Ausbildungsberufe von A bis Z

Vom Abfallwirtschafter bis zum Zollbeamten - Über 200 Ausbildungsberufe im Porträt.

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Fachangestellter für Mediendienste

«Was willst du werden?» Das ist wohl mit die häufigste Frage, die angehende Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, kurz FaMi, zu hören bekommen. Der anerkannte Ausbildungsberuf ist bei vielen noch unbekannt.

«Ich bin eher durch Zufall auf den Beruf gekommen», sagt Jasan Baschir Vaziry aus Köln. Der Endzwanziger hatte bei einem Rundfunksender im Printarchiv gejobbt und ist dort zum ersten Mal mit den FaMis in Kontakt gekommen. Der Beruf gefiel ihm so gut, dass er sich einen Ausbildungsplatz in dem Bereich gesucht hat.

Suchen, finden, aufbereiten, archivieren, dokumentieren und zugänglich machen von Informationen - so könnte man die Hauptaufgaben eines FaMis beschreiben. Oder wie die Azubis in der Bibliothek der Humboldt-Universität in Berlin sagen: «Wir FaMIs lotsen die Nutzer durch den Informationsdschungel.» Den FaMi gibt es in verschiedenen Fachrichtungen wie Archiv, Bibliothek und Medizinische Dokumentation.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. In den ersten beiden Jahren lernen alle Azubis gemeinsam, wie Daten beschafft und erschlossen werden. Darüber hinaus werden sie mit den verschiedenen Informations- und Kommunikationssystemen vertraut gemacht. Im dritten Jahr werden dann die Besonderheiten in den einzelnen Fachgebieten gelehrt.

Voraussetzungen für den Beruf sind gute Allgemeinbildung, gute Deutschkenntnisse und eine gewisse Affinität zu Computern, sagt Jörg Meyer, Geschäftsführer von ComIn, einer Tochtergesellschaft des Berufsförderungszentrums Essen. Hinzu kommen fachspezifische oder auch ausbildungsplatzabhängige Voraussetzungen, wie Karin Freyer, FaMi-Ausbilderin an der Bibliothek der Humboldt-Universität, betont.

«Man sollte sich auf jeden Fall vorher überlegen, in welcher Fachrichtung man später arbeiten möchte», sagt Hans-Joachim Mesters vom Berufsinformationszentrum in Ulm. Zwar sei ein Wechsel später möglich, aber die Anforderungen seien doch sehr unterschiedlich. So lernen diejenigen, die sich für die Medizinische Dokumentation entschieden haben, wie sensible Patientendaten verschlüsselt werden. In den Bibliotheken müssen sich die Azubis eher um die Bestandspflege und Verschlagwortung der einzelnen Bücher kümmern.

Zwar reicht ein qualifizierter Hauptschulabschluss, die meisten Azubis haben aber einen Realschulabschluss oder sogar das Abi in der Tasche. Karin Freyer von der Humboldt-Universität sieht gute Chancen für ihre fünf Azubis - auch wenn die Übernahmechancen im öffentlichen Dienst nicht gerade rosig aussehen. In der Privatwirtschaft lässt sich ihrer Ansicht nach schon etwas finden.

Hans-Joachim Mesters vom BIZ in Ulm ist da etwas skeptischer: FaMis seien zwar flexibel einsetzbar, aber es sei «eben kein Beruf, wo es 100 000 Stellen gibt». Im privaten Bereich, etwa bei großen Rundfunkanstalten oder Bildagenturen oder auch in Krankenhäusern, bestehe durchaus Bedarf nach den Recherche- und Datenbankexperten. «Man muss aber schon regional flexibel sein.» Und so werden FaMis gerne auch anderweitig eingesetzt. Jasan Baschir Vaziry etwa arbeitet drei Monate nach Ende seiner Ausbildung beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) immer noch dort - mittlerweile allerdings in der Pressestelle.

Informationen zum Ausbildungsberuf: Arbeitsagentur

(dpa/tmn)

Fachinformatiker

C++, Visual Basic, Java oder Pascal - bei Fachinformatikern für Anwendungsgebiete sind diese Programmiersprachen das ABC ihrer Tätigkeit.

Lange waren sie verschrien als eigenbrötlerische Spezialisten, die erst nach wochenlanger Arbeit an komplexen Zahlenkombination wieder hinter ihrem Computer auftauchen. Heute sind Fachinformatiker Serviceleister vor Ort, die direkt mit dem Kunden zusammenarbeiten. Ob in Krankenhäusern, bei Versicherungen oder in IT-Unternehmen - der Fachinformatiker wird in nahezu allen Branchen gebraucht.

«Es ist eine anspruchsvolle, auf keinen Fall eine Routinetätigkeit», erzählt Hans Borch vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. «Neben der technischen Seite hat dieser Beruf sehr starke soziale Bezüge. Man muss mit Menschen umgehen können.»

Fachinformatiker setzen der Agentur für Arbeit in Riesa (Sachsen) zufolge Softwareanwendungen kundenspezifisch um: «In der Ausbildung lernen sie, wie man Programme für bestimmte Anwendungen schreibt, Datenbanken programmiert und welche Arten von marktgängiger Software es überhaupt gibt», erklärt Agenturmitarbeiter Thomas Proschwitz. Dabei stehe das Planen und Realisieren von Software-Lösungen für bestimmte Branchen im Mittelpunkt.

«Das Programmieren ist nur eine Facette des Berufs», sagt BIBB-Mitarbeiter Borch. «Fachinformatiker müssen auf den Benutzer eingehen können.» Sind spezifische Software-Lösungen für den Kunden gefunden, müssen Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Programmen geschult werden.

Ob kaufmännisches, technisches, mathematisch-wissenschaftliches oder multimediales Verständnis - die Voraussetzungen an Fachinformatiker sind hoch. «Sie müssen mit Algorithmen und Entwicklungswerkzeugen umgehen können», sagt Stephan Pfisterer vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin.

«Logisches Denken, mathematisches Grundverständnis, aber auch Englisch sind wichtig.» Abitur ist dem Arbeitsmarkt- und Bildungsexperten zufolge nicht zwingend erforderlich, erhöhe aber die Chancen auf eine Lehrstelle.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Abiturienten können bei guten Zwischenzeugnissen auf Antrag auch verkürzen. Die praktische Ausbildung wird mit meist blockweisem Unterricht an der Berufsschule kombiniert. Ein Lehrling verdient nach Angaben des BIBB im ersten Ausbildungsjahr zwischen 592 Euro (Ostdeutschland) und 669 Euro (Westdeutschland). Im dritten Lehrjahr liege das Gehalt zwischen 707 und 782 Euro. Angestellte können nach Tarif zwischen 1878 und bis 2356 Euro brutto im Monat verdienen.

Dem Irrglauben, der Fachinformatiker sei nur ein Beruf für Männer, widersprechen die Experten. «Vom Tätigkeitsprofil eignet er sich exzellent für Frauen», meint Pfisterer. Dennoch sind nach Angaben des BIBB nur rund zehn Prozent aller Lehrstellen mit weiblichen IT-Spezialisten besetzt.

(dpa/gms)

Fachkraft für Möbelservice

Mitarbeiter von Umzugsspeditionen müssen nicht viel schleppen, sondern auch Schreiner-, Elektriker- und Installationsaufgaben übernehmen. Das erklärt Elmo Keller, Geschäftsführer des Bundesverbandes Mittelständischer Küchenfachhandel in Düsseldorf.

So müssen Einbauküchen aufgebaut sowie Herd und Waschmaschine angeschlossen werden. «Zum Beispiel werden die Lichtanlagen in Schlaf- und Wohnzimmerschränken immer komplizierter», sagt Keller. Einen Ausbildungsberuf, der all diese Erfordernisse abdeckt, gab es bislang nicht. Die Speditionen behalfen sich beispielsweise mit Schreinern, die eine Fortbildung zum Elektrofachmann absolviert hatten. Das ändert sich jetzt: In diesem Herbst startet erstmals die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Die Lehre, die nun in eine fünfjährige Erprobungsphase geht, vermittelt freilich noch einiges mehr als das genannte handwerkliche Können - unter anderem EDV-Kenntnisse, Logistikkompetenz und Fachwissen zu etlichen Materialien.

Carl Domberger bildet in seinen beiden Möbelspeditionen in Augsburg zwei junge Männer in dem neuen Beruf aus. «Die fangen erst mal im Büro an, damit sie die Abläufe in einer Spedition kennen lernen», erklärt Domberger. Nach ein paar Wochen werden die Azubis mit zu Kunden fahren, erst zu Beratungsgesprächen, und dann, um mit anzupacken.

Zur Ausbildung gehört auch Logistikarbeit im Lager. Deswegen hat Domberger bei der Auswahl seiner Kandidaten darauf geachtet, dass sie nicht nur Freude an handwerklicher Arbeit haben, sondern auch dem Computer gegenüber aufgeschlossen sind. «Die jungen Leute sollten eine große Bereitschaft zu Mobilität mitbringen und keine Kontaktschwierigkeiten haben», sagt Dierk Hochgesang, Sprecher des Bundesverbandes Möbelspedition AMÖ in Hattersheim am Main.

Zum Einsatz kommen die Fachkräfte nicht nur bei Speditionen: Auch in der Möbelindustrie, wo sie beispielsweise Ausstellungen in Fachhäusern aufbauen, und vor allem im Einrichtungsfachhandel ist eine entsprechende Ausbildung gefragt. «Der Kunde im Küchenfachladen erwartet außer einer eingehenden Beratung ja auch, dass die Küche aufgebaut wird», erläutert Elmo Keller vom Küchenfachhandelsverband.

Je nachdem, welchen Betrieb sich der Auszubildende sucht, spezialisiert er sich auf eine Branche. Allerdings sollte ein späterer Wechsel etwa von einer Spedition in einen Möbelfachhandel kein Problem sein, betont Dierk Hochgesang vom AMÖ: «Die Grundlagen sind alle dieselben.» Zudem geht Hochgesang davon aus, dass die Firmen, die sich an einen vorgegebenen Rahmenlehrplan halten müssen, überbetrieblich ausbilden werden. «Der Möbelhandel wird die Leute auch zum Küchenfachhandel und in Speditionen schicken und umgekehrt.»

Wie genau die geforderten Lehr- und Ausbildungsinhalte von den Berufsschulen mit Leben angefüllt werden, muss sich noch herausstellen. «Leider sind sie vielfach auf die Schnelle nicht in der Lage gewesen, entsprechende Schulklassen anzubieten», sagt Keller. In den meisten Bundesländern gibt es höchstens zwei Einrichtungen, zu denen die Azubis teils mehrere hundert Kilometer weit anreisen müssen. Deswegen bieten die Schulen in der Regel einen mehrwöchigen Blockunterricht an.

Auch die Auszubildenden von Carl Domberger in Augsburg werden mehrmals jährlich zum Blockunterricht ins gut 200 Kilometer entfernte Würzburg reisen müssen. «Zum Glück gibt es dort eine günstige Schülerunterkunft, die nur ein paar Euro pro Tag kostet», sagt Domberger, der Fahrt- und Unterkunftskosten für die Auszubildenden stellt.

Viel verdienen angehende Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice ohnehin nicht. Ihr Gehalt richtet sich nach den jeweils geltenden Einzelhandelstarifen und beträgt nach Aussage von Keller beispielsweise in Baden-Württemberg rund 600 Euro brutto im ersten Lehrjahr, 660 im zweiten und 760 Euro im dritten.

Der Beruf habe aber Zukunft, ist AMÖ-Sprecher Hochgesang sicher: «Menschen werden immer Möbel brauchen und umziehen.» Interessenten können bei der Industrie- und Handelskammer vor Ort erfahren, welche Firmen die Ausbildung anbieten. «Oder sie fragen direkt bei einem Betrieb ihrer Wahl an», rät Hochgesang.

www.fmku.de

Fachverkäufer

Einfach belegte Wurst- oder Käsebrötchen nehmen auch immer mehr Raum ein. «Es wird viel mehr außer Haus gegessen», erläutert Matthias Wiemers vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks in Berlin.

Entsprechend haben sich auch die Aufgaben für das Verkaufspersonal erweitert. Die Ausbildung von Fachverkäufern zielt jetzt verstärkt auf die Zubereitung von Snacks ab.

Seit diesem Herbst gilt eine neue Ausbildungsordnung für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk - früher Nahrungsmittelhandwerk -, die es in den drei Schwerpunkten Bäckerei, Konditorei und Fleischerei gibt. Seit die bislang geltende vor rund 20 Jahren verabschiedet wurde, haben sich die Anforderungen an das Personal in einigen Bereichen geändert. Das betrifft das Marketing, die Hygiene - und vor allem die Zubereitung von Speisen.

«Es wird jetzt auch in der Küche ausgebildet», sagt Karin Rößler, Vorsitzende des Prüfungsausschusses für Fachverkäufer in Unterfranken. «Sie müssen Salate herrichten, außerdem kleine Speisen wie Omelettes und Toasts oder Süßspeisen, und alles fachgerecht servieren.» Die Zubereitung von Suppen und Bratenstücken oder Frikadellen steht außerdem bei den Fleischereiverkäufern auf dem Lehrplan, wie Eugen Nagel, Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbands in Frankfurt/Main, ergänzt.

Karin Rößler weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Snack-Geschäft geworden ist, denn sie ist auch Seniorchefin in der Konditorei Beer in Nürnberg. «Wir erweitern das Angebot von Jahr zu Jahr», sagt sie. «Der Trend der letzten Jahre ist außerdem, dass die Kunden stark auf die Optik reagieren.» So gehört auch die Kunst des Dekorierens zur Ausbildung, sei es von Buffetplatten, Theken oder Schaufenstern. Speziell Konditoreiverkäuferinnen lernen außerdem das ansprechende Verpacken von Pralinen und Geschenkartikeln.

Einen erhöhten Stellenwert nehmen schon bei der Ausbildung Marketingstrategien ein, wie Wiemers erläutert. «Es kommt immer mehr darauf an, die Ware professionell zu verkaufen.» Sache der Mitarbeiter im Laden sei es deswegen auch, sich abzeichnende Trends an die Backstube weiterzugeben - der Stellenwert von Teamarbeit steige deshalb.

Hauptaufgabe des Fachpersonals ist allerdings noch immer das Verkaufen. Deshalb betont Eugen Nagel, der beim Fleischerverband auch für die Ausbildung zuständig ist, dass Interessenten Freude am Umgang mit Menschen haben sollten. Eine weitere Voraussetzung: «Die Kandidaten müssen gewissenhaft sein, da sie mit sensiblen Lebensmitteln umgehen. Dazu gehört auch die persönliche Hygiene.» Das Kapitel Lebensmittelhygiene sowie die richtige Lagerung und Qualitätsprüfung der Ware sei in der neuen Ausbildungsordnung erheblich ausgeweitet worden.

Fleischereiverkäufer müssen außerdem Kunden nicht nur bei Fleisch- und Wurstwahl beraten können, sondern ihnen auch den ein oder anderen Kochtipp geben - zum Beispiel, dass ein Braten bei niedriger Temperatur besonders saftig bleibt. «Im Prinzip lernen die Damen und Herren auch kochen, wenn teilweise auch theoretisch», sagt Nagel. Kundenberatung nimmt auch in Bäckerei und Konditorei einen immer größeren Stellenwert ein, vor allem was das Themenspektrum Inhaltsstoffe und Allergien betrifft. Die Ausbildung zum Fachverkäufer dauert in der Regel drei Jahre. Als Betriebe kommen außer Bäckereien, Konditoreien und Fleischereien auch Einzelhandelsgeschäfte mit einer Fleisch- oder Brot- und Kuchentheke in Frage. Unabhängig vom gewählten Schwerpunkt besuchen die Auszubildenden gemeinsam die Berufsschule. Ein späterer Wechsel sollte also ohne Probleme möglich sein.

Für fertige Lehrlinge kommt nicht nur der Verkauf in Frage: Eugen Nagel hat die Erfahrung gemacht, dass viele Fleischer-Fachverkäufer auch in den Cateringbereich oder in die Küche - etwa als Kaltmamsell - wechseln. «Wer will, kann auch Koch werden mit auf eineinhalb Jahren verkürzter Lehrzeit.» Auch Fortbildungen stehen den Fachverkäufern offen, wie Wiemers betont, etwa zum Verkaufsleiter einer Filiale. Oder ein weiterführendes Studium an einer Fachhochschule, etwa in Ökotrophologie oder Lebensmittelchemie.

www.bibb.de/de/20716.htm, www.baeckerhandwerk.de, www.fleischerhandwerk.de

Facility Manager

Grundstücke, Anlagen, Gebäude und Infrastruktureinrichtungen sind für viele große Firmen ein Teil ihres Kapitals. Damit diese Liegenschaften optimal genutzt werden können, kümmern sich Facility Manager um Planung, Bewirtschaftung und schließlich auch den Abriss von Gebäuden. Facility Management (FM) habe die gewinnoptimierende Bewirtschaftung einer Anlage zum Ziel, erläutert Hartmut Zehrer, Vorstandsmitglied beim Deutschen Verband für Facility Management (GEFMA) in Bonn.
Facility Manager sind etwa für Betrieb und Instandhaltung von Immobilien und deren Ausstattungen zuständig. Sie kümmern sich um Technik, Organisation und Finanzen, kennen sich bei Mieten und Versicherungen aus und wissen, wie sie Inventar und Sicherheitsdienste beschaffen.

Große Unternehmen, denen Grundstücke und Gebäude gehören, können Arbeitgeber für Facility Manager sein. "Prinzipiell braucht jede Organisation einen Facility Manager", sagt Paul Stadlöder, Sprecher der International Facility Management Association Deutschland (IFMA) in München. Interessant werde es allerdings erst ab einer Größenordnung von 100 Mitarbeitern, "dann sind rund 5000 Quadratmeter Fläche zu bewirtschaften". Die damit verbunden Kosten erreichten bereits eine beachtliche Größenordnung, die den Einsatz eines Fachmanns notwendig machen.

"Gezielt werden zur Zeit FM-Abteilungen im Bereich Banken und Versicherungen, aber auch in der Industrie aufgebaut und besetzt", sagt Stadlöder. Im Gesundheitswesen sei die Anstellung dieser Grund-und Gebäudespezialisten ebenfalls in der Entwicklung.

In der Regel kommen die Experten für Facility Management aus Fachrichtungen wie Bauingenieurwesen, Versorgungstechnik oder Architektur, sagt Stadlöder. "Zunehmend erobern die Abgänger von Facility-Management-Studiengängen die Hierarchie." Sie studieren nach Ansicht von Experten mit guten Berufsaussichten.

Die Wege in den Job sind vielfältig: "Durch ein Studium, durch gezielte Weiterbildung, durch Zufall oder durch learning by doing", sagt Stadlöder. Aus- und Weiterbildungen werden auch von den Industrie- und Handelskammern sowie dem Handwerk und anderen Bildungsträgern angeboten - sie alle orientieren sich an Konzepten, die die GEFMA erarbeitet hat.

Schwerpunkte für das Studium können im kaufmännischen oder im technischen Bereich liegen. Ein gutes Dutzend Fachhochschulen bieten den eigenständigen Studiengang "Facility Management" an. So ist etwa das Studium an der Fachhochschule (FH) Gelsenkirchen aus dem Studiengang Versorgungstechnik hervorgegangen. Zudem spielen die Wirtschaftswissenschaften eine große Rolle bei der Ausbildung.

"Die Seele des Gebäudes sein und sein Dompteur" - dazu will die Ruhrgebiets-FH die Studierenden ausbilden. Dazu eignen sie sich im Grundstudium Wissen in Mathematik, Informatik, Bau- und Elektrotechnik sowie in Wirtschaft, Recht und Projektmanagement an. Im Hauptstudium kommen Fächer wie technische Gebäudeausrüstung, Planung und Bewirtschaftung von Liegenschaften, Finanzierung und Controlling hinzu. Ein Praxissemester ist ebenfalls vorgesehen.

Stadlöder rät, beim Studium "auf eine ausgewogenen Mischung aus Theorie und Praxis" zu achten. Internationalität werde immer wichtiger, sie spiele jedoch in den Studiengängen eher am Rande eine Rolle. "Manche Hochschulen kooperieren bereits mit ausländischen Hochschulen, richtig international ist diese Ausbildung in der Regel aber nicht."

Technisches Gebäudemanagement bieten in Berlin sowohl die Technische Fachhochschule und die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft an. Den Schwerpunkt im Kaufmännischen haben die Studiengänge "Betriebswirtschaft für Bau und Immobilien" an der FH Biberach, "Immobilienwirtschaft" an der Stuttgarter Universität, der Hochschule Anhalt und der FH Nürtingen. An der Bauhaus-Universität in Weimar gibt es das Fach "Management für Bau, Immobilien und Infrastruktur". Die Fachhochschulen Gießen-Friedberg und Albstadt-Sigmaringen bieten zudem Wirtschaftsingenieuren die Möglichkeit, sich auf "Facility Management" zu spezialisieren.

Auf dem Absolventenmarkt tummeln sich Spezialisten für bestimmte Fachrichtungen und Generalisten, die sich - je nach Aufgabe - ein Team aus Spezialisten engagieren. Laut Stadlöder wird die Frauenquote immer höher, "da der Umgang mit Menschen im Facility Management eine große Rolle spielt".

Informationen:
Deutscher Verband für Facility Management (GEFMA)
Dottendorfer Straße 86
53129 Bonn
Tel.: 0228/23 03 74
Internet: www.gefma.de
Fahrdienstleiter

Der weiße ICE steht neben einem roten Regionalexpress. Auf einem leeren Gleis fährt der Nachtzug aus Wien ein. Ein paar Schienenstränge weiter holt eine Lok eine rote Garnitur des Nahverkehrs ab, um sie in den einige Kilometer entfernten Bahnhof zu schieben. All diese Bewegungen steuert André Stender an einem Pult. Sein Beruf ist Fahrdienstleiter.

Sein Arbeitsplatz liegt in der obersten Etage eines mehrgeschossigen Betriebsgebäudes der Deutschen Bahn (DB) im größten Reisezugbildungsbahnhof Europas am Stadtrand von Hamburg. Stender überwacht Zugbewegungen auf mehr als 200 Gleisen. Dazu kommt der Regelverkehr auf der Nordstrecke zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Dänemark. "Dieser Beruf erfordert höchste Konzentration", sagt der 29-Jährige und gibt einem Güterzug elektronisch ein grünes Signal für die Fahrt in südliche Richtung.

Für die Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg (EiB/F) zu absolvieren, brauchen Bewerber einen guten Realschulabschluss. "Und mindestens die Note Befriedigend in Deutsch, Mathe und Englisch", erklärt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. "Die Ausbildungsdauer beträgt zweieinhalb Jahre."

Die Spezialisten in den fast 4500 Stellwerken in Deutschland vergleichen ihre Tätigkeit gern mit der von Fluglotsen. Wie diese für den Luftraum zuständig sind, sorgen Fahrdienstleiter für den pünktlichen, reibungslosen und sicheren Zugbetrieb im Schienenverkehr. "Es ist kein Job mit Routine, jeden Moment muss man sich auf eine neue Situation einstellen", erklärt Bahnbetriebsbezirksleiter Uwe Koop.

Seit fünf Jahren arbeitet Stender in Stellwerken. Sein Hobby Modelleisenbahn weckte das Interesse für diesen Beruf, und er bewarb sich um einen Ausbildungsplatz. Er lernte die Grundlagen des Eisenbahnbetriebs kennen, darunter Signalkunde, das Zusammenstellen von Zügen, Rangieren, Stellwerks-Technologien, Fahrzeugtechnik und vieles mehr. Die Schulung ist auch darauf ausgerichtet, bei besonderen Vorkommnissen wie einer plötzlichen Baustelle auf der Bahnstrecke entsprechend zu disponieren.

Zur Theorie kam schnell der Einsatz in der Praxis. Stender lernte, wie man im Stellwerk auch in außergewöhnlichen Situationen den Bahnbetrieb steuert. Während in früheren Jahrzehnten in den mechanischen Stellwerken noch Muskelkraft zum Bewegen der Signale nötig war, gibt der Bahnlotse seine Anweisungen heute fast nur noch mit elektronischen Geräten.

"Die Ausbildungsvergütung für einen EiB/F beträgt zur Zeit im ersten Jahr 670 Euro monatlich, im zweiten Jahr 730 und im dritten Jahr 780 Euro", sagt Sabine Brunkhorst. Vom zweiten Ausbildungsjahr an kann der Azubi je nach Einsatz außerdem Zulagen erhalten. Die Prüfung zum Fahrdienstleiter muss dann vor der jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt werden.

"Das monatliche Bruttoentgelt beim Einstieg in den Beruf liegt bei rund 1900 Euro", so die Bahnsprecherin. "Je nach Berufserfahrung und Qualifikation sind Steigerungen auf bis zu rund 2900 Euro möglich." Außerdem werden Weihnachtsgeld in Höhe von rund einem Monatsgehalt und Urlaubsgeld gezahlt.

Auf dem 34 000 Kilometer langen Netz der Deutschen Bahn sind täglich etwa 27 000 Personenzüge und 5400 Güterzüge unterwegs. Stender ist einer von 12 300 Fahrdienstleitern, die in Teamarbeit mit anderen Eisenbahnern diesen Verkehr rund um die Uhr steuern. Das bedeutet regelmäßig Schichtdienst. Diesen versehen auch die Zuglotsen, die bei anderen Netzbetreibern wie den privaten oder kommunalen Gesellschaften arbeiten. Diese bilden auch aus.

"Arbeitszeiten in der Nacht und an Wochenenden sind die Regel", sagt Stender. "Auch an Weihnachten und Neujahr, wenn andere feiern, müssen die Stellwerke einen reibungslosen Betrieb auf dem Streckennetz garantieren." Insgesamt beträgt die Wochenarbeitszeit 40 Stunden. Die Schichten können unterschiedlich lang sein - am längsten sonntags mit zwölf Stunden. "Dann ist aber im Vergleich zu Wochentagen auch etwas weniger Betrieb", sagt Uwe Koop.

Die Karriere eines Fahrdienstleiters muss nicht am Steuerpult eines Stellwerks enden. Bei entsprechend guten Leistungen gibt es Aufstiegsmöglichkeiten. "Beispielsweise eine Weiterbildung zum Fachwirt für den Bahnbetrieb", erklärt Brunkhorst. "Abiturienten haben die Möglichkeit einen dualen Studiengang zum Bachelor of Engineering Bahnbetrieb und Infrastruktur zu absolvieren."

www.db.de/konzern
oder www.db.de/schueler

(dpa)

Feinwerkmechaniker

Die Ansprüche sind hoch: Feinwerkmechaniker arbeiten mit höchster Präzision, haben in der Ausbildung ein breites Spektrum an Fertigkeiten erworben und müssen ihre Kenntnisse ständig dem neuesten Stand der Technik anpassen.


Die Aufgaben und Tätigkeiten sind vielfältig. Dazu gehört das Fertigen und Montieren von Bauteilen für Maschinen und feinmechanische Präzisionsgeräte. Außerdem stellen Feinwerkmechaniker Stanzwerkzeugen oder Stahlformen her und planen Arbeitsabläufe und den Umgang mit unterschiedlichen Messwerkzeugen.


Ein Grund für diese Vielfältigkeit ist, dass der Ausbildungsberuf in seiner heutigen Form aus einer Kombination mehrerer anderer Berufe entstanden ist. «2002 wurden der Maschinenbauer, der Werkzeugmacher, der Feinmechaniker sowie der Dreher zum Feinwerkmechaniker zusammengelegt», sagt Alfred Sieberg, Betreuer der Fachgruppe Feinwerkmechaniker beim Bundesverband Metall (BVM) in Essen. Mehr als 80 Prozent der Ausbildungsinhalte seien deckungsgleich gewesen, die Grenzen zwischen den Berufen fließender und die Übergänge breiter geworden, nennt Sieberg den wichtigsten Anlass für die Neuregelung.


Obwohl der Feinwerkmechaniker damit ein junger Ausbildungsberuf ist, reichen seine Ursprünge bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. In der Geschichte des Berufes, die das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) verfolgt hat, gehören zu den Vorläufern des Feinwerkmechanikers der Mechaniker, der Maschinenbauer oder der Feilenhauer. Letzterer etwa wurde laut BIBB erstmals 1934 als Gewerbe aufgeführt und 1953 dem Werkzeugmacher, einem weiteren Ahnen des Feinwerkmechanikers, zugeordnet.


Der Feinwerkmechaniker wird als Ausbildung im Handwerk mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Feinmechanik und Werkzeugbau angeboten. Die Spezialisierung auf einen der drei Schwerpunkte während der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Gesellen sei kein Hindernis bei der Wahl des späteren Arbeitgebers, meint Alfred Sieberg vom BVM. «Ich muss mir nicht einen speziellen Betrieb nach meiner Ausrichtung suchen», sagt er, «ich muss mich vielleicht in eine neue Maschine einarbeiten oder eventuell einen Fortbildungskurs absolvieren.»


Wer eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker anstrebt, der sollte auf jeden Fall handwerkliche Präzisionsarbeit und den Umgang mit hoch entwickelten technischen Geräten schätzen, empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Durchschnittliche Auffassungs- und Bearbeitungsgeschwindigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen sowie gutes technisches Verständnis gehörten zu den Fähigkeiten, die der Lehrling mitbringen sollte. Die Kenntnisse in Mathematik und Physik sollten mindestens durchschnittlich gut sein. «Ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss ist empfehlenswert», sagt Sieberg.


Eine Besonderheit in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker ist die «gestreckte Abschlussprüfung»: Die Lehrlinge müssen vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung absolvieren, die als erster Teil der Gesellenprüfung gilt und 30 Prozent des Gesamtergebnisses ausmacht. Nach der neuen Handwerksordnung, die seit diesem Jahr gilt, können sich Feinwerkmechaniker nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung oder sechsjähriger Gesellenzeit - davon vier Jahre in leitender Stellung - im zulassungspflichtigen Feinmechanikerhandwerk selbstständig machen.


Der Verdienst in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker schwankt von Bundesland zu Bundesland. Im Jahr 2003 betrug dem BIBB zufolge die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat in den alten Bundesländern zwischen 448 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 606 Euro im vierten Ausbildungsjahr. In Ostdeutschland habe die Spanne bei 323 Euro bis 454 Euro gelegen.


Die Perspektiven für Feinwerkmechaniker auf dem Arbeitsmarkt schätzt BVM-Experte Sieberg hoch ein: «Mit einem guten Abschluss dürfte es keine Schwierigkeiten geben, eine passende Stelle zu finden, egal ob in Handwerk oder Industrie», sagt er. Bislang sei der Feinwerkmechaniker bedauerlicherweise ein typisch männlicher Beruf. Dabei werde nur in seltenen Fällen körperlich schwer gearbeitet.


«Es ist ein Beruf, der schwer zu vermitteln ist, weil er nicht stark in der Öffentlichkeit steht», meint Sieberg. Wer zum Beispiel Maschinen herstellt, die wiederum Deckel für Zahnpastatuben produzierten, arbeite mehr im Hintergrund als ein Automechaniker: «Es gibt keine tägliche Außenwerbung.»
Feuerwehrmann

Feuerwehrleute gelten oft als Helden. Jedes Kind kennt das rote Feuerwehrauto und das Martinshorn. Entsprechend hoch ist das Prestige der Einsatzkräfte: Sie haben den Beruf mit dem höchsten Ansehen in Deutschland. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes ergeben. Der Job ist aber kein Kinderspiel - denn beim Einsatz geht es oft genug um Leben und Tod. "Feuerwehrleute müssen Allrounder sein", sagt Ludwig Geiger, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin. Für Heldentum haben die meisten Feuerwehrleute wenig übrig: Sie sehen sich eher als Helfer und Dienstleister. Auf die Leiter krabbeln und "Wasser marsch" rufen - so einfach sind viele Einsätze leider nicht. "Wir werden mit Leid, Tod und Elend konfrontiert", gibt Ausbilder Peter Sommer von der Berliner Feuerwehr zu bedenken. Die meisten Einsätze seien Rettungsdienste. Deutlich seltener geht es darum, Brände zu löschen, Wasser aus Kellern zu pumpen oder sich um Unfälle zu kümmern. Arbeit gibt es bei Berufs- und Werkfeuerwehren. Aber auch Aufsichtsbehörden und Feuerwehrschulen beschäftigen hauptamtlich Feuerwehrleute. Die meisten arbeiten etwa als "Truppmann" oder Sachbearbeiter im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, die Chefs kleinerer Dienststellen und Einsatzleiter im gehobenen Dienst. Im höheren Dienst sind etwa Amts- und Referatsleiter tätig. Der Beruf ist eine Männerdomäne. Frauen müssen bei den anstrengenden Einsätzen mithalten können. "Ich sollte genauso fit sein wie die Kollegen", sagt Susanne Klatt, Vorsitzende des Netzwerkes Feuerwehrfrauen in Dortmund. Der Vorsatz "Ich will Feuerwehrmann werden!", wie man ihn vom kleinen Drache Grisu aus dem Trickfilm kennt, geht nicht immer in Erfüllung. Der obligatorische Sporttest beendet das Rennen für viele Kandidaten. Bewerber müssen bei den Aufnahmeprüfungen Autoreifen wechseln, auf 30 Meter hohe Drehleitern klettern oder eine schwere Übungspuppe per Krankentrage transportieren. Für höhere Laufbahnen können Vorträge gefordert sein oder Assessment-Center eingesetzt werden. Außerdem müssen Bewerber zur amtsärztlichen Untersuchung. Gute Blutwerte sind dabei ebenso wichtig wie das Belastungs-EKG. Die formalen Voraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich. Ein Abschluss als Rettungssanitäter oder im Handwerk ist für den mittleren Dienst gern gesehen. Ein Studium in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung braucht es für den gehobenen und höheren Dienst. Die Ausbildung dauert 18 bis 24 Monate. Zu Beginn erhalten angehende Feuerwehrleute zwischen 820 Euro und 1100 Euro. Danach ist die Anstellung nicht sicher, denn die Berufsfeuerwehren bilden zunehmend nach Bedarf aus, erläutert Ludwig Geiger. Einheitlich geregelt ist das Gehalt der Feuerwehrbeamten: Es gelten die jeweiligen Tarifverträge. Trotz 24-Stunden-Schichten und einer 48-Stundenwoche inklusive Bereitschaftszeiten schätzt Susanne Klatt den Beruf als familienfreundlich ein. "Nach einer Schicht sind meist zwei Tage frei." Auch Teilzeitarbeit ist möglich. Sie würde den Beruf wieder wählen. Ein Grund dafür sei, dass die Arbeit immer abwechslungsreich bleibt: "Kein Einsatz ist wie der andere."

Informationen zum Ausbildungsberuf: Deutscher Feuerwehrverband

Feuerwehr ist Männersache

Bei der Feuerwehr gibt es bislang nur wenige Frauen: Ihr Anteil bei der Berufsfeuerwehr beträgt 1,28 Prozent, wie das Netzwerk Feuerwehrfrauen errechnet hat. 550 Frauen arbeiten hauptamtlich in dem Beruf. Bundesweit haben die Feuerwehren in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Mitglieder. Rund 100 Städte haben laut dem Deutschen Feuerwehrverband in Berlin eine Berufsfeuerwehr mit insgesamt 27 600 Kräften. Dazu kommen rund 30 000 Mitarbeiter privater Feuerwehren und mehr als eine Million freiwillige Feuerwehrleute. (dpa)

Figurentheaterspieler

Wenn der Rabe Rudi in der Fernsehserie «Siebenstein» auftritt, erweckt ihn Werner Knoedgen nicht nur zum Leben. Er leiht ihm auch die Stimme.

Jenseits des Bildschirms spricht Knoedgen regelmäßig zu einer handverlesenen Zahl Studenten - als Leiter des Studiengangs Figurentheater an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Außer in Stuttgart wird dieses Fach nur noch an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin gelehrt.

Der Zufall hat Knoedgen zu seinem Beruf und damit auch zum Raben Rudi geführt: «Ich habe gern Theater gemacht und dann Puppentheater gespielt, um Geld während des Studiums zu verdienen.» Seither fasziniert ihn die Ausdruckskraft der Puppen. «Mit unseren Mitteln können wir viel weiter gehen als Schauspieler», sagt Knoedgen. «Wenn die Mimik nicht mehr da ist, wird alles aus der Körpersprache gearbeitet - und die wirkt viel stärker, als wenn jemand sein Gesicht verzieht.»

Die Berliner Figurenspielerin Ute Kahmann teilt diese Begeisterung: «Erwachsene lassen sich genauso gern darauf ein wie Kinder», sagt die Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Puppentheater (VDP), einem Zusammenschluss von etwa 120 Ensemble-Theatern und Solisten. Voraussetzung für eine Anstellung an einem renommierten Puppentheater ist in der Regel ein Studium an einer der beiden Hochschulen. Dafür erforderlich ist das Abitur und das Bestehen der Aufnahmeprüfung.

Um 14 Plätze in Berlin konkurrieren 80 bis 100 Kandidaten, zwischen 15 und 30 Bewerber pro Jahr um die fünf Ausbildungsplätze in Stuttgart. Nach einem ersten Test geht es dort in einem ganztägigen Workshop um den Nachweis der Ausbildbarkeit. Dabei werde vor allem auf die Begabung zur «instrumentalen Darstellung» geachtet, erläutert Knoedgen - also auf die Fähigkeit, Dinge zum Leben zu erwecken, um damit Theater zu spielen.

Zum Studieninhalt zählen Fächer wie Materialtraining, Pantomime, Sprechen, Dramaturgie und Lichttechnik. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Während die Studenten in Stuttgart seit dem vergangenen Wintersemester zunächst einen Bachelor ablegen, gibt es an der Hochschule Ernst Busch in Berlin den Abschluss als Diplom-Puppenspieler. Allgemein zugängliche Puppenspielkurse bietet das Figurentheater-Kolleg in Bochum an.

Ein vergleichsweise neues Arbeitsfeld ist die Tätigkeit als Ausbilder von therapeutischen Puppenspielern. Vor allem bei der Therapie von Kindern oder Süchtigen komme das Figurenspiel zum Einsatz, sagt der Ergotherapeut Uwe Hilterhaus-Kunkel aus Havixbeck in Nordrhein-Westfalen von der Deutschen Gesellschaft für therapeutisches Puppenspiel (DGTP).

Menschen, die es nie oder noch nicht gelernt haben, ihre Gefühle in Worten auszudrücken, seien die Zielgruppe. «Sie können sich hinter den Puppen verstecken und alles sagen, was sie sich als Person nicht trauen.» Die unter Anleitung des Therapeuten gebaute Puppe diene als «Abstandshalter» zu den eigenen Emotionen. Entwickelt habe diese Therapieform die Schweizer Puppenspielerin Käthy Wüthrich. Vor einem Auftritt vor geistig behinderten Kindern zunächst skeptisch, sei sie überrascht vom Erfolg gewesen: Die Kinder hätten stets an der richtigen Stelle gelacht.

Heute unterrichten Ärzte, Psychologen und Puppenspieler gemeinsam angehende Puppenspieltherapeuten. «Das Puppenspiel spricht direkt die Seele an, da braucht man keine großen kognitiven Fähigkeiten», sagt Hilterhaus-Kunkel. Eine Einschätzung, die Figurentheater-Professor Knoedgen und die Geschäftsführerin des Puppentheater-Verbandes Kahmann teilen.

Literatur:
Elisabeth Schöneborn: Alles an Fäden, Ein Leben mit dem Puppenspiel
Verlag am Goetheanum
ISBN-13: 978-3-723-50961-6
27 Euro

Käthy Wüthrich, Klaus Harter: Das therapeutische Puppenspiel
Kösel Verlag
ISBN-13: 978-3-466-30767-8
19,95 Euro

Musikhochschule Stuttgart, Studiengang Figurentheater: www.mh-stuttgart.de/studium/figurentheater

Deutsche Gesellschaft für therapeutisches Puppenspiel Internet: www.dgtp.de

Leicht ist die Arbeit als Puppenspieler nicht: Körperlich anstrengend sei zum Beispiel das Spielen mit alten Marionetten, deren Köpfe nicht wie bei neueren Figuren innen hohl seien, erläutert die Figurenspielerin Ute Kahmann aus Berlin. Oft müssten sich die Spieler auch von oben über Kulissen beugen, um die Puppen zu bedienen. Hinzu kommt finanzielle Unsicherheit. Die meisten Spieler arbeiten freiberuflich - wenn nicht im eigenen, kleinen Theater, dann zum Beispiel bei Puppenanimationen für Fernsehen, Kino oder Werbefilme. (dpa/tmn)

Finanzwirt / Finanzfachwirt

Manchmal gibt es Berufsbezeichnungen, die ähnlich klingen, aber ganz verschieden sind. Das gilt auch für den Finanzwirt und den Fachwirt für Finanzen. Während Finanzwirte Beamte sind, die etwa beim Finanzamt oder beim Zoll arbeiten, sind die Fachwirte in der Finanzbranche beschäftigt.

Voraussetzung für eine Weiterbildung zum Fachwirt für Finanzen ist eine abgeschlossene kaufmännische Erstausbildung. Zur Auswahl stehen dann unterschiedliche Lehrgänge - darunter der "Fachwirt für Finanzberatung" mit IHK-Abschluss sowie der "Finanzfachwirt" mit Fachhochschulabschluss. Fachwirte für Finanzen arbeiten in der Finanz- und Versicherungsberatung, als Kundenberater, Versicherungsvermittler oder Finanzdienstleister.

Das Oberhachinger Campus-Institut bietet zudem in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Schmalkalden das berufsbegleitende Studium zum Finanzfachwirt an. "Das Studium wurde 2003 eingeführt und hat sich als Fachhochschulqualifikation für Finanzberater etabliert", sagt die FH-Studienberaterin Peggy Schütze. Zielgruppe seien Finanz- und Anlageberater, die über mehrjährige Berufspraxis verfügen.

Die Studenten lernen Grundlagen aus den Bereichen Volks- und Betriebswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Steuerrecht sowie Finanz-und Versicherungsmathematik. "Im Hauptteil des Studiums geht es um den Erwerb detaillierter und aktueller Fachkenntnisse in allen wichtigen Bereichen der Finanzberatung." Vermögensplanung, Einkommenssicherung und Anlageprodukte sind die Spezialgebiete der Fachwirte - Themenschwerpunkt ist der Kapitalanlagebereich.

"Dieses Studium ist zudem möglicher Qualifikationsnachweis in der Fachrichtung Versicherungen, wie ihn Vermittler nach dem neuen Gesetz der Versicherungsvermittlerverordnung seit Mai 2007 brauchen", sagt Schütze. In der Weiterbildung mit IHK-Abschluss, wie sie die Frankfurt School of Finance & Management anbietet, sieht der Studienplan ähnlich aus. Im ersten Studienjahr erwerben die Teilnehmer Kenntnisse über wirtschaftliche und rechtliche Aspekte der Finanz- und Versicherungsberatung und einen Überblick über Finanz-und Versicherungsprodukte, erklärt Ksenija Razum, Programm-Managerin der Schule.

Nach diesem ersten Jahr müssen die Teilnehmer eine Prüfung ablegen und erhalten den Titel "Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK)". "Im Mittelpunkt des zweiten Jahres stehen Finanzangebote für Freiberufler und Gewerbetreibende." Dieser Lehrgang bereitet auf die Abschlussprüfung Fachwirt für Finanzberatung (IHK) vor.

Überwiegend in Ämtern arbeiten Diplom-Finanzwirte. Sie werden an Verwaltungsfachhochschulen oder im Fachbereich Finanzen der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung ausgebildet. Die Bundesländer bilden in einem dreijährigen Studium das Personal für die Beamtenlaufbahn des gehobenen Dienstes in der Steuerverwaltung aus. In den dualen Studiengängen wird 21 Monate lang an einer öffentlichen Verwaltungsfachhochschule die Schulbank gedrückt.

Der Lehrstoff umfasst etwa Steuer- und Bilanzrecht, Zivilrecht und betriebliches Rechnungswesen oder elektronische Datenverarbeitung. Die restliche Zeit der Ausbildung verbringen die Studierenden mit Praktika in den unterschiedlichen Bereichen der Finanzverwaltung. Nicht nur die Finanzämter stellen Finanzwirte ein - auch die Wirtschaft, etwa Unternehmensberatungen oder Wirtschaftsprüfungsgsgesellschaften.

Fischwirt

Fisch gehört seit jeher zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen. Der überwiegende Teil des in Deuschland verzehrten Fischs stammt zwar aus Importen. Doch auch die deutschen Gewässer liefern Fische für die Tische - beispielsweise die zu Weihnachten traditionellen Karpfen, außerdem Aale, Forellen und andere Schuppentiere. Für die reibungslose Versorgung mit diesem wichtigen Nahrungsmittel sind unter anderem die Fischwirte verantwortlich.
"Fischwirt ist ein hoch professioneller Beruf. Mit Angeln hat er nichts zu tun", erklärt Martin Lambers, Bildungsreferent des Verbandes der Landwirtschaftskammern in Berlin. Unter der Bezeichnung Fischwirt sind drei Berufsgebiete mit unterschiedlichen Tätigkeiten zusammengefasst. Zur Auswahl stehen die Schwerpunkte Fischhaltung und Fischzucht, Seen- und Flussfischerei sowie Kleine Hochsee- und Küstenfischerei.

Drei Jahre dauert die Ausbildung, die mit der Gesellenprüfung endet. Neben der Praxis im Betrieb findet die Ausbildung meist im Blockunterricht an Fischereischulen in Albaum, Rendsburg, Königswartha und Starnberg sowie an den Berufsschulen in Eckernförde und Hannover statt. Der Nachwuchs lernt zum Beispiel Details über Fische, Krebstiere und Muscheln, Fanggebiete, Schonzeiten und den Schutz der Umwelt.

Eine abgeschlossene Schulbildung (Hauptschule oder Realschule) ist erwünscht. Junge Leute ohne Topzeugnis, doch mit entsprechender persönlicher Eignung, haben aber auch Chancen auf eine Lehrstelle. Derzeit werden insgesamt etwas mehr als 300 angehende Fischwirte ausgebildet. Nur 9 von ihnen sind Frauen. Die Chancen auf einen Arbeitsplatz sind gut. "Fähige Leute werden gesucht", beschreibt Lambers den Arbeitsmarkt.

Fast 60 Prozent der Auszubildenden haben sich für den Bereich Fischhaltung und Fischzucht entschieden. Sie sollen später auch dafür sorgen, dass die Tiere sich in Teichanlagen vermehren und gesunde Jungfische in Gewässern zur Bestandserhaltung ausgesetzt werden. Ein regionaler Schwerpunkt für die Schulung in Aquakultur ist Bayern.

Hermann Bayrle, Ausbildungsleiter der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei in Starnberg, rät Interessenten, mindestens ein Jahr vor einer Entscheidung ein Praktikum zu machen - am besten in zwei Betrieben. Dieser erste Einblick sollte aber nicht in der "Biergartenzeit" erfolgen, wenn das Wetter schön ist und der Beruf sich von seiner angenehmen Seite zeigt. "Wenn die harte Arbeit ansteht, beispielsweise beim Abfischen eines Teiches, lernt man den Berufsalltag kennen."

Ein ganz spezieller Bereich ist laut Lambers die Kleine Hochsee-und Küstenfischerei: "Nicht jeder kann auf einem Kutter arbeiten." Hier müssen Bewerber körperlich und gesundheitlich fit sein - und seetauglich, erklärt Heiko Dauster von der Landwirtschaftskammer für Schleswig-Holstein in Kiel. Auch Muskelkraft ist zwar gefragt, reicht allein aber nicht aus. "Geistig rege und bereit zur Fortbildung sein", nennt Dauster als Grundvoraussetzung. "Sonst verrichtet man Handlangerdienste an Bord."
Fleischer

Fleischer, Schlachter oder Metzger - die Berufsbezeichnungen sind regional unterschiedlich. Die Branche bietet gute Berufschancen. Und viele Lehrstellen bleiben sogar unbesetzt, auch weil Schulabgänger sich nicht gerade darum schlagen.

«Fleischer, das klingt in der Sprache der Jugendlichen einfach zu wenig sexy», sagt Andreas Pieper, Pressesprecher des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Bei Jörg Ulrich Schiffeler steht «Diplomingenieur Lebensmitteltechnologie» auf der Visitenkarte. Angefangen hat der heutige Marketingleiter beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt/Main, der die «Allgemeine Fleischer Zeitung afz» herausgibt, vor mehr als 15 Jahren als Fleischerlehrling: «Ich wollte etwas Praktisches machen.» Vor den Eltern musste sich der Abiturient nicht rechtfertigen, die hatten selbst eine Metzgerei, wohl aber vor Lehrern und Mitschülern. «Wer zu wenig in der Birne hat, wird Fleischer», lautete das Vorurteil.

Zum Typ «Stratege», der im Fleischerhandwerk Karriere machen will, gehört auch Mike Griesch. Der 23-Jährige absolviert parallel zur Fleischerlehre ein betriebswirtschaftliches Studium an der Berufsakademie Hamburg. Über Umwege ist der Abiturient an diese Kombination gelangt: «Ich habe zunächst Automobilkaufmann gelernt, aber mit der Ellenbogenmentalität der Branche bin ich nicht klargekommen.» Über verwandtschaftliche Verbindungen fand Mike einen Ausbildungsplatz im Fleischerhandwerk: «Ich arbeite hier mit zwei weiteren Auszubildenden und einem Gesellen zusammen. Wir haben gemeinsam viel Spaß.»

Zum Ausbildungsalltag gehöre die Produktion und das Verfeinern von Wurstsorten sowie das Zerlegen des Frischfleisches: «Ich betrachte das als Ware, nicht als totes Tier.» Selbst geschlachtet hat Mike noch nicht. Aber das will der Auszubildende auf jeden Fall noch nachholen. In der Praxis ist aber eher Arbeitsteilung das Motto der Branche: Schlachten ist nur einer von sechs Ausbildungsschwerpunkten, zu denen auch die Herstellung von Gerichten, der Veranstaltungsservice oder die Produktverpackung zählen.

Die Lehrlinge wählen zwei Schwerpunkte und darunter immer seltener das Schlachten, sagt Michael Durst, Landungsinnungsmeister in Hamburg und Mikes Arbeitgeber. In der Kundenberatung und im Catering sieht das Präsidiumsmitglied im Deutschen Fleischer-Verband die Zukunft der Branche. «Wir haben eine Chance, uns von der Anonymität der Supermärkte abzusetzen.» Das aber setze eine höhere Qualifikation der Beschäftigten voraus. Damit Betriebe Bewerber finden, die zu ihnen passen und Jugendliche einen Betrieb, in dem sie sich wohlfühlen, rät der Innungsmeister in jedem Fall zu einem Praktikum. «Manche Schulabgänger haben doch ganz falsche Vorstellungen.»

Das Fleischerhandwerk setzt auf ein neues Image

Der Fleischerberuf hat sich erheblich gewandelt. Dass er nur noch wenig mit der körperlich harten, blutigen Arbeit zu Großvaters Zeiten zu tun hat, versucht der Deutsche Fleischerverband in Frankfurt den heutigen Jugendlichen nahe zu bringen: Die bundesweite Aktion «Going Future» zeigt sauber gekleidete junge Männer und Frauen, die im Partyservice ihre Kreativität ausleben, hochmoderne Maschinen steuern oder die Tagesproduktion ständig neuer Wurstsorten planen und koordinieren.

Informationen:
Deutscher Fleischer-Verband,
Kennedyallee 53,
60596 Frankfurt,
Telefon: 069/633020

Informationen im Internet:
Berufsiformation vom Deutschen Fleischerverband: www.fleischerhandwerk.de/berufe
Lehrstellenmarkt: www.fleischwirtschaft.de/stellenmarkt/lehrstellen/pages/ (dpa/tmn)

Fliesenleger

Sportlich muss er sein. Robust und flexibel. Gemeint ist nicht ein neues Automodell, sondern der ideale Fliesenleger. Er sollte handwerkliches Geschick mitbringen - und Köpfchen haben: Räumliches Vorstellungsvermögen und Präzision sind wichtig.

Vor allem aber sollte ein Fliesenleger «Gas geben können», sagt Thomas Grünendahl von der Handwerkskammer Düsseldorf. «Das ist einer der schwersten Bauberufe», meint er. Grünendahl ist selbst Fliesenlegermeister.

Bevor Wände, Böden und Fassaden verkleidet werden, müssen die Plattenbeläge an Ort und Stelle gebracht werden. Werden zum Beispiel die Bäder eines Bürogebäudes gefliest, können dabei gut drei Tonnen zusammenkommen. Mitunter wird am ersten Tag auf einer Baustelle nur Material getragen. Die tägliche Arbeit geht auf die Gelenke, vor allem Rücken und Knie werden belastet.

Nach dem Schleppen kommt das Planen. «Schon wenn der Fliesenleger den Raum betritt, muss er ihn sich fertig vorstellen können», erklärt Grünendahl. Dazu gehören eine Portion Fantasie und ein Faible für Farben und Formen und deren Gestaltung. Auch technisches und mathematisches Verständnis für Flächen-, Winkel- und Verschnittberechnungen sind wichtig, sagt Klaus Niedermeier, Ausbildungsberater der Handwerkskammer München.

Daneben spielt die Kundenberatung bei der Wahl der geeigneten Platten eine zentrale Rolle. Hierfür müsse der Fliesenleger eine gute Materialkenntnis besitzen und sich in der Produktvielfalt auskennen, erklärt Markus Ramrath von der Fachgruppe Fliesen des Baugewerbeverbandes Nordrhein.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn arbeiten Fliesenleger im Schnitt 40 Stunden pro Woche. Sie werden in Neubauten eingesetzt, aber auch beim Sanieren und Modernisieren von Wohnungen, Gewerbeimmobilien und Industriebauten. Der gesamttarifliche Stundenlohn für einen Gesellen beträgt 16,74 Euro. Meist wird aber nach der Anzahl verlegter Fliesen bezahlt. «Der Lohn wird tatsächlich noch erwirtschaftet», erklärt Grünendahl.

Ein Geselle im Meisterbetrieb kommt Ramrath zufolge auf durchschnittlich 1500 Euro netto im Monat. Wer sein Handwerk perfekt beherrscht und im Akkord arbeitet, kann aber sehr viel mehr verdienen. Zahlt der Betrieb dem Gesellen etwa 15 Euro für den verlegten Quadratmeter und schafft dieser an 21 Arbeitstagen je 20 Quadratmeter, verdient er 6300 Euro pro Monat, rechnet der Fliesenlegermeister vor. «Wer gut ist, verdient auch gut», lautet seine Devise für das Berufsleben.

Ein Hauptschulabschluss mit einer Drei in Deutsch und Mathe gilt als Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung. Seit dem 1. April 2010 beträgt das Lehrlingsgehalt im ersten Jahr 614, im zweiten 943 und im dritten 1191 Euro pro Monat.

Fliesenleger kann sich auch ohne Ausbildung mittlerweile jeder nennen. Seit dem Jahr 2004 muss der Inhaber eines Fachbetriebes für das Fliesengewerbe Niedermeier zufolge keinen Meisterbrief mehr besitzen. Für die Branche ist das kein Segen, denn seitdem wird der Berufszweig von unqualifizierten Arbeitskräften überschwemmt.

Wer beruflich vorankommen will, kann nach dem Gesellenbrief einen Meisterlehrgang im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk absolvieren. Alternativ ist eine Fortbildung als Techniker oder Polier möglich.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Wer beruflich vorankommen will, kann nach dem Gesellenbrief einen einjährigen Meisterlehrgang im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk absolvieren. «An einigen Hochschulen reicht das als Zulassung für die Studiengänge Bauingenieurwesen und Architektur - auch ohne Abitur», erläutert Thomas Grünendahl von der Handwerkskammer Düsseldorf. Alternativ bietet sich eine ein- bis zweijährige Fortbildung als Techniker oder Polier an. Neben der Selbstständigkeit ist später eine Anstellung als Berufsschullehrer möglich.

(dpa/tmn)
Florist

Es geht um mehr als nur um Blumen. Das ist Elisabeth Schoenemann wichtig, wenn sie von ihrem Beruf als Floristin erzählt. Denn gerade die Vielseitigkeit ihres Jobs reizt die 22-Jährige.

Sie arbeitet in einem Blumengeschäft in Mönchengladbach. «Ich binde nicht nur Blumen, ich muss auch mit Kunden umgehen und rechnen können», berichtet Schoenemann.

«Der Beruf wird stark von Frauen dominiert», sagt Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen. Das zeigt auch die Statistik: Nur rund drei Prozent der Floristik-Azubis waren 2008 männlich, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ermittelt hat. Wer sich für einen Ausbildungsplatz interessiert, muss nicht nur Interesse an kreativer Arbeit mitbringen, sondern auch Spaß am Verkaufen haben. «Es reicht nicht, die Natur zu lieben.» Floristen hätten viel Kundenkontakt. «Da muss man auch auf Menschen zugehen können.» Mauerblümchen haben es in dem Beruf daher schwer.

Elisabeth Schoenemann hat seit drei Jahren ausgelernt und hilft jetzt den neuen Azubis im Geschäft, lateinische Blumennamen auswendig zu lernen oder Besonderheiten der Gewächse zu studieren. «Zum Beispiel gibt es hunderte Sorten von Rosen, da ist es nicht immer leicht, alle zu kennen.»

Berufsberaterin Brigitte Hagen von der Agentur für Arbeit in Düsseldorf nennt weitere Voraussetzungen für den Beruf: «Zu kleine Hände sind hinderlich», sagt sie. Denn immerhin müssten Floristen große Sträuße gut halten können. Außerdem sollte man genug Kraft haben, um auch einen schweren Trauerkranz tragen zu können. Der Beruf hat auch betriebswirtschaftliche Aspekte: «Floristen kaufen die Blumen ein, müssen Preise kalkulieren.»

Der übliche Weg zu einer Ausbildungsstelle führt über ein Praktikum. So kann der Arbeitgeber den Bewerber genauer kennenlernen und schauen, ob es passt. Voraussetzung für die spätere Ausbildung ist generell ein Schulabschluss. Ob von der Haupt- oder Realschule, ist oft nicht so wichtig wie das Auftreten der Bewerber, ihr Rechen-Vermögen und ihr Interesse am Beruf. Die Zahl der angehenden Floristen ist dem BIBB zufolge in jüngster Zeit stetig gesunken. So gab es 2008 bundesweit rund 6000 Auszubildende in dem Beruf - das war ein Zehntel weniger als zwei Jahre zuvor.

Lukrativ ist der Beruf nicht gerade: Die Ausbildungsvergütung variiert zwischen 237 und 331 Euro pro Monat im ersten Jahr und 368 bis 499 Euro im dritten Jahr. Bei ausgelernten Kräften bewegen sich die Monatsgehälter zwischen 1200 und 1600 Euro brutto. Arbeitgeber sind Blumenfachgeschäfte, Gartencenter oder Gärtnereien. Dort muss auch samstags gearbeitet werden. In Geschäften, die lange geöffnet haben, gibt es meist zwei Schichten am Tag. Aber auch im Großhandel oder bei Bestattern und im Event-Bereich arbeiten Floristen.

«Der Trend, vor allem bei den jungen Leuten, geht in Richtung Dekoration», sagt Nicola Fink vom Floristenverband. In Boutiquen oder Hotels, bei Veranstaltungen oder Messen - florale Inszenierungen sind gefragt. Auch Elisabeth Schoenemann mag den dekorativen Teil ihrer Arbeit. «Wenn ich einem Kunden einen Strauß binde, möchte ich ihn mit dem, was ich anbiete, begeistern.» Das Schöne dabei: Das Feedback bekommt sie direkt - wenn der Kunde sich freudig bedankt.

Infos zum Job vom Fachverband Deutscher Floristen: www.fdf.de

Zahl der angehenden Floristen sinkt

Die Zahl der angehenden Floristen ist in jüngster Zeit stetig gesunken. Das hat das Bundesinstitut für Berufsbildung errechnet. So gab es 2008 bundesweit rund 6000 Auszubildende in dem Beruf - das war ein Zehntel weniger als zwei Jahre zuvor. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist in dieser Zeit sogar um fast ein Fünftel (rund 19 Prozent) gesunken.

(dpa)
Floristin

«Sei Egoist - werde Florist» wirbt der Fachverband Deutscher Floristen in Gelsenkirchen für den eigenen Berufsstand. Sylvia Krien nennt ihn die «Kunst des Flüchtigen».

Die 33-Jährige führt in Dresden drei Läden mit zwölf Mitarbeitern und hat den Titel einer Vizemeisterin im Bundeswettbewerb der Branche errungen. «Mich hat nie etwas anderes gereizt», sagt die Floristikmeisterin. Auch wenn zunehmend Männer in Blumengeschäften arbeiten - das Gestalten von Gestecken, Sträußen und Kränzen ist derzeit noch weitgehend eine Domäne der Frauen.

Floristen brauchen mehr als Liebe zur Natur. Auch Geschmack, gute Manieren und ein Schuss Diplomatie gehören dazu. «Wir erfüllen Kundenwünsche in dessen Beisein», beschreibt es der Vorsitzende des Ausbildungsausschusses im Branchenverband, Manfred Lorenz. Bewerber müssen manuell geschickt und gut auf den Beinen sein. Frühaufsteher sind im Vorteil, denn Blumen werden oft lange vor Verkaufsbeginn frühmorgens auf Blumengroßmärkten gehandelt. Die Bereitschaft zu Schichtarbeit, Überstunden, zur Arbeit in teils kühlen Verkaufsräumen und bei Kunstlicht wird vorausgesetzt.

Krien bildet seit zehn Jahren aus und legt bei Azubis auch auf solide Rechenkenntnisse Wert. «Sie müssen einen Strauß berechnen können. Bewerber mit einer Vier in Mathe nehme ich nicht», sagt sie. Farbenblindheit gilt als Ausschlusskriterium. Hautallergien durch Klebstoffe und Pflanzenschutzmittel spielen anders als vor Jahren eine untergeordnete Rolle, berichtet Lorenz. «Man trägt wieder Handschuh.»

Blumenfachgeschäfte, der Großhandel, Gartenmärkte und Gärtnereien bilden aus, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Bis zu fünf Bewerber kommen auf einen Platz, sagt Lorenz. Einem jungen Mann stehen im Schnitt 20 junge Frauen gegenüber. Auch der Weg über den Gärtnerberuf führt in die Floristik-Werkstatt. Industrie- und Handelskammern, der Floristenverband, die Bundesarbeitsagenturen und das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn (BIBB) informieren über die Ausbildung, die drei Jahre dauert.

In dieser Zeit lernen angehende Floristen Sträuße, Gestecke und Kränze zu binden, Tische für Anlässe zu schmücken und Kunden mit Blick auf ihre Kaufmotive zu beraten. Kaufmännische und werbliche Themen gewinnen mit höheren Lehrjahren an Gewicht, listet die Bundesarbeitsagentur auf. Auch Fragen der Ökologie werden behandelt. Am Ende der Lehre schreibt die vor fünf Jahren novellierte Ausbildungsverordnung schriftliche und praktische Prüfungen vor.

Bei praxisnahen Aufgaben sollen Prüflinge fachliche, wirtschaftliche und ökologische Kenntnisse rund um die Floristik nachweisen. Technologie, Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde werden schriftlich getestet. Das Planen und Herstellen eines Pflanzenschmucks zu Themen wie Hochzeit sind Gegenstand des praktischen Teils.

Die Probanden haben binnen drei Stunden eine Skizze sowie die Materialliste samt Kalkulation zu schreiben, den Blumenschmuck zu fertigen und den Kunden eine halbe Stunde lang zu beraten. Quereinsteiger mit mindestens viereinhalb Jahren Berufspraxis können bei entsprechender Vorbereitung ohne Lehre eine externe Prüfung zum «Florist im Ausnahmefall» ablegen. Ansprechpartner sind der Floristenverband und die IHK.

Experten betonen den Willen zur Dienstleistung als Voraussetzung für den Beruf. «Kunden wollen beim Floristen selten 20 Blumen im Bund kaufen, sondern erwarten das Besondere», sagt Lorenz. «Wer einfallslos arbeitet, ist schlecht fürs Geschäft», sagt Krien. Sie schätzt bei Floristen den «Willen, sich auf den Beruf einzulassen». Neben der Tätigkeit im Geschäft haben nach ihrer Ansicht Floristen viele Möglichkeiten in zahlreichen Branchen bis hin zu Hotellerie oder Innendekoration.

Der Andrang auf Lehrstellen hat in den vergangenen Jahren nachgelassen. 2007 waren rund 7000 Lehrverträge registriert, 1999 waren es 9200. Die Ausbildungsvergütung zählt nach Angaben des BIBB zu den niedrigsten in Deutschland. Lehrlinge im Westen bekommen im Schnitt 424 Euro im Monat, im Osten werden 312 Euro gezahlt. Das tarifliche Einkommen für Berufsanfänger beziffert die Bundesagentur für Arbeit mit 1188 Euro bis 1573 Euro. Niedrigere Löhne sind im Osten keine Seltenheit. «Zum Ernähren einer Familie reicht das Einkommen knapp», bilanziert Sylvia Krien nüchtern. Erschüttern lässt sie sich davon nicht: «Mein Beruf erfüllt mich.»

Informationen: FDF-Bundesverband im FloristPark International, Theodor-Otte-Straße 17a, 45897 Gelsenkirchen, E-Mail: info@fdf.de

Fachverband Deutscher Floristen: www.fdf.de

Bundesagentur für Arbeit: www.berufenet.de

Industrie- und Handelskammern: www.ihk.de

Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de

Verband des Blumen- und Importhandels: www.bgi-ev.com

(dpa/gms)

Flugbegleiter

Lächeln trotz Turbulenzen, Geduld mit grantigen Geschäftsreisenden, Toleranz mit partyverrückten Pauschaltouristen - Flugbegleiter müssen mit allen Stimmungslagen ihrer Gäste zurechtkommen. «


Dazu kommt noch ein intensives Sicherheitsbewusstsein, denn genauso wie die Kollegen im Cockpit ist das Kabinenteam verantwortlich für die Sicherheit», beschreibt Katharina Fleck, Personalchefin bei der Fluggesellschaft dba in München, die Anforderungen.


Vor dem ersten Willkommensgruß im Mittelgang steht intensives Training. «Erst das Eis und dann das Getränk, sonst spritzt es fürchterlich», warnt Ausbilderin Christine Nußbaumer bei dba angehende Kollegen beim Servicetraining. Rund 35 neue Flugbegleiter werden derzeit bei dba geschult.


Die Arbeit bei einer Fluggesellschaft ist nichts für Morgenmuffel: Wenn der erste Flug um 6.00 Uhr früh abhebt, müssen Piloten und Kabinencrew schon eine Stunde früher mit der Vorbereitung beginnen. In der Kabine geht es dabei genauso akribisch und strukturiert zu wie im Cockpit.


Während die Flugbegleiter bei dba auf Grund des Streckennetzes meist abends wieder zuhause sind, geht es für die Kabinenteams bei Airlines wie der Deutschen Lufthansa oft für mehrere Tage auf Reisen. Zu sehr abgehoben sollten Bewerber trotz des himmlischen Arbeitsplatzes bei keiner Airline sein: «Wir prüfen, wie realistisch die Leute im Leben stehen», nennt Lufthansa-Sprecherin Renate Hocke eine Voraussetzung für den Einstieg. Derzeit stellt der Konzern noch nicht wieder ein, führt für aber eine Warteliste.


Bei Air Berlin werden zur Zeit im Rahmen eines Sechswochenkurses knapp 40 angehende Flugbegleiter auf ihren Einsatz vorbereitet. Im Jahr 2005 sollen rund 200 neu eingestellt werden. «Voraussetzung ist ein Mindestalter von 21», sagt Airline-Sprecher Peter Hauptvogel, «außerdem eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorzugsweise im Dienstleistungsbereich.»


Einstellungen sind - wie bei anderen Ferienfluggesellschaften - zunächst mit Befristung üblich. Durch den Aufschwung in der Luftfahrtbranche sind die Aussichten zwar insgesamt gut. Der tief greifende Strukturwandel hat aber einige Gesellschaften in finanzielle Turbulenzen gebracht. Der aktuelle Personalbedarf kann deshalb je nach Airline sehr unterschiedlich sein. Interessierte Bewerber sollten bei den einzelnen Fluggesellschaften nachfragen oder die Internetseiten ansehen.


Das Grundgehalt für Flugbegleiter beträgt rund 1500 Euro pro Monat beim Berufseinstieg. Dazu kommen aber noch zahlreiche - vielfach steuerfreie - Zulagen. Auch wer den Beruf nicht sein ganzes Leben lang ausüben möchte, sollte vor einer Bewerbung nicht zurückschrecken. So bieten einige Airlines Modelle an, bei denen ganz bewusst nur befristet - zum Beispiel in den Semesterferien - gearbeitet wird.
Fluggerätmechaniker

Damit Piloten und Flugbegleiter ihre Passagiere sicher ans Ziel fliegen können, sind sie auf die Techniker am Boden angewiesen. Die Arbeit von Fluggerätmechanikern bei Airlines und Herstellern ist zwar nicht so sehr nach außen sichtbar wie das Engagement von Cockpitcrew und Stewardessen - ohne sie könnten moderne Jets aber gar nicht abheben. Die Technikspezialisten müssen die Maschinen von der Nase bis zum Leitwerk kennen und übernehmen bei Wartung und Kontrolle eine verantwortungsvolle Aufgabe.
"Wichtigste Voraussetzung ist technisches Interesse", sagt Hans-Peter Meinhold, Leiter der Ausbildung bei Lufthansa Technical Training (LTT) in Hamburg. "Der Bewerber muss uns nicht sein perfekt zusammengebautes Modellflugzeug vorführen. Aber wir wollen sehen, dass er ein Herz für die Themen hat", sagt Meinhold. Voraussetzung für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist in der Regel ein guter Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife.

Dröge Arbeit in dunklen Werkstätten erwartet die Lehrlinge bei Lufthansa Technik nicht. "Bei uns geht es nicht mehr nach dem Motto: Eisen erzieht - die Auszubildenden sollen nicht stundenlang feilen", erklärt Meinhold. Stattdessen üben die angehenden Fluggerätmechaniker zum Beispiel an einem originalgetreu nachgebauten Flugzeugrumpf verschiedene Arbeitstechniken wie Nieten oder Bohren.

"Neben technischen Themen steht vor allem Verantwortungsbewusstsein ganz oben auf der Anforderungsliste", sagt Alexander Mair, technischer Direktor bei der Fluggesellschaft dba in München. "Wenn die Mechaniker ausgelernt haben, tragen sie die volle Verantwortung für ihre Arbeit und müssen jeden Arbeitsschritt abzeichnen", erzählt er. Im Extremfall heißt dies: Kommt es auf Grund von Schlamperei zu einem Unfall, lässt sich genau nachvollziehen, wer an einem Flugzeug gearbeitet hat - und dafür verantwortlich ist.

"Deshalb sind Teamarbeit und Kritikfähigkeit besonders wichtig", nennt LTT-Ausbildungsleiter Meinhold eine weitere Voraussetzung: "Die Azubis sollen lernen, selbstständig zu arbeiten - aber im Zweifelsfall lieber einmal mehr den Kollegen oder Meister fragen." Während der Ausbildung verdienen Fluggerätmechaniker nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg rund 700 Euro im Monat. "Später sind es je nach Qualifikation und Erfahrung 30 000 bis 60 000 Euro pro Jahr", sagt dba-Technikdirektor Mair.

Nach Angaben der Arbeitsagentur gliedert sich der Ausbildungsgang des Fluggerätmechanikers in drei Fachrichtungen: Im Bereich Instandhaltungstechnik steht die Reparatur und Wartung als Schwerpunkt auf dem Lehrplan. Die Fachrichtung Triebwerkstechnik legt den Schwerpunkt auf Herstellung und Wartung von Flugzeugmotoren. In der Fachrichtung Fertigungstechnik steht die Herstellung neuer Flugzeuge im Mittelpunkt des Ausbildungsprogramms. In der Regel dauert die Lehre 3,5 Jahre. Wer sich in dem Berufsfeld weiter qualifizieren möchte, kann nach der entsprechenden Zusatzausbildung die Meisterprüfung ablegen.

"Spezialisierung ist aber auch innerhalb der einzelnen Sparten an der Tagesordnung", beschreibt Meinhold Ausbildung und späteren Einsatz. So müssen sich Mechaniker für einen bestimmten Flugzeugtyp qualifizieren, den sie instandhalten wollen. "Dazu gibt es vertiefende Fachlehrgänge", sagt der LTT-Ausbildungsleiter. Das Einsatzgebiet ist vielseitig: Zum Teil arbeiten die Mechaniker bei Flugzeugherstellern wie Airbus und Boeing oder auch bei mittelständischen Firmen.

Ein großes Beschäftigungsfeld ist aber die Instandhaltung der Maschinen bei großen Fluggesellschaften. "Das ist einerseits die Reparatur bei plötzlich auftretenden Problemen, aber vor allem auch der Einsatz bei der regulären Wartung", sagt dba-Technikdirektor Mair. Genauso wie bei einem Auto gibt es auch für Flugzeuge festgelegte Inspektionsintervalle. Diese werden allerdings weitaus schärfer überwacht als bei Autos. Bei umfangreicheren Kontrollen wird das Flugzeug fast komplett in seine Bestandteile zerlegt, damit zum Beispiel Risse an der Rumpfstruktur entdeckt werden können. Eine solche Grundüberholung dauert manchmal mehrere Wochen.

Regelmäßige Kontrollen und Reparaturen laufen vor allem nachts ab, wenn Flugzeuge nicht im Einsatz sind. "Dann werden nach festgelegten Plänen Systeme geprüft und abgenutzte Teile wie Bremsen oder Reifen getauscht", nennt Mair Beispiele für den Einsatz. Wenn die Mechaniker bei technischen Problemen am Boden zu Hilfe gerufen werden, ist besonders viel Verantwortung gefragt. "Da darf sich niemand durch den Zeitdruck verrückt machen lassen - Sicherheit ist das Wichtigste."
Fluglehrer

Ob Segelflugzeug oder großer Airbus - der Weg ins Cockpit führt immer über zahlreiche Lehrstunden mit einem Fluglehrer. Dessen Berufsbild ist so unterschiedlich wie die Flugzeuge.
Einerseits sind ehrenamtliche Lehrer bei Luftsportvereinen im Einsatz, andererseits beschäftigen große kommerzielle Flugschulen hoch qualifizierte Spezialisten für das Training von professionellen Piloten.

«Der Fluglehrer legt die Grundlagen dafür, dass ein Pilot sein Leben lang möglichst sicher fliegt», sagt Volker Thomalla, Chefredakteur der Fachzeitschrift «Aerokurier» mit Sitz in Bonn. Erste fliegerische Erfahrungen sammeln angehende Piloten meist an Bord von einmotorigen Propellerflugzeugen. «Gemeinsam mit dem Lehrer werden alle wichtigen Manöver trainiert, bevor ein Flugschüler allein abheben darf», erklärt Klaus-Jürgen Schwahn, Geschäftsführer des Flugplatzes Schönhagen bei Berlin und selbst erfahrener Fluglehrer.

Dann ist der Ausbilder aber nicht aus der Verantwortung. Er betreut den Schüler bis zu seinem abschließenden Prüfungsflug mit einem Spezialisten der Luftfahrtbehörde. «Eins steht immer an erster Stelle: Sicherheit ist oberstes Gebot», betont Schwahn. Zur praktischen Ausbildung im Flugzeug kommt umfangreiches Theoriewissen, das der Lehrer angehenden Piloten vermittelt: Meteorologie, Flugzeugtechnik, Luftrecht und Notverfahren stehen auf dem Stundenplan. «Zur Fluglehrerschulung gehört aber auch ein pädagogischer Ausbildungsteil», sagt Schwahn.

«Der Fluglehrer muss den Schüler für alle Bereiche fit machen, dazu gehört auch viel Theorie», sagt Thomalla. Dabei lernen die Schüler auf unterschiedlichen Wegen: Einerseits gibt es Unterricht im Klassenzimmer an der Flugschule, aber auch vertiefende Computersoftware oder Lehrbücher. Auch im Zeitalter der Satellitennavigation per GPS müssen Flugschüler noch lernen, nach Karte und Kompass zu steuern und zuvor die Kurse berechnen.

Nach der Basisausbildung spezialisieren sich die Lehrer häufig auf eine bestimmte Flugzeugkategorie oder Flugverfahren. Fluglehrer bei Vereinen oder Sportgruppen schulen meist angehende Segelflieger oder Privatpiloten, die nach so genannten Sichtflugregeln unterwegs sind. Wer auch bei schlechtem Wetter starten möchte oder ein größeres Flugzeug steuern will, darf dies nur mit einem entsprechend qualifizierten Lehrer üben.

«Die Regeln sind streng, Fluglehrer müssen immer wieder ihre Kenntnisse bei speziellen Kontrollen nachweisen», sagt Schwahn. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg dauert die Ausbildung je nach Unterrichtsfortschritt und Lehrberechtigung mehrere Monate. Die Arbeitszeiten richten sich später oft nach den Wetterbedingungen - bei der Schulung für kleinere Maschinen findet die Theorie meist im Winter statt, und das Praxistraining läuft bei gutem Wetter zwischen Frühling und Herbst.

Festgelegte Tarifverträge gibt es nur dann, wenn ein Fluglehrer zum Beispiel bei einer Behörde, einem großen Unternehmen oder im öffentlichen Dienst angestellt ist. Ansonsten richtet sich die Vergütung nach individuellen Vereinbarungen. «Viele Fluglehrer sind auch Freiberufler oder haben einen anderen Hauptjob. Sie arbeiten dann nebenbei auf Stundenbasis an einer Schule», erklärt Schwahn.

Piloten müssen ein Leben lang lernen. «Deshalb beschäftigen zum Beispiel große Fluggesellschaften spezielle Trainingskapitäne», sagt Volker Thomalla. Dann geht es aber nicht nur um die technische Beherrschung von Flugzeugsystemen oder um Abläufe beim normalen Flug und in Notfällen. Zusätzlich steht auch Training für die richtige Arbeitsaufteilung im Cockpit auf dem Lehrplan. «Einweisung durch den Fluglehrer ist der gemeinsame Nenner von Privatpiloten und Airliner-Kapitänen», sagt der Luftfahrt-Experte.
Fluglotse

«LH 44 Charly taxi via Bravo Mike and Romeo to position Alpha 15»: Was sich für den Laien wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Wörtern anhört, ist für den Fluglotsen Thomas Szigat Alltag.

Seit 17 Jahren arbeitet er im Tower des Düsseldorfer Flughafens und gibt den Piloten gerade die Anweisung, wo sie ihre Maschinen parken sollen. Fluglotse zu werden, war schon lange sein Traum. Allerdings gibt Szigat zu, dass er ursprünglich eigentlich Pilot werden wollte. Aber dann hat er sich umentschieden - auch wegen der geregelten Arbeitszeiten und besseren Arbeitsbedingungen als Fluglotse. Die Atmosphäre an seinem Arbeitsplatz ist entspannt. Vier Kollegen sind dort pro 8,5-Stunden-Arbeitsschicht anwesend. Etwa drei Stunden arbeiten die Lotsen, dann haben sie eine Dreiviertelstunde Pause, während der sie von einem weiteren Kollegen abgelöst werden.

Nervös ist hier niemand. «Wenn es brenzlig wird, herrscht im Tower absolute Ruhe, und dann weiß ich, dass was nicht stimmt», sagt Michael Fuhrmann, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Düsseldorf. Ruhe, Konzentrationsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig koordinieren zu können, sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Beruf. Zudem sollten die Bewerber über das Abitur und gute Englisch-Kenntnisse verfügen.

Wer die Einstellungstests beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg als Voraussetzung für die vierjährige Ausbildung schafft, hat einen sicheren Job. Von den jährlich rund 3000 Bewerbern nehmen nur fünf bis zehn Prozent diese Hürde, weswegen die DFS mit Werbeslogans wie «Deutsche Flugsicherung - Weil der Himmel uns braucht» um die Gunst der Abiturienten buhlt.

Ann-Kathrin Humpert befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr und ist nun nach gut eineinhalb Jahren theoretischer Ausbildung in Langen bei Frankfurt im «on-the-job-Training» (OJT) am Münchner Flughafen. Auch für die 24-Jährige ist es ein Traumjob. «Mir gefällt vor allem, dass man zwar eigenverantwortlich, aber immer auch im Team arbeitet», erzählt sie. Die Ausbildung sei schon ziemlich anstrengend. «Aber wenn man sich dafür begeistert, dann macht das wahnsinnig viel Spaß.»

Fluglotsen müssen alle zwei Jahre zum Gesundheits-Check. Entsprechend sportlich-drahtig sehen die Kollegen im Düsseldorfer Tower aus. Stress gibt es für sie nur dann, wenn etwa ein Notfall in der Kabine eines Flugzeugs oder ein technischer Defekt an der Maschine vorliegt. Oder wenn ein bereits gelandeter Flieger die Startbahn fahrend überquert, auf der gerade eine Maschine abhebt. «Da gibt's dann schon Ärger», betont Szigat, «so ein Fall wird auch entsprechend gründlich untersucht.»

Informationen:
Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS)
Am DFS-Campus 10
63225 Langen
Telefon: 06103/7070

Deutsche Flugsicherung: www.dfs.de

Die rund vierjährige Ausbildung zum Fluglotsen wird in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst werden die Anwärter etwa eineinhalb Jahre an der Flugsicherungsakademie der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt theoretisch ausgebildet. Daran anschließend gehen sie an einen der bundesweit 17 Standorte. An ihrem Ausbildungsstandort werden sie später auch eingesetzt. Ein Lotse verdient während seiner Ausbildung rund 2900 Euro im Monat, das Einstiegsgehalt liegt zwischen 5000 und 7000 Euro plus Zulagen. (dpa/tmn)

Flugwetterberater

Sie sind unentbehrliche Ratgeber der Luftfahrt. Flughafenbetreiber und Piloten verlassen sich auf die Informationen der Flugwetterberater. Auch bei der Bundeswehr gibt es ohne sie keine Flüge. Die Experten sind rund um die Uhr im Einsatz und tragen dabei große Verantwortung. Der gesamte Flugverkehr ist von ihren konkreten Vorhersagen abhängig.

Sabine Bork übt diesen Beruf auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt aus. "Es ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit", sagt sie. Ihr Hauptkunde ist die Flugsicherung. Die umfassenden, stets aktuellen Daten liefern Beobachtungsstationen und ein Großrechner, der aufwendig Vorhersagen erstellt. Sabine Bork muss daraus ihre Schlüsse ziehen und Informationen erstellen.

Vor dem Job folgt eine gründliche Ausbildung. "Für die Zulassung sind Fachhochschulreife oder Abitur erforderlich", sagt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Sehr gute Noten in den Fächern Mathematik, Physik, Deutsch und Englisch gelten als Voraussetzung. Dann kann das dreijährige Studium an der Fachhochschule des Bundes in Brühl bei Köln, am Bildungs- und Tagungszentrum des DWD in Langen (Hessen) und in der Gruppe Lehre und Ausbildung des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (GeoInfoDBw) in Fürstenfeldbruck bei München erfolgen.

Auf dem Lehrplan steht alles, was mit Wetter zu tun hat: Physik, Meteorologie, Klimawesen, Wolkenkunde und Geografie. Dazu kommt Unterricht in fachbezogenem Englisch. Die angehenden Experten lernen, visualisierte Daten von Wetterstationen, Wetterradaren und Wettersatelliten abzulesen, zu entschlüsseln, zu interpretieren und in Zusammenhang mit dem Flugauftrag zu stellen.

Die ersten sechs Monate müssen an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl bei Köln absolviert werden. Die übrige Zeit wird an den Schulen in Langen und Fürstenfeldbruck verbracht. Während der Ausbildungszeit werde eine Vergütung gezahlt. Bis auf die Praktikumszeiten beim DWD oder bei der Bundeswehr bleiben die Auszubildenden an den Schulen. Das Studium schließt mit einem akademischen Grad (Diplom-Verwaltungsbetriebswirt/in FH) ab.

"Für den Einsatz im Luftverkehr müssen die Spezialisten noch eine zusätzliche praktische Ausbildung absolvieren", sagt Kirsche. Erst nach dieser und einer weiteren Prüfung wird die Beratungslizenz erteilt, die zum selbstständigen Arbeiten berechtigt. Beim DWD werden die meisten Absolventen als Beamte in den gehobenen Staatsdienst übernommen. Bei der Bundeswehr ist ein Dienst als Soldat oder Beamter vorgesehen. "Soldaten, die als Flugwetterberater arbeiten wollen, müssen zusätzlich zur Fachausbildung auch die Offiziersausbildung erfolgreich durchlaufen", erklärt Berndt Langrock vom GeoInfoDBw in Euskirchen.

Beim Wetterdienst arbeiten laut Kirsche etwa 70 Flugwetterberater. Beim Geoinformationsdienst gebe es etwa 200 zivile und weitere rund 100 militärische Stellen dieser Fachrichtung, so Langrock.

"Man muss in diesem Beruf belastbar sein, gerade auf einem Großflughafen wie Rhein-Main", sagt Bork. Nicht nur Piloten, sondern auch die Flughafenbetreiber müssen über das Wetter Bescheid wissen.

Internet:
www.dwd.de
www.bundeswehr-karriere.de

Förster und Forstwirt

Früher war im Forstbetrieb alles ganz einfach: Die meisten Forstwirte wurden Beamte. Die Universitäten bildeten für den höheren Dienst aus, die Fachhochschulen für den gehobenen Dienst - und wer Waldarbeiter werden wollte, machte eine Ausbildung und landete im mittleren Dienst. "Diese Zeiten sind vorbei", sagt Prof. Manfred Schölch, Dekan der Fakultät Wald- und Forstwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan in Freising. Das Studium sei zwar darauf ausgerichtet, mit dem Wald zu arbeiten - aber nicht mehr zwangsläufig auch im Wald.

"Vor zehn Jahren noch wurden rund 90 Prozent der Leute für die Verwaltungen ausgebildet, heute sind es nur noch fünf bis zehn Prozent", sagt Andreas Buck-Gramcko, Koordinator und Leiter des Studienbüros in der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen. Inzwischen seien die Einsatzgebiete der Absolventen wesentlich vielfältiger geworden: Sie gehen in den Naturschutz, die Entwicklungshilfe, in Holz- oder Gartenfachbetriebe, in die chemische Industrie oder in Biotech-Unternehmen, ins Management oder in internationale Organisationen.

Zu dieser Verbreiterung des Angebots habe auch die Vielfalt der Schwerpunkte beigetragen, die das Bachelor- und Masterstudium mit sich bringt. Heute bekommt man kein Diplom als Forstwirt mehr, sondern den "Master of Science in Forstwissenschaften und Waldökologie". Zudem sei die Ausbildung praktischer geworden, sagt Buck-Gramcko. "Während des Bachelor-Studiums bilden die Studierenden ein Profil und arbeiten anwendungsorientiert und wissenschaftlich." Wer sich anschließend ins Master-Studium begibt, arbeite forschungsorientierter.

Noch näher an der Praxis ist die Ausbildung an den Fachhochschulen: "Wir bilden Manager für den Wald aus", erklärt Prof. Schölch von der Fachhochschule Weihenstephan das Ziel des dort angebotenen Bachelor-Studiums zum Forstingenieur. Das Studium in Freising dauert im Gegensatz zu den meisten Bachelor-Studiengängen nicht sechs, sondern sieben Semester. "Das sechste Semester ist ein komplettes Praxissemester."

Schon während des Studiums gibt es Projektarbeiten, und die Bachelorarbeit sollte in einem Unternehmen geschrieben werden. Davon profitieren beide Seiten: Die Studierenden lernen potenzielle Arbeitgeber kennen - die Unternehmen können eine aktuelle Fragestellung wissenschaftlich bearbeiten lassen.

Angehende Forstfachleute "müssen geländegängig sein und eine gewisse gesundheitliche Stabilität mitbringen", sagt Schölch. Denn die Arbeit spielt sich zum Großteil draußen ab, bei Wind und Wetter. Da die "ganze Bandbreite der naturwissenschaftlichen Fächer" zum Studium gehört, wie Buck-Gramko sagt, sollten die Interessen zumindest in dieser Richtung liegen. "Die Kenntnisse werden im Studium vermittelt."

Auch ein gewisser Hang zum wirtschaftlichen Denken ist von Vorteil: "Nur noch wenige werden Beamte. Entweder arbeiten unsere Absolventen angestellt oder selbstständig", sagt Buck-Gramko. Eine Tendenz gehe auch in den staatlichen Stellen dahin, nicht mehr mit eigenem Personal zu arbeiten, sondern für Projekte Leute von außerhalb zu holen. "Da kommen Planungsbüros ins Spiel - also müssen sich die Absolventen auch mit Existenzgründung beschäftigen."

Wer zwar im Wald arbeiten will, aber die Schule bereits nach dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife verlassen hat, ist in einer Ausbildung zum Forstwirt richtig. Drei Jahre dauert die kombinierte betriebliche und schulische Ausbildung im Regelfall. Auch hier sind die Anforderungen klar umrissen: "Die Bewerber müssen körperlich fit sein, handwerklich arbeiten, geistige Flexibilität und Handlungsorientierung mitbringen", sagt Thomas Emig, Verwaltungsleiter und Ausbildungsberater im Forstlichen Bildungszentrum Königsbronn (Baden-Württemberg).

Etwa 50 bis 60 Prozent der Gesellen bleiben laut Emig im klassischen Berufsbild. Die meisten anderen gehen in artverwandte Berufe. Drei Jahre Praxis braucht ein Geselle, um dann in die Meisterschule gehen zu können. "Die Meister arbeiten überwiegend in der Ausbildung oder sind Revier betreuende Meister, die sich zusammen mit der Revierleitung um den Wald kümmern", erklärt Emig.

Die Berufe im Wald könnten mehr Frauen gebrauchen: Den größten Anteil weiblicher Studenten hat die FH in Weihenstephan, an der von rund 450 Studierenden etwa ein Viertel Frauen sind. In Göttingen kommt der Anteil kaum auf zehn Prozent. Und in der betrieblichen Ausbildung ist die Frauenquote nach Emigs Worten "ganz, ganz gering".

Forstwirt

Früher war im Forstbetrieb alles ganz einfach: Die meisten Forstwirte wurden Beamte. Die Universitäten bildeten für den höheren Dienst aus, die Fachhochschulen für den gehobenen Dienst - und wer Waldarbeiter werden wollte, machte eine Ausbildung und landete im mittleren Dienst. "Diese Zeiten sind vorbei", sagt Prof. Manfred Schölch, Dekan der Fakultät Wald- und Forstwirtschaft an der Fachhochschule Weihenstephan in Freising. Das Studium sei zwar darauf ausgerichtet, mit dem Wald zu arbeiten - aber nicht mehr zwangsläufig auch im Wald.

"Vor zehn Jahren noch wurden rund 90 Prozent der Leute für die Verwaltungen ausgebildet, heute sind es nur noch fünf bis zehn Prozent", sagt Andreas Buck-Gramcko, Koordinator und Leiter des Studienbüros in der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen. Inzwischen seien die Einsatzgebiete der Absolventen wesentlich vielfältiger geworden: Sie gehen in den Naturschutz, die Entwicklungshilfe, in Holz- oder Gartenfachbetriebe, in die chemische Industrie oder in Biotech-Unternehmen, ins Management oder in internationale Organisationen.

Zu dieser Verbreiterung des Angebots habe auch die Vielfalt der Schwerpunkte beigetragen, die das Bachelor- und Masterstudium mit sich bringt. Heute bekommt man kein Diplom als Forstwirt mehr, sondern den "Master of Science in Forstwissenschaften und Waldökologie". Zudem sei die Ausbildung praktischer geworden, sagt Buck-Gramcko. "Während des Bachelor-Studiums bilden die Studierenden ein Profil und arbeiten anwendungsorientiert und wissenschaftlich." Wer sich anschließend ins Master-Studium begibt, arbeite forschungsorientierter.

Noch näher an der Praxis ist die Ausbildung an den Fachhochschulen: "Wir bilden Manager für den Wald aus", erklärt Prof. Schölch von der Fachhochschule Weihenstephan das Ziel des dort angebotenen Bachelor-Studiums zum Forstingenieur. Das Studium in Freising dauert im Gegensatz zu den meisten Bachelor-Studiengängen nicht sechs, sondern sieben Semester. "Das sechste Semester ist ein komplettes Praxissemester."

Schon während des Studiums gibt es Projektarbeiten, und die Bachelorarbeit sollte in einem Unternehmen geschrieben werden. Davon profitieren beide Seiten: Die Studierenden lernen potenzielle Arbeitgeber kennen - die Unternehmen können eine aktuelle Fragestellung wissenschaftlich bearbeiten lassen.

Angehende Forstfachleute "müssen geländegängig sein und eine gewisse gesundheitliche Stabilität mitbringen", sagt Schölch. Denn die Arbeit spielt sich zum Großteil draußen ab, bei Wind und Wetter. Da die "ganze Bandbreite der naturwissenschaftlichen Fächer" zum Studium gehört, wie Buck-Gramko sagt, sollten die Interessen zumindest in dieser Richtung liegen. "Die Kenntnisse werden im Studium vermittelt."

Auch ein gewisser Hang zum wirtschaftlichen Denken ist von Vorteil: "Nur noch wenige werden Beamte. Entweder arbeiten unsere Absolventen angestellt oder selbstständig", sagt Buck-Gramko. Eine Tendenz gehe auch in den staatlichen Stellen dahin, nicht mehr mit eigenem Personal zu arbeiten, sondern für Projekte Leute von außerhalb zu holen. "Da kommen Planungsbüros ins Spiel - also müssen sich die Absolventen auch mit Existenzgründung beschäftigen."

Wer zwar im Wald arbeiten will, aber die Schule bereits nach dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife verlassen hat, ist in einer Ausbildung zum Forstwirt richtig. Drei Jahre dauert die kombinierte betriebliche und schulische Ausbildung im Regelfall. Auch hier sind die Anforderungen klar umrissen: "Die Bewerber müssen körperlich fit sein, handwerklich arbeiten, geistige Flexibilität und Handlungsorientierung mitbringen", sagt Thomas Emig, Verwaltungsleiter und Ausbildungsberater im Forstlichen Bildungszentrum Königsbronn (Baden-Württemberg).

Etwa 50 bis 60 Prozent der Gesellen bleiben laut Emig im klassischen Berufsbild. Die meisten anderen gehen in artverwandte Berufe. Drei Jahre Praxis braucht ein Geselle, um dann in die Meisterschule gehen zu können. "Die Meister arbeiten überwiegend in der Ausbildung oder sind Revier betreuende Meister, die sich zusammen mit der Revierleitung um den Wald kümmern", erklärt Emig.

Die Berufe im Wald könnten mehr Frauen gebrauchen: Den größten Anteil weiblicher Studenten hat die FH in Weihenstephan, an der von rund 450 Studierenden etwa ein Viertel Frauen sind. In Göttingen kommt der Anteil kaum auf zehn Prozent. Und in der betrieblichen Ausbildung ist die Frauenquote nach Emigs Worten "ganz, ganz gering".

Fotomedienfachmann

Es gibt fast keine Woche ohne eine neue Kamera, die mit erweiterten Funktionen und höherer Auflösung auf den Markt kommt. Egal ob Film, Foto oder Mobiltelefon: «Die Entwicklung ist rasant», sagt Klaus Kirchwehm.

«Es war höchste Zeit für einen neuen Beruf», so der ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Landesberufsschule Photo+Medien in Kiel. Kirchwehm ist Fotohändler. In seinem Betrieb verkauft er Kameras, macht Bewerbungsfotos und druckt diese gleich aus, kleine Retuschierungen inklusive.

Das sind mindestens drei Funktionen in einer Person, für die es jetzt auch eine entsprechende Ausbildung gibt: Fotomedienfachleute verbinden kaufmännisches Handeln, Kreation und Fototechnik, erklärt Benedikt Peppinghaus, Referent beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. «Aber im Mittelpunkt des neuen Berufsbildes steht die Beratung.» Kompetentes Fachpersonal und zusätzliche Serviceangebote wie das biometrische Passbild oder das Hochzeitsfoto sollen die Zukunft der Fachgeschäfte sichern.

Eine Zukunft, um die es viele Jahre lang düster aussah, weil die Betriebe den Trend zur Digitalisierung nicht wahrhaben wollten, bestätigt der Kieler Landesberufsschulleiter Jörg Leppin: «Wir mussten die Ausbildung von drei auf eine Klasse zurückfahren. Aber jetzt ist die Talsohle durchschritten.» Jahrelang hatte der Fotohandel Kaufleute für den Einzelhandel ausgebildet - bis der Schwerpunkt «Photo, Kino, Video» abgeschafft wurde. Aber mit dem Motto «Kaufmann ist Kaufmann, und das Fachwissen kommt aus der Praxis» wollte sich die Branche nicht zufriedengeben. Sie verlangte nach Fachkräften, die auch Bilder aufnehmen, bearbeiten und ausgeben können.

«Das ist nur ein kleiner Ausbildungsberuf, aber er hat Chancen, weil er der Entwicklung am Fotomarkt Rechnung trägt», sagt Diplom-Handelslehrer Leppin. Das erste Ausbildungsjahr steht noch ganz im Zeichen des Verkaufs, und die zukünftigen Fotomedienfachleute werden gemeinsam mit den Einzelhandelskaufleuten unterrichtet. Erst im zweiten Jahr geht es an einer auf das Berufsbild spezialisierten Schule auch um Bildaufnahmen und Technik. «Aber das Kaufmännische bleibt», betont Leppin.

Für die verschiedenen Lernfelder arbeitet die Landesberufsschule eng mit dem industrienahen Photo+Medienforum am Ort zusammen: «Wir bekommen hier stets die neuesten Kameras zur Verfügung gestellt», sagt der Lehrer. Die Spezialisierung ermöglicht es dem Standort, jetzt schon die Ausbildung für Fotomedienfachleute im zweiten Lehrjahr anzubieten, obwohl der neue Beruf erst offiziell zum ersten August an den Start geht: «Die Mehrheit der Einzelhandelskaufleute aus dem ersten Lehrjahr ist in den neuen Ausbildungsberuf gewechselt», erklärt der Schulleiter dieses Phänomen. Zu den 33 Auszubildenden aus Schleswig-Holstein kommen 15 aus anderen Bundesländern.

Schulangebote gibt es bisher in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. «Es läuft vermutlich auf eine Splitterberufsliste hinaus», sagt Kirchwehm. Der Begriff steht für eine länderübergreifende Berufsschulorganisation und verlangt eine gewisse Mobilität bei den Auszubildenden. Zum Blockunterricht reisen sie in andere Bundesländer, lernen und wohnen dann dort.

Neben der Bereitschaft zur Mobilität sollten Auszubildende Interesse an Technik und Fotografie sowie Offenheit für wirtschaftliche Fragen mitbringen. Klaus Kirchwehm legt außerdem Wert auf sicheres Auftreten und gute Umgangsformen. Die Eignung seiner Auszubildenden überprüfe er per Praktikum: «Ich habe hier schon Realschüler mit schlechten Schulnoten gehabt, die durch ihr technisches Know-how überzeugten», erzählt er. «Die haben sich an den Rechner gesetzt und mal eben Probleme gelöst, die uns seit Tagen zu schaffen machten.»

Wie die neue Ausbildung bezahlt wird, dazu will sich der Sachverständige der neuen Ausbildungsverordnung noch nicht festlegen: «Das liegt im Ermessen der Ausbildungsbetriebe.» BIBB-Referent Peppinghaus verweist auf den statistischen Mittelwert für Fotomedienlaboranten, der bei 557 Euro liegt.

Die Offenheit des neuen Berufsbildes für Handel und Handwerk, Labore und Agenturen sei eine Chance, so Klaus Kirchwehm. Etwa für seine Auszubildende Silja Kruse. Die Abiturientin ist durch Fotofachhandel und Fotografie familiär geprägt und konnte sich lange nicht für eine Richtung entscheiden: «Als Fotomedienfachfrau bin ich Kauffrau und Kreative zugleich», sagt sie, «und halte mir eine spätere Schwerpunktsetzung offen.»

Informationen:
Landesberufsschule Photo+Medien Kiel,
Feldstraße 9-11,
24105 Kiel,
Telefon: 0431/579 70 23

Informationen im Internet:
Landesberufsschule Photo+Medien: www.lbs-photo.de

(dpa/tmn)
Friseur

Friseurmeister Armin Burkart aus Rheinstetten hat nichts gegen die Leidenschaft für Haare: Aber der Wunsch, das Friseurhandwerk zu erlernen, dürfe sich nicht darauf beschränken: «Man trägt Verantwortung für die Kunden und nichts anderes.»


An Bewerberinnen mangelt es Burkart nicht. Nur die wenigsten erfüllen aber seine Kriterien: Dazu gehört ein ordentlicher Schulabschluss, möglichst Mittlere Reife oder ein sehr guter Hauptschulabschluss. Weiterhin benötigen die Kandidaten eine gewisse Allgemeinbildung, damit sie sich mit den Kunden im Salonstuhl auch angemessen unterhalten können.


Jedes Jahr starten zwischen 13 000 und 15 000 junge Menschen die drei Jahre dauernde Lehre im Friseurhandwerk, 92 Prozent sind Frauen, so der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. Das Friseurhandwerk ist vergleichsweise personalintensiv. Daher wird auch überdurchschnittlich stark ausgebildet, sagt Dirk Kramprich, Sprecher des Zentralverbandes. «Fast jeder fünfte Mitarbeiter ist ein Auszubildender.»


Allerdings ist die Zahl der Ausbildungsplätze zuletzt leicht gesunken: «2003 war kein gutes Jahr für die Friseure.» In Krisenzeiten wird der Besuch beim Haarschneider hinausgezögert. «Und die Debatte, den Friseur zu einem zulassungsfreien Beruf zu machen, hat die Unternehmen sehr verunsichert.» Die Diskussion ist vorerst vom Tisch: Gesellen benötigen den Meistertitel oder eine sechsjährige Berufserfahrung, davon vier in leitender Stellung, wenn sie sich selbstständig machen wollen.


«Der Wechsel vom Angestelltenverhältnis in die Vollexistenz ist schwer», betont Peter Hofmann, Vorstand der Unternehmensberatung Fröhlich & Friends in Ansbach. Nicht zuletzt gibt es eine finanzielle Hürde: «Die meisten haben kein Geld.» Das ist kein Wunder, wenn ein Lehrling im letzten Ausbildungsjahr in Westdeutschland im Schnitt 500 Euro, im Osten 350 Euro verdient. Und die Ausbildung zum Meister im Vollzeit- oder Teilzeitunterricht oder an Friseurschulen kostet an die 4000 Euro, inklusive Prüfungsgebühr und Lehrmaterialien.


«Friseure können richtig gut Geld verdienen», setzt Peter Hofmann dagegen. «Durch die Trinkgelder kommt ein zusätzlicher Verdienst von mindestens 160 Euro netto im Monat hinzu.» Allerdings übernehmen sich viele Existenzgründer: «Die meisten Friseure verstehen sich als kreative Menschen und nicht unbedingt als Betriebswirte», meint Rainer Röhr, Geschäftsführer des Zentralverbandes. Zwar gehört das Thema «Salonmanagement» in die Meisterschule, aber die eigentliche betriebswirtschaftliche Ausbildung finde in der Praxis statt, so Unternehmensberater Hofmann.
Fußballtrainer

Der eine ist laut, exzentrisch und gestikuliert. Der andere diplomatisch und durchdacht. Kein Trainer ist wie der andere. Eines verbindet sie im Fußball: Sie müssen ihre Mannschaft formen und führen. Und sie werden an Siegen gemessen.

"Man muss das Spiel lieben", sagt Eckhart Krautzun. "Man muss besessen sein. Und starke Nerven haben." Krautzun ist seit 40 Jahren Fußballtrainer, war verantwortlich für Vereine im Profi- und Amateurbereich sowie für Nationalteams. Wer in dem Beruf Erfolg haben möchte, braucht viel Ehrgeiz und einen starken Willen. Er muss aber auch mit Niederlagen umgehen können.

"Oft zählen ja nur die drei Punkte", erklärt Krautzun, der heute Trainer aus Entwicklungsländern ausbildet. Das sei damals wie heute gleich. Was sich aber verändert habe: Früher war der Trainer Chef und Alleinverantwortlicher. "Manchmal auch ein bisschen Diktator." Heute seien eher Teamfähigkeit und Organisationstalent gefragt.

Der Fußballtrainer ist oft für einen großen Stab verantwortlich, vom Co-Trainer bis zum Physiotherapeuten. "Das erfordert ein hohes Maß an Kommunikationsgeschick", sagt Krautzun. Auch die Ansprachen an die Mannschaft sind wichtig: "Die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt können dem Team Motivation geben oder Nervosität nehmen."

"Ein Trainer ist wie ein Dirigent", sagt Frank Wormuth, Leiter der Trainerausbildung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Neben Fachwissen über Taktik, Trainingslehre, Sportmedizin und Psychologie seien Führungsqualitäten gefragt. Mitunter 25 Spieler sollen sich schließlich einem sportlichen Ziel verpflichten.

Ausstrahlung und Charisma sind deshalb Krautzun zufolge wichtig für die Arbeit in der Coaching-Zone. Denn gefragt sind starke Persönlichkeiten: Gegenüber seiner Elf müsse ein Trainer seinen Mann stehen, nach schlechten Leistungen sich und die Spieler verteidigen. Hoher Erfolgsdruck gehört zur Arbeit, Stress und kleinere Konflikte sind im Sport normal. "Sensibelchen haben da nichts verloren."

Eine Mannschaft zu formen und auf Ziele hin vorzubereiten, sei das Reizvolle am Beruf, ergänzt Friedhelm Funkel, Trainer des VfL Bochum. "Nicht jeder kann aber gleich erfolgreich sein." Jungen Trainern rät Funkel, geduldig und beharrlich zu bleiben.

Die erste Stufe auf dem Weg zum Trainer ist die Qualifizierung als Teamleiter. Sie genügt für A-Jugend- oder Seniorentrainer im unteren Amateurbereich. Darauf folgen die Scheine C und B für höhere Juniorenteams und Stützpunkt-Trainer. "Beim A-Lehrgang trennt sich dann die Spreu vom Weizen", sagt Frank Wormuth. Wer besteht, darf alle Amateur-, Frauen- und Juniorenteams trainieren. Der Fußball-Lehrer ist die höchste Stufe: Der Lehrgang befähigt zur Arbeit in Lizenzvereinen und Verbänden sowie zur Leitung von Nachwuchszentren.

Der Einstieg in den Beruf gelingt oft über den Junioren-Bereich. "Dort kann man sich als Trainer verwirklichen und viel bewegen", sagt Andreas Bergmann, Nachwuchsleiter und U23-Trainer beim Bundesligisten Hannover 96. Ein Platz auf der Trainerbank in Bundesliga-Stadien wird für die meisten dagegen ein Traum bleiben.

Wer Amateure trainiert, muss flexibel und kompromissbereit sein, sagt Olaf Thon. Der Ex-Schalker ist heute Chef des VfB Hüls in der fünften Liga. Einige Spieler könnten nicht immer trainieren, weil sie berufstätig sind. Auch sei es wichtig, den Spaß am Fußball hochzuhalten. "Die Spieler müssen gern zum Training kommen."

Ausbildung zum Fußball-Lehrer beim DFB

Landes- und Regionalverbände im Internet

Die Trainerscheine

Die Qualifizierung als Teamleiter ist die erste Stufe als Trainer. Sie genügt für A-Jugend- oder Seniorentrainer im unteren Amateurbereich. Darauf folgen die Scheine C und B für höhere Juniorenteams und Stützpunkt-Trainer. "Beim A-Lehrgang trennt sich dann die Spreu vom Weizen", sagt Frank Wormuth vom DFB.

Wer besteht, darf alle Amateur-, Frauen- und Juniorenteams trainieren. Der Fußball-Lehrer ist die höchste Stufe: Der Lehrgang befähigt zur Arbeit in Lizenzvereinen und Verbänden sowie zur Leitung von Nachwuchszentren.

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