nicht alle Hersteller den Händlern komplett die Auswahl. Wer etwa künftig zum Kreis der Mercedes-Verkäufer gehören möchte, muss zunächst ein Assessment Center in der Vertriebszentrale des Unternehmens bestehen. Zentrales Thema beim theoretischen Training ist die richtige Kundenansprache. «"Stimmt nicht" ist auf Einwände die falsche Reaktion», hat Diana Kovacs gelernt. Autoexperten fehle es oft an der psychologischen Einfühlung, so Verkaufstrainerin Petra Beh von der Deutschen Verkaufsleiter-Schule in München, die es in ihren Seminaren oft genug mit typischen Autoverkäufern zu tun hat: «Viele neigen dazu, ihre Kunden mit sinnlosen technischen Details zuzuschütten. Sie kennen sich sehr gut mit Technik aus, übersetzen das aber nicht für ihre Kunden.» Auch Diana Kovacs weiß, wie ein Auto von unten aussieht - sie hat zunächst eine Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin absolviert. «Aber ich habe schnell gemerkt, dass mir die Kommunikation mit den Kunden fehlt - außerdem war die Bezahlung zu niedrig.» Als Autoverkäuferin verdient sie zwar ein niedriges Fixum, das sich aber durch die Provision für ihre 20 bis 25 monatlich verkauften Fahrzeuge kräftig aufbessert. Ob sie durch die Fortbildung noch mehr Autos absetzt, wird die Zukunft zeigen. |
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