Ausbildungsberufe von A bis Z

Vom Abfallwirtschafter bis zum Zollbeamten - Über 200 Ausbildungsberufe im Porträt.

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Lagerlogistiker

Ohne sie wäre der weltweite Handel, bei dem Deutschland eine Spitzenposition einnimmt, nicht möglich: die Fachkräfte für Lagerlogistik. Sie arbeiten entscheidend daran mit, dass die internationalen und nationalen Warenströme im Gesamtwert von Hunderten Milliarden Euro reibungslos fließen und noch stärker werden. "Der Logistikmarkt ist eine Boombranche", sagt Hans-Christian Pohl vom Vorstand der Bundesvereinigung Logistik (BVL) in Bremen.
Von einem "wachsenden Bedarf des Marktes" spricht auch Hella Lüth vom Internationalen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. "Zum Ende vergangenen Jahres bestanden in Deutschland mehr als 12 300 Ausbildungsverhältnisse im Beruf Fachkraft für Lagerlogistik." Ein Blick auf die Statistik zeigt in den vergangenen fünf Jahren ein stetiges Ansteigen. Allerdings gibt es derzeit noch keine ausgebildeten Fachkräfte mit dieser neuen Berufsbezeichnung. Sie können frühestens 2007 für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Erst seit August 2004 ist eine neue Verordnung in Kraft, welche die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft ersetzt und den aktuellen Anforderungen entspricht.

So wurden unter anderem beispielsweise "fachspezifisches Kommunizieren in einer Fremdsprache" und erweitertes kaufmännisches Wissen in den Lehrplan aufgenommen. Das heißt, dass am Arbeitsplatz zusätzlich zu Deutsch eine weitere Sprache verlangt wird, schließlich treffen heute Waren aus aller Herren Länder in den Lagerhäusern ein.

Arbeitsplätze gibt es überall da, wo Mengen an Gütern aller Art -beispielsweise Maschinen, Gefahrgüter, Nahrungsmittel oder Kosmetik -umgeschlagen werden. Entsprechende Jobs bieten Betriebe in Häfen, Speditionen, Materialdepots der Großunternehmen und mittelständische Firmen sowie Handelshäuser.

"Flexibilität, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit", verlangt Jens Heyke, Geschäftsführer eines Schiffsausrüsters in Hamburg, von seinen Mitarbeitern in den Hallen, in denen mehr als 16 000 Artikel lagern. "Die Ware muss exakt zum gewünschten Termin beim Kunden sein -weltweit. Jede überflüssige Liegezeit eines Schiffes kostet Geld." Selbstständiges ökonomisches Denken ist gefragt.

Solche Eigenschaften erwartet auch Wolfgang Götz von seinen etwa 60 Mitarbeitern. Ihm untersteht am Firmensitz in der Nähe von Ulm das Lager eines der weltweit größten Hersteller von Schalungen und Gerüsten. "Bei uns werden jeden Tag 600 Tonnen umgeschlagen und zum Teil bis nach Asien geliefert", sagt er.

Ausgebildete Facharbeiter finden sich bei Götz schnell in der mittleren Führungsebene wieder. "So ein Mann hat die Arbeit der Verladehelfer verantwortlich zu steuern. Dazu muss dieser sich im Lager genau auskennen und den jeweiligen Warenbestand per EDV überblicken." Und der Lagerchef weist ergänzend darauf hin: "Eine weitere Voraussetzung ist übrigens der Führerschein für Gabelstapler."

Die Ausbildung in diesem vielseitigen Beruf dauert drei Jahre und findet in Betrieben und in Berufsschulen statt. "Für eine Lehrstelle sollte der Bewerber mindestens einen qualifizierten Hauptschulabschluss nachweisen können", so das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Zwischenprüfung bei der zuständigen Kammer, und das ist neu, findet schon nach dem ersten und nicht mehr erst nach dem zweiten Jahr statt.

Die gestaffelte Ausbildungsvergütung liegt zwischen knapp 650 und 750 Euro in den alten Bundesländern und zwischen etwa 570 und 680 Euro im Osten Deutschlands. Beim Berufseinstieg kann man mit etwa 1300 Euro monatlich rechnen. Die Aussichten für eine Karriere sind gut, wenn die Fachkraft sich in Lehrgängen ständig weiterbildet und auf dem neuesten Stand der Lagerwirtschaft ist. Auch die Meisterprüfung ist möglich.

Egal welche Güter ins Lager kommen und es wieder verlassen, die Arbeitsanforderungen an Lagerlogistiker sind nahezu gleich. Dazu gehört auch das Bereitstellen einer Ware für den Transport zum Kunden. "Wichtig dabei ist beispielsweise auch die Auswahl der Verpackung durch die Fachkraft", erläutert Götz. "Für ein kleines Teil darf eine Kiste nicht zu groß sein, das treibt die Transportkosten unnötig in die Höhe." So gehören zur Ausbildung das Ermitteln der Kosten für Verpackung und Transport.

Moderne Technik hat längst auch in den Lagern Einzug gehalten, viele Arbeitsvorgänge laufen automatisch. Dennoch verlangt der Beruf eine gewisse körperliche Robustheit. "Schwere Säcke muss in der Regel aber heute keiner mehr schleppen", sagt Lüth. So sind unter den auszubildenden Fachkräften für Lagerlogistik inzwischen auch Frauen anzutreffen. "Ihr Anteil liegt bei fast elf Prozent."
Landschaftsarchitekt

Gärtner pflanzen Blumen und legen Grünflächen an. Wohin die jeweiligen Stauden, Büsche und Co. gesetzt werden sollen, legen hingegen Landschaftsarchitekten fest.

In diesem Job sind Vorstellungsvermögen und Kreativität gefragt. Denn je einfallsreicher der Landschaftsarchitekt ist, desto einladender werden Parks und Plätze. «Der Landschaftsgärtner pflanzt den Baum, und wir sagen, wohin der Baum kommt», bringt es Landschaftsarchitektin Anette Dupper aus Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg auf den Punkt.

Das hört sich zunächst einfach an. In der Praxis ist es das aber keineswegs. So kann der Landschaftsarchitekt eine Grünfläche nicht einfach nach Gutdünken am Reißbrett entwerfen. Er muss dabei die Eigenschaften des Untergrunds, die Tragkraft der zu verlegenden Steine und vieles mehr beachten. «Man muss sich immer vorstellen können, wie es nachher aussieht», sagt Dupper.

Der Weg zum Landschaftsarchitekt führt in der Regel über ein entsprechendes Studium. An der Technischen Universität Dresden etwa werden Themen wie Pflanzenkunde, Gartendenkmalpflege, Freiraumplanung, Botanik und Klimafragen durchgenommen. Studenten sollten sich zum einen für das künstlerische Gestalten interessieren. Und sie brauchen ein Faible für die Natur. Außerdem sind der Uni zufolge eine gute Beobachtungsgabe, räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis wichtig.

Zu den Aufgaben des Landschaftsarchitekten zählt zunächst die Entwurfsarbeit. «Sie planen Freiräume innerhalb und außerhalb besiedelter Gebiete», erläutert Detlev Tönnies vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen. Das betrifft Flächen mit und ohne Pflanzen - etwa Spielplätze, Schulhöfe, Verwaltungsgebäude, Parkplätze oder Krankenhäuser. «Wir legen die Materialien und Formen des Platzes fest», erklärt Dupper. Aber auch Haus- und Wintergärten sowie Innenhöfe werden nach den Wünschen von Kunden gestaltet.

Der Architekt muss sich auch um die Belange der Bürger kümmern, die von den Vorhaben in Fußgängerzonen und Promenaden betroffen sind. Nach Angaben des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten in Berlin gehört es daher zum Job, Planungsprozesse als Koordinator und Moderator bis zum erfolgreichen Abschluss zu begleiten.

Landschaftsarchitekten tragen viel Verantwortung für die Umwelt. Bei einer noch so pfiffigen Idee dürfen sie ökologische Zusammenhänge nicht außer Acht lassen. Nehmen sie an einer Stelle Bäume weg, müssen sie dafür sorgen, dass an anderer Stelle wieder Bäume gepflanzt werden. «Ein Landschaftsarchitekt bewertet, welcher Schaden für die Natur wieder ausgeglichen werden muss», erklärt Dupper. Steht das Konzept, sorgen die Experten dafür, dass die als Ausgleich gedachten Pflanzen auch wirklich in die Erde kommen.

Nach dem Studium einen Arbeitsplatz in dem Beruf zu finden, ist gar nicht so einfach. «Der Markt ist gesättigt», warnt Dupper. «Es gibt mehr Studienplätze, als nachher Stellen frei sind.» Wer dennoch einen Job findet, kommt zum Beispiel in einem Planungsbüro unter. Im öffentlichen Dienst gibt es angestellte oder verbeamtete Architekten. Ansonsten haben auch Firmen aus dem Bereich der Landschaftsgärtnerei Bedarf für die Architekten.

Was Landschaftsarchitekten verdienen

Im öffentlichen Dienst beträgt das monatliche Entgelt von Landschaftsarchitekten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 3000 bis gut 4700 Euro brutto. Mitarbeiter in freien Planungsbüros kommen nach Anette Duppers Erfahrung auf 35 000 Euro im Jahr. Der Verdienst bei Selbstständigen hängt von der Auftragslage ab.

Informationen im Internet:
Infos zum Berufsbild (pdf-datei): dpaq.de/1tbxn

(dpa/tmn)
Landwirt

Natur pur - das verbinden viele mit dem Leben auf dem Bauernhof. Die Arbeit dort ist aber ein harter Broterwerb. Und ein Bauernhof ist kein Streichelzoo.

«Landwirt ist kein Beruf, in dem man Rindviecher kuschelt und Schweine krault», sagt Martin Lambers, Referent für Berufsausbildung beim Deutschen Bauernverband in Berlin. «Das ist ein normaler Wirtschaftsberuf.» Das sollte sich jeder bewusst machen, der diesen Beruf ergreifen will. Angehende Bauern brauchen einen Abschluss an einer allgemeinbildenden Schule. Der muss nicht mal blendend sein. Allerdings lassen sich auch einige Abiturienten zum Landwirt ausbilden. «Sie machen das meist als Vorstufe zum Studium», hat Lambers beobachtet.

Auch wenn die Noten nicht so entscheidend sind - Verständnis für Mathe und Naturwissenschaften ist wichtig. Denn diese Kenntnisse spielen im Alltag eines Bauern häufig eine Rolle. Landwirte müssten Futterrationen und Dosierungen für Pflanzenschutzmittel berechnen, erklärt Lambers. Außerdem werden Viehställe mittlerweile elektronisch klimatisiert. Und die Traktoren sind heutzutage mit GPS ausgestattet.

Um eine Ausbildung als Bauer bewerben sich zunehmend auch Leute, die nicht aus der Landwirtschaft kommen. Ihnen müssen zunächst einige ganz banale Dinge klar sein - etwa, dass die Arbeit als Landwirt saisonal bedingt ist. Und dass Landwirte keinen festen Feierabend wie andere haben. «Kühe müssen auch am Wochenende gemolken werden», sagt Lambers. In der Ausbildung wird schon früh verlangt, eigenständig zu arbeiten. Das erfordert Organisationstalent. «Sie sitzen nicht auf dem Schoß ihres Chefs, sondern fahren mit dem Schlepper raus», sagt Lambers. Taucht dann ein Problem auf, müssen Azubis es selbst lösen.

Die Ausbildung wird - anders als in anderen Berufen - nicht nur in einem Betrieb absolviert. «Die meisten Auszubildenden wechseln den Lehrbetrieb», erklärt Hennig Hölscher, Referent für Agrarberufe der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg. Denn die angehenden Bauern müssen während ihrer Ausbildung verschiedene Stationen durchlaufen. Sie wählen je zwei Gebiete im Bereich der Pflanzen- und Tierproduktion. Dazu gehören Getreide-, Mais- oder Kartoffelanbau auf der einen Seite. Und die Haltung von Milchvieh, Schweinen oder Geflügel auf der anderen Seite.

Nach der Ausbildung ist das Ende der Karriereleiter noch lange nicht erreicht. Fertige Landwirte können ihren Meister machen oder an einer Fachschule einen Abschluss als Agrarbetriebswirt oder Agrartechniker erwerben. Zudem bieten einige Universitäten und Fachhochschulen ein agrarwissenschaftliches Studium an. An der Fachhochschule Kiel können Studenten Bauer mit Bachelor werden. «Ich rate ein solches Studium demjenigen, der Interesse an einem breiten Studium hat», sagt Martin Braatz, der Dekan des Fachbereichs. Im ersten Studienjahr werden naturwissenschaftliche Fächer durchgenommen. Dazu kommen wirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte. Im zweiten Jahr kommen die Grundlagen der Landwirtschaft hinzu, danach spezialisieren sich die Studenten.

Bewerber in Kiel müssen mindestens die Fachhochschulreife haben. Daneben berechtigt auch ein Meistertitel oder ein gleichwertiger Abschluss zum Studium. Außerdem müssen Studenten bis zum dritten Fachsemester ein sechsmonatiges Praktikum in der Landwirtschaft absolviert haben. «Wir raten Studenten aber dazu, dass sie vor dem Studium schon eine zweijährige Ausbildung zum Landwirt gemacht haben», sagt Braatz.

Und nach dem Studium? Ja, es gibt sie, die studierten Landwirte auf dem Bauernhof. Die Hälfte der Absolventen aus Kiel geht in die Praxis zurück und wird Betriebsleiter - etwa auf großen Betrieben in Ostdeutschland. Dort entscheiden Betriebsleiter zum Beispiel, was angebaut wird. Und sie müssen das Personal betreuen und einteilen. «Es ist auf großen Höfen selten der Fall, dass Betriebsleiter noch selbst auf dem Traktor sitzen», sagt Braatz.

Infos des Bildungsservers Agrar im Web

Infos der Bundesagentur für Arbeit im Web

Landwirte müssen längst keinen eigenen Hof mehr haben. Sie können auch als Fachkräfte auf anderen Höfen arbeiten. Vor allem in den neuen Bundesländern sind einige Höfe so groß, dass dort gleich mehrere Landwirte Arbeit finden. Die Ländereien umfassen meist eine Fläche von mehreren Dörfern. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes steht dort in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an. Das dürfte angehenden Landwirten eine Reihe von Jobchancen eröffnen.

(dpa/tmn)
Lebensmittelchemiker

Die Currywurst am Stand oder das Eis beim Italiener kontrollieren Lebensmittelchemiker ebenso sorgfältig wie Fleisch, Gemüse, Getränke und andere Nahrungsmittel im Supermarkt.

Auch Plastikgeschirr und Kinderspielzeug sowie Bedarfsgegenstände, mit denen der Körper in Berührung kommt, unterliegen ihrer Überwachung. «Die Bedeutung dieses Berufes ist schon sehr groß und wird weiter zunehmen», erklärt Prof. Thomas Henle, Leiter des Instituts für Lebensmittelchemie an der Technischen Universität Dresden. Renate Hoer von der Gesellschaft Deutscher Chemiker in Frankfurt nennt die Berufsaussichten für Nachwuchskräfte sogar «sehr gut».

Jobs bieten die Lebensmittelindustrie, der Öffentliche Dienst und die Forschungsinstitute der Hochschulen. Der Einstieg in den Beruf erfordert ein abgeschlossenes Hochschulstudium. «Eine Promotion ist nicht zwingend, doch etwa ein Viertel bis ein Drittel der Absolventen machen noch ihren Doktor», sagt Henle. Für eine wissenschaftliche Karriere sei das auch notwendig.

Die Münchnerin Kristina Berger will im Wintersemester ihr Studium in Dresden aufnehmen. Schon im Gymnasium war sie von Chemie fasziniert und interessierte sich besonders für deren Bedeutung für Lebensmittel. Die Entscheidung für den Beruf fiel schon nach einem kurzen «Schnupperpraktikum» im Laboratorium eines Lebensmittelherstellers, der seine Produkte laufend zur Qualitätssicherung untersuchen lässt.

«Ich arbeite gern in einem Labor», sagt Kristina Berger. Neben modernsten Geräten wird sie nach ihrer Ausbildung auch die «klassischen» Reagenzgläser und Kolben verwenden. Wie wichtig es sei, systematisch, genau und sorgfältig zu arbeiten, habe ihr die Laborchefin gleich zu Beginn des Praktikums erzählt, erinnert sich Berger. Arbeitskittel, Mundschutz und Handschuhe bei Untersuchungen würden sie nicht stören, ebenso wenig wie Gerüche und notwendige Überstunden bei Versuchen oder Nachtschichten.

Nach dem Abschluss des Studiums folgt ein einjähriges Praktikum in der amtlichen Lebensmittelüberwachung oder in der Industrie. Dann ist die staatliche Prüfung abzulegen, mit deren Bestehen Lebensmittelchemiker ihre gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung führen dürfen. Lebensmittelchemiker fühlen sich in erster Linie dem Verbraucherschutz verpflichtet. In Laboratorien untersuchen die Wissenschaftler mit chemisch-analytischen Methoden sowie biochemischen und mikrobiologischen Verfahren Nahrungs- und Genussmittel auf Schadstoffe und Verunreinigungen.

Sie stellen auch fest, ob Verpackungen allen Anforderungen entsprechen. «Geprüft wird selbst Kochgeschirr», sagt Henle. Seit fast 130 Jahren gibt es in Deutschland die amtliche Lebensmittelüberwachung. Seit zehn Jahren ist eine strenge Verordnung in Kraft, die die hygienischen Mindestanforderungen bei Herstellern festschreibt. Firmen unterhalten deshalb eigene Labors oder nehmen die Dienste externer Fachchemiker in Anspruch. Viele von ihnen arbeiten auch freiberuflich, zum Beispiel als Gutachter.

Die Vielzahl der Aufgaben führt auch in der Lebensmittelchemie zu Spezialisierungen und damit zu neuen Arbeitsgebieten. Manche der Fachleute konzentrieren sich auf Futtermittelkontrolle, andere auf Wasch- und Reinigungsmittel, auf Tiefkühlkost oder Konserven. «Es ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf», betont Hoer. Entsprechend ist die Bezahlung. Die Einstiegsgehälter beginnen bei etwa 3300 Euro brutto im Monat. Die Berufsperspektiven gelten als gut: Thomas Henle von der Uni Dresden schätzt die Zahl der Lebensmittelchemiker auf etwa 6000. Im Fachverband, dem er vorsteht, sind «rund 3000» organisiert - Nachwuchs wird gesucht.

Institute für Lebensmittelchemie gibt es an 16 deutschen Hochschulen. Für die Immatrikulation ist das Abitur erforderlich. «Nach den ersten vier Semestern des allgemeinen Chemiestudiums folgt die Spezialisierung», erläutert Karin Schmitz von der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Schwerpunkte können zum Beispiel Ernährungswissenschaft, Chemie der Lebensmittel, Hygiene, Lebensmittelrecht und Umweltschutz sein. Etwa 150 angehende Lebensmittelchemiker legen pro Jahr die Zweite Staatsprüfung ab, die Voraussetzung für eine Verbeamtung ist.

Informationen:
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh),
Postfach 90 04 40,
60444 Frankfurt,
Telefon: 069/791 70

Informationen im Internet:
Gesellschaft Deutscher Chemiker: www.gdch.de (dpa/tmn)

Lebensmittelkontrolleur

Radioaktiv verseuchter Fisch, Dioxin in Eiern oder Gammelfleisch im Döner - die Angst vor solchen Dingen kann einem schnell den Appetit verderben. Um Verbraucher zu schützen, sind Lebensmittelkontrolleure bundesweit im Einsatz.

Sie überwachen die Einhaltung der strengen Vorschriften für Anbieter von Lebensmitteln. Das ist oft keine einfache Sache. «Die Kontrollen sind unangemeldet und für Betriebe nicht immer angenehm», sagt Guido Friske vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure in Drolshagen im Sauerland. Denn wenn Betriebe die Hygienevorschriften nicht einhalten, kann der Kontrolleur ein Bußgeld oder Verkaufsverbot verhängen. Schlimmstenfalls droht die Schließungen.

Wichtig für den Beruf sei es, eine Situation schnell beurteilen und entschlossen handeln zu können, erklärt Klaus-Dieter Bischoff vom Landesverband der Lebensmittelkontrolleure in Niedersachsen. Beim Überprüfen eines Betriebs muss die eigene Einschätzung präzise und fehlerfrei sein - für langes Überlegen bleibt keine Zeit. Starke Persönlichkeiten mit sicherem Auftreten sind deshalb gefragt.

Den Großteil ihres Arbeitsalltages verbringen die Kontrolleure im Außendienst. Dort untersuchen sie unter anderem Verkaufsräume von Geschäften, Küchen in der Gastronomie, Lagerhäuser des Großhandels oder Produktionsstätten von Herstellern. Auch Fleischereien, Schlachtereien und Kantinen werden kontrolliert. Taschenlampe, Fotoapparat und Fettmessgerät sind dabei wichtige Utensilien.

Aufgrund der ständig wachsenden Anzahl von Gastronomiebetrieben wartet ein großes Pensum: Besucht werden bis zu vier kleinere oder ein Großbetrieb am Tag, sagt Friske. Das sei manchmal sehr anstrengend. «Man arbeitet immer unter starkem psychischen Druck.»

Vorschriften wie das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie das EU-Hygienepaket müssen genau bekannt sein. Auch räumliches Denken wird verlangt. «Warenflüsse und Betriebsabläufe muss man sich genau vorstellen können», erklärt Friske. Daneben sei technisches Verständnis gefragt.

Zurück im Büro werden Stellungnahmen und Gutachten verfasst. Produktproben werden zwar im Labor untersucht. Es ist aber für die Probenauswahl hilfreich, etwas von Chemie und Biologie zu verstehen.

Angestellt sind die Kontrolleure vorwiegend in den Behörden, die mit der Lebensmittelüberwachung beauftragt sind. Das können Veterinär-, Ordnungs- oder Landesuntersuchungsämter für das Gesundheitswesen sein, erläutert die Bundesarbeitsagentur in Nürnberg.

Nur wer bereits als Koch, Bäcker, Metzger oder Brauer seinen Meister oder Techniker in einem Lebensmittelberuf gemacht hat, könne sich bei den Landratsämtern und kreisfreien Städten bewerben, erklärt Miriam Endres vom Verband der Lebensmittelkontrolleure in Bayern. Die 24-monatige Ausbildung werde nur angeboten, wenn es hinterher auch eine freie Stelle gibt. Auf dem Lehrplan stehen Warenkunde, Lebensmittelhygiene, Datenverarbeitung und Rechtskunde.

In der Praxis begleiten erfahrene Kollegen angehende Kontrolleure bei den Einsätzen. Dabei gilt es, etwa das Haltbarkeitsdatum und die Kennzeichnung der Waren zu prüfen. Dazu gehören Lebensmitteln, aber auch Tabakerzeugnisse und Kosmetika.

Berufsbild der Bundesarbeitsagentur

Infos vom Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure

Lehrer

Abiturienten, die den Lehrerberuf anstreben, müssen sich in den nächsten Jahren besonders intensiv über ihre späteren Einstellungschancen informieren. Denn Lehrermangel besteht nur in bestimmten Fächern, sagt Bildungsforscher Klaus Klemm.

"Für bestimmte Fächer, vor allem Mathematik und Naturwissenschaften, fehlt der Lehrernachwuchs", sagte Klaus Klemm. "Auch an den Berufsschulen gibt es weiter gute Einstellungschancen." Bei Deutsch- oder Geschichtslehrern an Gymnasien sei dagegen ein Überangebot von Bewerbern zu befürchten, warnte der Bildungsforscher.

In diesem Herbst werden so viele junge Menschen wie noch nie ein Studium aufnehmen. Hintergrund sind besonders geburtenstarke Schulabgänger-Jahrgänge sowie in einigen Ländern doppelte Abiturientenklassen wegen der Schulzeitverkürzung im Gymnasium. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte unlängst eine Prognose über den künftigen Lehrerbedarf vorgelegt. Danach wird es in den nächsten zehn Jahren für die Gymnasien fast 40 000 Nachwuchspädagogen mehr geben, als die Länder einstellen wollen. Gleichzeitig mangelt es an Pädagogen für Berufsschulen und Förderschulen - ebenso auch in den neuen Bundesländern.

Die Kultusminister-Prognose geht davon aus, dass bundesweit bis 2020 jährlich rund 28 000 Junglehrer neu in den Schuldienst der Länder eingestellt werden. Der Bildungsforscher: "Damit brechen die Länder ihr 2008 beim Bildungsgipfel gegebenes Versprechen, die Einsparungen durch den Schülerrückgang für Qualitätsverbesserungen in den Schulen zu nutzen." Wollte man die derzeitige Zahl der Lehrer in Deutschland mit knapp 800 000 konstant halten - etwa um die Schulklassen zu verkleinern, den Ganztagsunterricht auszuweiten und die individuelle Förderung der Schüler zu verbessern - dann müssten 36 000 Lehrer pro Jahr neu eingestellt werden, so der Wissenschaftler.

"Wer sich allerdings den Lehrerberuf als Wunschberuf ausgesucht hat, soll sich nicht abschrecken lassen - aber mit Bedacht Fächerkombination und Schulform wählen", rät Klemm den angehenden Studenten

Lichtdesigner

Wie setze ich den Raum am besten in Szene? Mit dieser Frage wendet sich die Inneneinrichterin Herret von Haeften aus Hamburg zumindest bei größeren Projekten regelmäßig an Lichtplaner, die auch Lichtdesigner genannt werden.

«Die wichtigste Rolle beim Fernsehen hat der Beleuchter», sagt von Haeften, die bei einem privaten Fernsehsender als Art Director gearbeitet hat. Und so sei es auch im Architekturbereich: «Beleuchtung, Inszenierung und Außenlichtplanung spielen heute eine sehr wichtige Rolle.» Dafür sei Expertise gefragt.

Es ist ein junger Berufsstand, der noch um Anerkennung kämpfen muss: «Jeder kann sich Lichtdesigner oder auch Lichtplaner nennen. Der Titel ist nicht geschützt, das wollen wir ändern», sagt Alison Ritter, Geschäftsstellenleiterin der Professional Lighting Designers Association, kurz PLDA. Der Verband sitzt in Gütersloh, ist aber weltweit organisiert. Was die rund 600 freien Lichtplaner und 200 Studenten im PLDA eint, ist ein neuer professioneller Ansatz: «Es geht nicht um das technisch Mögliche, sondern um menschliche Bedürfnisse, die ein Lichtplaner hinterfragt, bei der Planung berücksichtigt und dann technisch realisiert», erklärt Ritter.

Die Innenarchitektin Sophia Klees in Berlin hat ein Masterstudium Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar begonnen: «Licht kann heilen, ebenso wie ungünstige Lichtverhältnisse krankmachen können», sagt sie. Die Fakultät Gestaltung in Wismar kennt Klees schon aus ihrem Studium der Innenarchitektur. Dort belegte sie auch ein Lichtplanungs-Projekt - dabei ist der Funke übergesprungen: «Es geht ja nicht darum, Räume komplett auszuleuchten, sondern Raumsituationen mit echter Lebensqualität zu schaffen. Das ist faszinierend.»

Die Verbindung zwischen Technik und Gestaltung in dem viersemestrigen Vollzeitstudium sei eine besondere Herausforderung, sagt Prof. Michael F. Rohde von der Hochschule. Im ersten Studienjahr analysieren die Studierenden, wie sie die Lichtverhältnisse durch Form, Farbe und Materialwahl beeinflussen können und welche ästhetischen, aber auch psychischen Wirkungen das hat. Im dritten Semester machen sie ein Auslandspraktikum. Sophia Klees will sich um ein Praktikum in San Francisco oder New York bewerben.

Die Branche ist international vernetzt, gleichzeitig muss sie geografische und kulturelle Unterschiede kennen und berücksichtigen. Technisches und physikalisches Wissen sind die Basis. Raumverstehen, psychologische Kenntnisse und Kommunikationsstärke müssen hinzukommen, sagt Prof. Rohde. «Lichtplaner sind kommunikative Leute, sie arbeiten mit Bauherren, Architekten oder auch Medizinern zusammen.» Hinzu kommen Gespräche mit Politikern und Behörden.

Webauftritt des Verbands der Lichtdesigner: www.pld-a.org/888.0.html

Lichtdesign lässt sich auch studieren

Die ersten Lichtplaner waren Theaterleute: Als Architekten in den 60er Jahren erkannten, dass sie mehr Atmosphäre in die Räume bringen mussten, holten sie Beleuchtungsmeister von den Bühnen und fragten sie um Rat. Die ersten eigenen Büros entstanden in Deutschland vor gut 30 Jahren. Inzwischen gibt es einen grundständigen Studiengang Lighting-Design in Hildesheim und den weiterführenden Master Architectural Lighting Design in Wismar. Nach dem Studium arbeiten die Lichtdesigner in freien Planungsbüros, bei Lampen- oder Leuchtenherstellern oder in Architektur- oder Innenarchitekturbüros. Als Berufseinsteiger verdienen Lichtdesigner zwischen 750 und 1500 Euro im Monat, nach einjähriger Berufserfahrung zwischen 1000 und 2250 Euro, so der Berufsverband PDLA in Gütersloh.

(dpa/tmn)
Logistiker

Unternehmen, die Waren verpacken und verschicken, kommen ohne Logistiker nicht aus. «Die Logistik ist mit über 2,6 Millionen Arbeitnehmern die drittgrößte Branche in Deutschland», so Ulrich Franke, von der Hochschule für Logistik und Wirtschaft in Hamm.
Die Hochschule ist nicht der einzige mögliche Studienort für angehende Logistiker. «Es gibt etwa 80 Studiengänge, die meisten davon in Betriebswirtschaft oder Ingenieurwesen mit Vertiefung in Logistik», erläutert Marketingleiter Franke.

Mit den Fachkräften für Lagerlogistik, einem neuen Ausbildungsberuf, ist es in der Wachstumsbranche nicht getan: «Der Bedarf an Führungskräften ist groß», sagt Renate Kraft, Sprecherin der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl bei Köln, an der ebenfalls Logistiker für die Führungsebenen ausgebildet werden.

«Zu den Schlüsselqualifikationen zukünftiger Führungskräfte in der Logistik zählen Praxiskenntnisse, internationale Erfahrungen, technisches und betriebswirtschaftliches Know-how sowie interkulturelle Kompetenzen einschließlich Fremdsprachen», fasst Reinhardt Jünemann, Gründungsrektor der Hochschule in Hamm zusammen. Während in Hamm in Vollzeit oder Teilzeit ausgebildet wird, bietet die EUFH ein Studium an, bei dem sich die Schulabgänger gleichzeitig zum Speditionsfachmann ausbilden lassen.

In Brühl werden die Logistikmanager vor allem für den internationalen Markt ausgebildet. Ein Auslandssemester gehört ebenso zum Lehrplan wie intensives Fremdsprachentraining. Gesteigerten Wert auf Mehrsprachigkeit legt auch die Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Der dort angebotene Diplom-Studiengang soll vor allem Studierende aus der Grenzregion ansprechen. «Die Abschlussarbeit muss in der Sprache verfasst werden, die nicht Muttersprache ist», sagt Fachvertreter Rudolf Large.

Der Studiengang in Brühl berücksichtigt die ganze Bandbreite der Logistik: «Die strategischen Gesichtspunkte der Logistik sind genauso Studieninhalte wie alle funktionalen Teile: Distributions-, Produktions- und Beschaffungslogistik, Marketing und Vertrieb, Materialwirtschaft und technische Logistik», erläutert Kraft. Hinzu kommen Managementtechniken und das Training sozialer Kompetenz.

Die «Soft Skills» seien in diesem Job sehr wichtig, sagt Bernd Albrecht, Geschäftsführer der Berufsakademie Rhein-Main in Frankfurt. «Logistiker sind die Schnittstellen zwischen Kunden und Lieferanten.» Einige Berufsakademien bieten eine vertiefte Ausbildung zum Logistiker an. «Das ist ein Wechsel zwischen Präsenzphasen im Ausbildungsbetrieb und in der Akademie», erläutert Albrecht.

Allen Studierenden eines Logistik-Studiengangs, die schon Kontakt zu Firmen geknüpft haben, bietet der Arbeitsmarkt gute Einstiegschancen. «Gesucht werden Leute, die eben nicht nur Transport-, sondern auch IT- und Prozesskenntnisse mitbringen», sagt Kraft. Und Franke: «Logistik ist was für deutsche Tugenden - Organisieren und Pünktlichkeit, darin sind wir gut.»
Luftwaffenpilot

Schnelle Jets, schicke Uniformen: Kaum ein
Beruf ist mit so vielen Klischees überhäuft wie die Arbeit von
Jetpiloten. Mit Hollywood-Filmen à la `Top Gun" hat der Arbeitstag
von Tornado-Piloten wie Alexander Richter allerdings wenig gemeinsam
- dafür sorgt schon das wenig kalifornische Wetter im norddeutschen
Schleswig. Dort ist sein Verband, das Aufklärungsgeschwader 51
stationiert.

`Die Faszination war schon früh da, dann kam schnell der
Segelflugschein", schildert der Jetpilot den Ursprung seiner
fliegerischen Begeisterung. Auf dem gleichen Weg kam auch sein
Kollege Dirk Lontke vom Lufttransportgeschwader 63 aus Rendsburg ins
Cockpit des Transportflugzeuges Transall. Die zweimotorige Turboprop
versorgt die Soldaten der Bundeswehr bei ihren Einsätzen zum Beispiel
mit Lebensmitteln und Ersatzteilen.

Ob ein Pilot bei der Luftwaffe Jets, Transporter oder Hubschrauber
steuert, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst stehen medizinische
und psychische Tests auf dem Programm. Dabei wird klar, ob ein
Kandidat überhaupt den körperlichen Belastungen gewachsen ist.

Das ist aber nicht alles. `Ich habe zunächst Luft- und
Raumfahrttechnik studiert", beschreibt Lontke die
Studienmöglichkeiten bei der Bundeswehr. Erst nach mehreren Jahren in
Hörsaal und Bibliothek ging es auf die fliegerische Schulbank.

Ein Studium ist nicht immer in die fliegerische Ausbildung
integriert, bietet aber nach den 12 bis 15 Dienstjahren bei der
Luftwaffe die Chance, in den entsprechenden Zivilberuf zu wechseln.
`Da könnte ich zum Beispiel als Testpilot arbeiten", sagt Lontke.

Der Zugang zum Cockpit steht aber auch für Bewerber offen, die
nicht im Rahmen ihrer Dienstzeit studieren wollen. Nach Angaben der
Bundeswehr ist eine Verpflichtungszeit von 15 Jahren die Regel für
Offiziere im Fliegerischen Dienst. Außerdem müssen Bewerber die
deutsche Staatsangehörigkeit haben und zwischen 17 und 25 Jahre alt
sein. Abitur, Fachhochschulreife oder Realschulabschluss sollten
mögliche Nachwuchspiloten ebenfalls mitbringen. Angesichts der
vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten und internen
Qualifikationsmöglichkeiten sollten sich Bewerber rechtzeitig
informieren. Über die Internetseite www.bundeswehr.de oder die
Kreiswehrersatzämter können dafür Ansprechpartner gesucht werden.

Die Bezahlung der Piloten richtet sich nach zahlreichen
individuellen Faktoren. Dazu zählen Grundgehalt, Familienzuschläge
sowie weitere Vergütungen und Zulagen. Nach Angaben der Bundeswehr
bekommt zum Beispiel ein 25 Jahre alter Oberleutnant und
Strahlflugzeugpilot rund 3000 Euro netto ausbezahlt, wenn er
verheiratet und Vater eines Kindes ist.

Die fliegerische Grundausbildung ähnelt in vielen Punkten der
Schulung von zivilen Piloten. Die aerodynamischen Gesetze gelten für
Zivil- und Militärflugzeuge gleichermaßen. Außerdem müssen auch die
angehenden Militärpiloten lernen, wie der Luftraum in Deutschland
aufgebaut ist. Luftkämpfe und Tiefflug dürfen nur in speziellen
Sperrgebieten und nicht in der Nähe von großen Flughäfen geübt werden.

Für die praktische Ausbildung packen die Luftwaffenpiloten die
Koffer: Das Training wird in den Vereinigten Staaten absolviert. Dort
sind die Übungsgebiete wesentlich größer und nicht so dicht
besiedelt. Auslandseinsätze stehen auch während der Dienstzeit auf
dem Plan.

Während die Flüge der Tornados in Deutschland meist Übungen oder
manchmal auch Hilfsflüge bei der Suche nach Vermissten sind, kann es
bei Auslandseinsätzen auch zu echten Gefechten kommen. So flogen
Tornado-Jets der Luftwaffe in einer multinationalen Friedenstruppe im
Jahr 1999 Angriffe im Kosovo.

Im Cockpit sitzen die Tornado-Piloten zwar allein am Steuerknüppel
- ohne Team-Arbeit kommt aber kein Flugzeugführer in die Luft oder
ans Einsatzziel. Das beginnt bei der Planung. Gemeinsam mit dem
Waffensystemoffizier, der im Tornado hinter dem Piloten sitzt,
startet die Flugplanung. Dazu kommen Absprachen mit anderen Piloten,
wenn mehrere Jets eine Mission fliegen.

Ohne Hilfe der Techniker rollt das Flugzeug nicht einmal aus dem
Hangar. Hochleistungsflugzeuge wie Tornado oder Eurofighter müssen
sehr gründlich geprüft werden - schon ein vergessener Kugelschreiber
kann sich bei engen Kurven und anderen Manövern zum Geschoss
entwickeln und die Besatzung gefährden.

Die Spielregeln im Luftraum über Deutschland sind aus Sicherheits-
und Umweltschutzgründen genau festgelegt. Wer sich als Jetpilot mit
einem spektakulären Überflug beim Grillfest im Heimatdorf hervortun
will, ist seine Fluglizenz los und kann auf das Fahrrad umsteigen.

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