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Ausbildungsberufe von A bis Z

Vom Abfallwirtschafter bis zum Zollbeamten - Über 200 Ausbildungsberufe im Porträt.

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Maschinenführer

Schwerarbeit in schmutzigen Werkshallen ist in Deutschland Geschichte. In modernen Fabriken sind meist Automaten und computergestützte Systeme im Einsatz. Wer sich damit auskennt, hat gute Karten am Arbeitsmarkt.

«Der Maschinen- und Anlagenführer bietet unter den Berufen mit zweijähriger Ausbildung die meisten Anschlussmöglichkeiten», sagt Sven Räß vom Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Berlin.

Vor allem in Unternehmen der Metall- und Kunststoffindustrie werden die Maschinenführer gebraucht. Aber auch in Textil-, Lebensmittel- und Papierverarbeitungsbetrieben sind sie gesuchte Arbeitskräfte. Bei der Papierherstellung arbeiten sie überall dort, wo die Bögen schon trocken sind, sagt Thomas Müller, Leiter des Geschäftsbereiches Berufsbildung am Papierzentrum Gernsbach (Baden-Württemberg). Die Einrichtung ist Deutschlands einzige Ausbildungsstätte für die Papierbranche.

Maschinenführer lesen Messwerte an Leitständen ab, holen Ersatzteile oder füllen Öl nach. Das Vorbereiten der Arbeitsabläufe, Nachfüllen von Kühl- und Schmierstoffen und das Austauschen von Verschleißteilen zählen ebenso zu ihren Aufgaben wie das Steuern des Materialflusses, so die Bundesagentur für Arbeit. Schichtarbeit gilt als üblich, wo rund um die Uhr produziert wird.

Schüler können sich direkt in den Betrieben bewerben. Ein guter Hauptschulabschluss gilt dafür als Voraussetzung, sagt Räß. Etwa jeder vierte Azubi hat der Bundesagentur für Arbeit zufolge einen mittleren Bildungsabschluss. Ein Prozent hat die Hochschulreife, genauso viele keinen Schulabschluss.

Angehende Maschinen- und Anlagenführer machen eine duale Ausbildung: In der Berufsschule erlernen sie in zwei Jahren die Theorie für die Arbeit. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Steuerungs-, Regel- und Fertigungstechnik oder das Warten von Anlagen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Praxis im Betrieb.

«Die Betriebe bilden zunehmend aus, weil sie die Leute brauchen», erklärt Räß. Die Chancen auf eine Übernahme nach der Lehre seien daher sehr gut. Der Bedarf wachse schon aus demografischen Gründen. Je nach Bundesland bringt nach Angaben des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ein Maschinen- und Anlagenführer laut Tarif zwischen 2000 und 2200 Euro brutto im Monat nach Hause.

Die Ausbildungszahlen steigen

Im Jahr 2005 begannen nach den Daten des Verbands Gesamtmetall 1701 Jugendliche eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer. Im Jahr darauf zählten die Betriebe bundesweit 2418 neue Lehrlinge. Das waren 42 Prozent mehr Vertragsabschlüsse. Im vergangenen Herbst wurden 3185 Neuverträge unterschrieben. Das bedeutete ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2006. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bestehen bundesweit 95 Prozent der Prüflinge die Abschlusstests. Lehrlinge erhalten zwischen 695 Euro und 768 Euro pro Monat - je nach Betrieb und Region. Hochburgen der Ausbildung liegen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Informationen im Internet:
Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de
Bundesagentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de
Arbeitgeber aus Metall- und Elektroindustrie: www.gesamtmetall.de (dpa/tmn)

Maskenbildner

Was wäre ein Cyrano de Bergerac ohne seine lange Nase? Erst die Arbeit von Maskenbildnern macht eine Theateraufführung perfekt. Mit ihrer Hilfe schlüpfen Darsteller in jede Rolle. "Ich kann dafür das ganze Repertoire von Requisiten liefern", sagt Dietmar Zühlsdorf. Als Chefmaskenbildner der Semperoper Dresden sieht er seinem 40-jährigen Dienstjubiläum im nächsten Jahr entgegen.

Die meisten Maskenbildner backen kleinere Brötchen. Der Markt ist überlaufen. Bis zu 30 Bewerber rangeln um einen Ausbildungsplatz, sagt Regine Hergersberg, Vorsitzende der Bundesvereinigung Maskenbild in Berlin. Als Ausbildungsorte kommen Theater, Fernsehsender, Fachhochschulen sowie staatliche oder private Schulen in Frage, so der Deutsche Bühnenverein. Privatschulen verlangen Schulgeld für die Ausbildung. Der Maskenbildner-Verein warnt vor Etikettenschwindel. "Privatschulen dürfen keine "Diplome" vergeben", sagt Hergersberg.

Für eine Lehre schreibt das Gesetz keinen bestimmten Schulabschluss vor. Die Betriebe bevorzugen laut der Bundesagentur für Arbeit Abiturienten. Als vorteilhaft gelten Praktika vor Lehrbeginn. Vor einem Studium sind sie sogar Pflicht. Entgegen landläufigen Vorstellungen schminken Maskenbildner nicht permanent Gesichter. Während der Aufführungen beispielsweise wachen Maskenbildner darüber, das Cyranos Nase dran bleibt und helfen beim Abschminken. Die Arbeit an Perücken, Masken und Plastiken überwiegt bei weitem, bestätigt Hergersberg. Sinn für Farbe und Form sollten angehende Maskenbildner mitbringen.

Schlecht beraten ist, wer auf künstlerischer Freiheit besteht. "Das Gesamtkunstwerk Oper, Film oder Theater ist das Ziel", bestätigt Zühlsdorf. Das letzte Wort liege beim Regisseur oder Chefmaskenbildner. Am Theater regelt der Dienstplan die Woche, bei Film und Fernsehen der Drehplan. Überstunden und Arbeit bis in die Nacht gelten als normal, vor allem vor Premieren.

Lehrlinge beginnen mit dem Kennenlernen vom Materialien und Techniken zum Herstellen und Lagern von Haarteilen oder dem Gegenteil- dem Präparieren von Glatzen. Später gestalten sie Masken nach Vorlage oder Fantasie oder Spezialeffekte wie "Wunden". Schminken, Frisieren und das Strukturieren der eigenen Arbeit gehören zum Repertoire.

Die Bundesagentur geht für die Lehrzeit von Entgelten zwischen 516 und 687 Euro pro Monat aus. Weiterbildung ist kaum verzichtbar: Neue Beleuchtungstechniken, Computereffekte und veränderte Sehgewohnheiten machen sie erforderlich. "Die neue Kameratechnik macht das Antäuschen von Naturalismus viel schwerer", sagt Zühlsdorf. Während Jobs an renommierten Häusern begehrt sind, suchen Provinztheater oft Personal. Die Mindestgage bei einem festen Engagement kann laut der Bundesarbeitsagentur und dem Deutschen Bühnenverein 1550 Euro pro Monat betragen. Kurzfristige Verträge nehmen zu.

Informationen:
www.bibb.de
www.bundesvereinigung-maskenbild.de
www.buehnenverein.de
www.bvmev.org

Masseur

Was für viele die pure Entspannung bedeutet, ist für andere Knochenarbeit. «Als Masseur muss man körperlich fit sein», sagt Michael Stehr, Geschäftsführer des Physiotherapieverbandes VDB in Bonn.
Dabei geht es nicht nur um das Wohlbefinden. Oftmals ist die Massage Teil einer medizinischen Behandlung. «Der Masseur ist im Grunde die kleinere Ausbildung zum Krankengymnasten oder Physiotherapeuten.» Weniger anspruchsvoll und abwechslungsreich ist sie dennoch nicht.

«Neben der klassischen Massagetherapie mit Ganzkörpermassagen und Teilmassagen, müssen Masseure auch Techniken wie Streichen, Reiben, Kneten, Klopfen und Erschüttern beherrschen», beschreibt Udo Fenner vom Verband Physikalische Therapie (VPT) in Hamburg das Aufgabengebiet. Hinzu kommen Spezialtechniken wie Bindegewebs- und Reflexzonenmassagen. Außerdem verabreichen Masseure medizinische Bäder mit natürlichen und chemischen Zusätzen. Denn nach der zweieinhalbjährigen Ausbildung und einer erfolgreichen staatlichen Prüfung sind Masseure auch medizinische Bademeister.

«Die Ausbildung erfolgt an staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschulen, die häufig an Krankenhäuser angeschlossen sind», erklärt VDB-Geschäftsführer Stehr. Sie gliedert sich in zwei Jahre theoretischen und praktischen Unterricht, der mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Darauf folgt ein sechsmonatiges Anerkennungspraktikum in einem Krankenhaus, einer Rehaklinik, einem Wellness-Hotel oder bei einem selbstständigen Masseur.

Formale Voraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss und ein Mindestalter von 16 Jahren. Im Gegensatz dazu sind für die Ausbildung zum Physiotherapeuten der Realschulabschluss und das vollendete 17. Lebensjahr erforderlich. Hinzu kommen persönliche Voraussetzungen: «Man muss die Menschen lieben», sagt Karin Schneider, die seit mehr als 20 Jahren an einer Wiesbadener Klinik als Masseurin arbeitet. «Ich habe mich früher schnell geekelt, aber bei der Arbeit hat es mir von Anfang an kaum etwas ausgemacht, wildfremde Menschen anzufassen.» Oft seien Masseure mit großem menschlichen Leid konfrontiert.

Nicht zu unterschätzen sind laut Fenner die medizinischen Anforderungen. «Selbst bei Wohlfühlmassagen erkennen viele Masseure Krankheiten.» Auf dem Stundenplan angehender Masseure stehen Anatomie, Physiologie, allgemeine uns spezielle Krankheitslehre, angewandte Physik und Biomechanik, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie, sowie Hydro-, Thermo- und Inhalationstherapie.

Obwohl der Beruf des Masseurs und insbesondere des medizinischen Bademeisters vergleichsweise unbekannt ist, hat er nach Ansicht von Fenner Zukunft. «Es gibt ja mittlerweile immer mehr Einsatzorte, wie Wellness-Hotels, Kurkliniken und Fitness-Studios, oder man kann in Unternehmen gehen, die ihren Mitarbeiter Massagen anbieten.» Voraussetzung ist allerdings - wie in fast allen anderen Berufen auch - dass sich Masseure ständig weiterbilden. «Man darf sich nicht allein auf die Behandlungen verlassen, die die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen.» Stattdessen sei es erforderlich, sich ein zweites Standbein zu schaffen.

Karin Schneider etwa hat eine Zusatzqualifikation für Fußreflexzonenmassage erworben und sich vor einigen Jahren zur Physiotherapeutin ausbilden lassen, obwohl sie noch immer in der gleichen Klinik arbeitet. «Ich wollte einfach eine Veränderung und noch vielseitiger arbeiten», sagt die 42-Jährige. Ein Schritt, den sie als Bereicherung empfindet und den die Experten begrüßen. «Es muss gar nicht unbedingt die zweite Ausbildung zum Physiotherapeuten sein, sondern kann auch jede andere Spezialisierung sein», sagt Fenner. Denn besonders selbstständige Masseure müssten sich in einem harten Markt behaupten. Aber es sei ein Markt mit vielen Chancen.

Informationen:
Bundesverband VDB-Physiotherapieverband
Prinz-Albert-Straße 41
53113 Bonn
Tel.: 0228/21 05 06

Verband Physikalische Therapie
Hofweg 15
22085 Hamburg
Tel.: 040/22 72 32 22

Bundesverband VDB-Physiotherapieverband
www.physio.de/vdb

Verband Physikalische Therapie
www.vpt-online.de
MATSE

MATSE klingt frech, ganz anders als der Bandwurmbegriff Mathematisch-technischer Softwareentwickler. Und auch die Webseite «matse-ausbildung.de» soll Lust machen auf einen neuen chancenreichen Beruf.

«Die Seite ist die erste Anlaufstelle für alle, die sich für den Beruf interessieren oder darin ausbilden wollen», sagt Benedikt Magrean, Ausbildungsleiter der Universität Aachen. Das dahinter liegende Content Management System, das die Weiterentwicklung der Seite bundesweit und von unterschiedlichen Rechnern ermöglicht, haben Auszubildende der Aachener Uni programmiert. Noch keine MATSEN, denn die gibt es erst seit dem 1. August zum Start der neuen Ausbildung, sondern MATAS, Mathematisch-technische Assistenten. «Das ist der Vorgängerberuf aus Nordrhein-Westfalen», erklärt Magret Reymers, Projektleiterin im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Im Gegensatz zum Vorläufer ist der neue Ausbildungsberuf bundeseinheitlich geregelt und setzt die Mittlere Reife voraus. Und er verzichtet auf die mehrdeutige Bezeichnung Assistenz: «Es gibt weiterhin den staatlich geprüften Mathematisch-technischen Assistenten, aber das ist ein rein schulischer Lehrberuf», betont die BIBB-Projektleiterin. Der Mathematisch-technische Softwareentwickler ist ein dualer Ausbildungsberuf. «Ein Beruf mit hohem Praxisanteil und starker Projektorientierung», betont Benedikt Magrean.

Für den Ausbildungsleiter war es nicht nur höchste Zeit, die Assoziationen loszuwerden, die der Begriff Assistenz hervorrief. Der MATSE habe auch ein klareres Profil: «Es sind zwei Kompetenzen, die wir in aller Tiefe unterrichten: Mathematik und Programmierung.» Stark ist der Beruf schon jetzt in Nordrhein-Westfalen vertreten. Allein an der Uni in Aachen gibt es 90 Ausbildungsplätze. Alle Auszubildenden lernen drei Tage im Betrieb und studieren zwei Tage Scientific Programming: Das duale Studium enthalte das Lehrprogramm der Mathematisch-technischen Softwareentwickler und gehe noch darüber hinaus.

«Die Nachfrage ist enorm und reicht von Ingenieurbüros über die Versicherungswirtschaft bis zu großen Softwarefirmen. Ich könnte schon heute mehr Absolventen vermitteln, als wir haben», sagt Benedikt Magrean. Bedarf ist vorhanden, aber oft gibt es noch Kapazitätsengpässe bei Schulen und Auszubildenden: «Wir werden definitiv noch in diesem Jahr drei Mathematisch-technische Softwareentwickler ausbilden, aber es wäre um einiges leichter, wenn die nicht in Oberursel, sondern in Darmstadt zur Schule gehen könnten», beklagt Michael Grimm, Sprecher des Ausbildungsverbundes TIZ im Technologie- und Innovationszentrum Darmstadt.

Worauf er bei seinen Kandidaten besonders achtet: «Mathe, Mathe und nochmals Mathe.» Die Bewerber müssten im Auswahlverfahren auch ohne Taschenrechner Durchschnittszahlen ermitteln und Dreisatzrechnungen vornehmen können. Leidenschaft für Mathe und Lust am logischen Denken ja, Programmierkenntnisse nein, lautet die Formel von Ausbildungsleiter Magrean: «Das Programmieren bringen wir den Auszubildenden selbst bei.» Vorausgesetzt werden aber Teamfähigkeit und Englischkenntnisse, so Chemikerin Reymers. Mit einem guten Verdienst können Mathematisch-technische Softwareentwickler rechnen: «Das Minimum dürfte bei 30 000 Euro im Jahr liegen», schätzt Grimm.

Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de/de/30002.htm

Mathematisch-technischer Softwareentwickler: www.matse-ausbildung.de (dpa/tmn)

Maurer

«Im Sommer Lehrer und im Winter Maurer» - das galt lange als berufliche Traumkombination für Faulenzer. Doch das Klischee hat in beider Hinsicht an Glaubwürdigkeit verloren.


Maurer ist längst ein Ganzjahresjob - und das hat für die Beschäftigten auch gute Seiten. Dennoch hat der traditionsreiche Handwerksberuf schon bessere Tage gesehen.


In der Baubranche verschwinden die Arbeitsplätze: «Es gab vor knapp zehn Jahren noch 1,5 Millionen Beschäftigte, jetzt nur noch 800 000», sagt Ilona Klein vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe in Berlin. Als Schlüsselberuf der Baubranche gilt der Maurer aber immer noch: «Was die Ausbildungszahlen angeht, ist er mit Abstand am wichtigsten», sagt Klein.


Allerdings ist auch das Interesse der Jugendlichen am Maurer-Beruf nicht mehr so groß wie früher, hat Jörg Hamann, Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer in Dortmund, beobachtet: «Körperliche Arbeit steht einfach nicht mehr so hoch im Kurs.» Gerade der Beruf des Maurers habe außerdem den Ruf, dass dort noch richtig malocht werden muss.


«Es stimmt, dass die Arbeit körperlich anstrengend ist», betont der Berufsberater. Ständiges Steineschleppen sei aber vorbei. Wo vor Jahrzehnten noch Muskelkraft gefragt war, kommen heute Maschinen zum Einsatz - entsprechend braucht der Maurer heute mindestens genauso viel Köpfchen wie Muckis: «Die Anforderungen sind gestiegen», sagt Ebba Nissen von der Bau-Innung Kiel.


Ein Hauptschulabschluss mit passablen Noten in Deutsch und Mathe ist bei den meisten Unternehmen Mindestvoraussetzung. Ausgebildet wird bundesweit - in derzeit rund 16 700 Betrieben. Die Lehre dauert üblicherweise drei Jahre. «Nach dem zweiten Lehrjahr ist Zwischenprüfung», erklärt Nissen.


Ein Vorteil der Bauberufe ist das vergleichsweise hohe Lohnniveau: «Da wird noch ganz gut verdient», sagt Berufsberater Hamann. «Die Ausbildungsvergütung ist die höchste im Handwerk.» Sie beginnt im ersten Lehrjahr nach Verbandsangaben bei 554 Euro in West- und 490 Euro in Ostdeutschland und steigt auf 1086 (864) Euro im dritten Lehrjahr.


Maurer ist fast ein reiner Männerberuf: Der Anteil der Frauen liegt nach Angaben des Bundesinstituts für Berufbildung (BIBB) in Bonn bei 0,5 Prozent. Nach Abschluss der Ausbildung arbeiten Maurer zunächst als Geselle. Weiterbildung kann sich allerdings schnell auszahlen: So können sie sich zum Vorarbeiter, Werkpolier, Polier oder Meister qualifizieren. «Im Bau werden Führungskräfte gebraucht», sagt Jörg Hamann.


Solche Führungsaufgaben können auch für Abiturienten attraktiv sein - etwa als Alternative zum Studium des Bau-Ingenieurwesens oder der Architektur im Anschluss an die Ausbildung: «Die Chancen auf eine Stelle sind eher besser», sagt Hamann. Und die Bezahlung sei unter Umständen genauso gut wie bei Hochschulabsolventen.
Mechatroniker

Viele Menschen frösteln in Museen. Hier darf wegen der wertvollen Ausstellungsstücke oft eine bestimmte Temperatur nicht überschritten werden. In der Regel hilft dabei eine Klimaanlage. Ist die defekt, müssen nicht selten Mechatroniker für Kältetechnik anrücken. Diese Experten hießen früher Kälteanlagenbauer. Die Ausbildungsverordnung wurde jedoch vor drei Jahren reformiert, der Beruf umbenannt. Mechatroniker für Kältetechnik kümmern sich um alles, was mit Kühlen zu tun hat. Sie arbeiten in Supermärkten an den Kühltruhen, damit Quark, Käse und Co. frisch bleiben, aber auch in großen Kühlhäusern, Server- oder Büroräumen.

"Es ist ein Beruf, bei dem man sehr viel unterwegs ist", sagt die Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Arbeit mit dem und für den Kunden sei hier das A und O. Klimaanlagen gibt es mittlerweile fast überall - ob in Bussen, Hotelzimmern oder Krankenhäusern. Das bedeutet für den Mechatroniker für Kältetechnik viel Abwechslung im Berufsalltag.

Gefragt ist sowohl handwerkliches Geschick als auch technisches Verständnis. "Es geht nicht nur ums Reparieren, sondern auch um die Montage", erklärt Gertraud Wurm. Zudem braucht man Menschenkenntnis und soziale Kompetenz. Schließlich hat der Mechatroniker fast täglich Kundenkontakt. Umweltfragen müssen ebenso im Blick behalten werden - Klimaanlagen brauchen viel Energie.

Während der Ausbildung befassen sich die Jugendlichen mit ganz verschiedenen Themen. Dazu gehören nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn Steuerungs- und Regelungstechnik, Klimatechnik, Netzwerktechnik und Systemsteuerung durch Computer, aber auch Umweltschutz und Sicherheit. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre - die Praxis lernen die Azubis im Betrieb, die Theorie in der Berufsschule.

Die Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen Hauptschulabschluss voraus. "Wer Abitur hat, ist ein Jahr eher fertig", sagt Peter Bachmann vom Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks in Siegburg bei Bonn. Neben Spaß im Umgang mit Menschen sollten die angehenden Mechatroniker für Kältetechnik sich auch für die Arbeit am Computer interessieren. Vielseitigkeit sei gefragt, um je nach Kundenwunsch die Planung zu übernehmen, die Geräte aufzustellen und später auch zu warten.

Meistens bedarf es individueller Lösungen, Kühlanlagen sind oft Unikate. Das können zum Beispiel Anlagen sein, die bei der staubfreien Computerchip-Produktion eingesetzt werden, sagt Bachmann. Aber auch in Betrieben, wo Energie eingespart werden soll, kommen die Kühlexperten zum Einsatz. Interesse für Physik, Chemie und Mathe ist gefragt.

"Der Mechatroniker für Kältetechnik kümmert sich auch darum, dass in Operationssälen die Luft gekühlt und keimfrei ist", erklärt Bachmann. Die Arbeit gilt als anspruchsvoll, die Nachfrage nach Fachkräften als hoch, sagen Bachmann und Wurm übereinstimmend. Azubis hätten gute Aussichten, eine Stelle zu finden. "Es ist ein Beruf, wo gute Kräfte wirklich gebraucht werden", betont Berufsberaterin Wurm. Nach ihrer Erfahrung kennen viele Jugendliche diesen Beruf gar nicht und hören in der Arbeitsagentur das erste Mal davon.

Die Azubis werden in aller Regel tariflich bezahlt und bekommen im ersten Lehrjahr im Schnitt zwischen 300 und 500 Euro pro Monat, abhängig vom Bundesland. Im vierten Ausbildungsjahr ist es dann etwas mehr. Nach der Ausbildung kann das Tarifgehalt laut der Agentur für Arbeit zwischen 2013 und 2384 brutto im Monat liegen. Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie das 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt.

Informationen: Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks, Bahnhofstraße 27, 53721 Siegburg.

www.biv-kaelte.de

INFO-KASTEN: Fort- und Weiterbildung

Mechatroniker für Kältetechnik haben nach ihrer Ausbildung viele Weiterbildungsmöglichkeiten, sagt Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Beispiele seien der Brandschutz oder die Kälte- und Steuerregelung. "Ich kann aber auch eine Meisterausbildung draufsetzen, eine Technikerausbildung machen oder studieren." Infrage kommen Studiengänge wie Ingenieurwesen. Nach der Gesellenprüfung ist aber auch die Meisterschule möglich.

(dpa)

Mechatroniker für Kältetechnik

Wenn die Klimaanlage streikt, müssen Mechatroniker für Kältetechnik anrücken. Diese Experten hießen früher Kälteanlagenbauer. Die Ausbildungsverordnung wurde jedoch vor drei Jahren reformiert, der Beruf umbenannt.

Mechatroniker für Kältetechnik kümmern sich um alles, was mit Kühlen zu tun hat. Sie arbeiten in Supermärkten an den Kühltruhen, damit Quark, Käse und Co. frisch bleiben, aber auch in großen Kühlhäusern, Server- oder Büroräumen.

«Es ist ein Beruf, bei dem man sehr viel unterwegs ist», sagt die Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Arbeit mit dem und für den Kunden sei hier das A und O. Klimaanlagen gibt es mittlerweile fast überall - ob in Bussen, Hotelzimmern oder Krankenhäusern. Das bedeutet viel Abwechslung im Berufsalltag.

Gefragt ist sowohl handwerkliches Geschick als auch technisches Verständnis. «Es geht nicht nur ums Reparieren, sondern auch um die Montage», erklärt Gertraud Wurm. Zudem braucht man Menschenkenntnis und soziale Kompetenz. Schließlich hat der Mechatroniker fast täglich Kundenkontakt. Umweltfragen müssen ebenso im Blick behalten werden - Klimaanlagen brauchen viel Energie.

Während der Ausbildung befassen sich die Jugendlichen mit ganz verschiedenen Themen. Dazu gehören nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn Steuerungs- und Regelungstechnik, Klimatechnik, Netzwerktechnik und Systemsteuerung durch Computer, aber auch Umweltschutz und Sicherheit. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre - die Praxis lernen die Azubis im Betrieb, die Theorie in der Berufsschule.

Die Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen Hauptschulabschluss voraus. «Wer Abitur hat, ist ein Jahr eher fertig», sagt Peter Bachmann vom Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks in Siegburg bei Bonn. Neben Spaß im Umgang mit Menschen sollten die angehenden Mechatroniker für Kältetechnik sich auch für die Arbeit am Computer interessieren. Vielseitigkeit sei gefragt, um je nach Kundenwunsch die Planung zu übernehmen, die Geräte aufzustellen und später auch zu warten.

Meistens bedarf es individueller Lösungen, Kühlanlagen sind oft Unikate. Das können zum Beispiel Anlagen sein, die bei der staubfreien Computerchip-Produktion eingesetzt werden, sagt Bachmann. Aber auch in Betrieben, wo Energie eingespart werden soll, kommen die Kühlexperten zum Einsatz. Interesse für Physik, Chemie und Mathe ist gefragt.

«Der Mechatroniker für Kältetechnik kümmert sich auch darum, dass in Operationssälen die Luft gekühlt und keimfrei ist», erklärt Bachmann. Die Arbeit gilt als anspruchsvoll, die Nachfrage nach Fachkräften als hoch, sagen Bachmann und Wurm übereinstimmend. Azubis hätten gute Aussichten, eine Stelle zu finden. «Es ist ein Beruf, wo gute Kräfte wirklich gebraucht werden», betont Berufsberaterin Wurm. Nach ihrer Erfahrung kennen viele Jugendliche diesen Beruf gar nicht und hören in der Arbeitsagentur das erste Mal davon.

Die Azubis werden in aller Regel tariflich bezahlt und bekommen im ersten Lehrjahr im Schnitt zwischen 300 und 500 Euro pro Monat, abhängig vom Bundesland. Im vierten Ausbildungsjahr ist es dann etwas mehr. Nach der Ausbildung kann das Tarifgehalt laut der Agentur für Arbeit zwischen 2013 und 2384 brutto im Monat liegen. Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie das 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt.

Informationen: Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks, Bahnhofstraße 27, 53721 Siegburg.

Infos zum Beruf: www.biv-kaelte.de

Fort- und Weiterbildung

Mechatroniker für Kältetechnik haben nach ihrer Ausbildung viele Weiterbildungsmöglichkeiten, sagt Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Beispiele seien der Brandschutz oder die Kälte- und Steuerregelung. «Ich kann aber auch eine Meisterausbildung draufsetzen, eine Technikerausbildung machen oder studieren.» Infrage kommen Studiengänge wie Ingenieurwesen. Nach der Gesellenprüfung ist aber auch die Meisterschule möglich.

(dpa/tmn)
Mediaplaner

Mediaplaner entwickeln Strategien für den bestmöglichen Einsatz von Werbegeldern. Sie arbeiten in Media- und PR-Agenturen, bei Verlagen oder privaten Radiosendern. "Für das Berufsbild gibt es keine formale Ausbildung", erklärt Nicole Böhm, Medialeiterin bei der Hamburger Agentur pilot. Der Einstieg erfolge zumeist als Assistent oder Junior nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung oder eines betriebswirtschaftlichen Studiums.
"Wichtig sind analytische Fähigkeiten und hohe Zahlenaffinität", sagt Manuela Speckamp-Schmitt, Personalleiterin bei Mediacom, einer Düsseldorfer Media-Agentur. Dort können Hochschulabsoluten ein einjähriges Trainee-Programm absolvieren. In dieser Zeit werden sie von erfahrenen Planern in die Arbeit eingeführt. Bestandteil der Ausbildung sind zudem Seminare an einer firmeneigenen Akademie.

Für Nicole Böhm sind "Analysieren" und "Beraten" die Schlüsselwörter bei ihrer täglichen Arbeit. Um gut beraten zu können, müssen Mediaplaner den Kunden, das Produkt und die Zielgruppe verstehen. Dazu werden Markt- und Zielgruppenanalysen erstellt und kundeninterne Daten ausgewertet. Planer müssen die Funktion der einzelnen Medien kennen und deren Entwicklungen beobachten.

Schließlich wird die Strategie für den Kunden entwickelt: Die Planer entscheiden, ob ein Plakat oder ein Radiospot eingesetzt wird oder wann eine Botschaft mit welcher Länge in welcher TV-Sendung laufen soll. Dabei behalten sie die Termine und Kosten im Blick.

"Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen in der schillernden Werbebranche braucht man für diese Tätigkeit solides Handwerkszeug", sagt Prof. Burkard Michel vom Studiengang Werbung und Marktkommunikation an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Neben Sorgfalt und Genauigkeit im Umgang mit Studien, sei die kreative Seite des Berufes nicht zu unterschätzen. "Mediaplaner müssen sich immer wieder fragen: Wie können wir noch den Zugang zur Zielgruppe finden?" Dabei werden die benachbarten Disziplinen der Werbung und Marktkommunikation einbezogen.

Wer nach dem Studium als Mediaplaner arbeiten möchte, sollte sein Interesse schon während des Studiums durch Praktika untermauern, rät Michel. "Mediaplanung ist in den letzten Jahren sehr viel anspruchsvoller geworden", erklärt Nicole Behnke von der Studiengemeinschaft Darmstadt. Von Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften über das Privatfernsehen und den Rundfunk bis hin zum Internet müssen Werbemaßnahmen oft aufeinander abgestimmt werden.

Als eine der wenigen Fortbildungseinrichtungen bietet die Studiengemeinschaft eine Weiterbildung zum Mediaplaner an. Bei freier Zeiteinteilung sei der Fernlehrgang in 15 Monaten zu schaffen, so Behnke. Die Kosten betragen rund 1700 Euro.

Zwar wirke die Werbe-Krise noch nach, doch generell werden Mediaplaner immer wieder gesucht, erklärt Prof. Michel. Das Einstieggehalt für diesen Beruf liegt bei durchschnittlich 25 000 Euro im Jahr.

Informationen:
Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
Tel.: 030/59 00 99 700
E-Mai: zaw@zaw.de

Studiengemeinschaft Darmstadt
Ostendstraße 3
64319 Pfungstadt
Tel.: 06157/80 66
E-Mail: Beratung@sgd.de
Mediengestalter

Ob Internetauftritt eines Großunternehmens, Filmbeitrag über die Landesgartenschau oder Werbebroschüre für das Einkaufscenter - bei Medienproduktionen aller Art sind Mediengestalter fast immer beteiligt.
Voraussetzung für die im Regelfall dreijährige Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss. "Der Beruf ist allerdings sehr beliebt", erklärt Thorsten Koletschka, Referent im Bereich Berufsbildung der Handelskammer Hamburg. "Bessere Chancen hat man mit einem guten Realschulabschluss oder Abitur." Interessenten können zwischen zwei Berufsprofilen wählen: "Mediengestalter Bild und Ton" setzen Fernseh-und Hörfunkproduktionen technisch um. "Mediengestalter für Digital-und Printmedien" sind mit der Gestaltung von Druckerzeugnissen und Internetauftritten befasst.

"Mediengestalter für Digital- und Printmedien sollten kreativ sein und zeichnen können", erklärt Koletschka. "Mediengestalter Bild und Ton brauchen vor allem technische Interessen und Begabungen." Sie beraten bei Rundfunk, Film und Fernsehen zum Beispiel Redakteure und Kameraleute bei der Planung. Ist ein Beitrag abgedreht, wird er von Mediengestaltern überarbeitet: Sie schneiden das Bild- und Tonmaterial zusammen.

Mediengestalter für Print- und Digitalmedien stehen häufig in Kontakt zu Kunden, so Stefan Reinhart, Ausbilder für Mediengestalter beim Berufsförderungswerk Hamburg. Wird mit einem Kunden über einen Entwurf diskutiert, gilt es einen Mittelweg zu finden zwischen Anpassungsbereitschaft und dem Wunsch, eigene gestalterische Ideen zu verteidigen. "Man sollte außerdem auf jeden Fall einen Draht zu Medien haben", betont Reinhart. "Wenn man schon mal eine eigene Webseite gebaut hat oder einen Flyer für einen Handwerksbetrieb, ist das gut für die Bewerbung."

Anders als bei Bild und Ton sind in bei der Ausbildung im Digital-und Printbereich verschiedene Spezialisierungen möglich. Kaufmännisch Interessierte können als Medienberater aktiv werden, Kreativen bietet die Fachrichtung Mediendesign Chancen. Technikfreaks sind eher in den Fachrichtungen Medienoperating und Medientechnik zu finden. Arbeitgeber sind zum Beispiel Werbeagenturen, Druckereien und Verlage.

Das Einkommen von Mediengestaltern hängt von ihrer Spezialisierung und ihrem Arbeitgeber ab. Im Durchschnitt können Angestellte nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit mit 1900 bis 2300 Euro monatlichem Bruttogehalt rechnen. Talent vorausgesetzt ist aber auch mehr drin: "Gute Designer werden von Unternehmen durchaus gefördert und können zum gut bezahlten Art Director aufsteigen", sagt Reinhart.
Medienkaufmann

Hinter jedem Publikumserfolg eines Buches, einer CD oder eines Magazins steht auch die Arbeit von Medienkaufleuten. Sie erledigen in Verlagen auf kaufmännischer Seite die dafür notwendigen Arbeiten.

Ihre Aufgaben ähneln denen eines Verlagskaufmanns, das Arbeitsumfeld ist jedoch moderner. «Der Beruf des Medienkaufmanns ist 2006 aus dem des Verlagskaufmanns hervorgegangen», erläutert Ulrike Schmiedtke vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger mit Sitz in Berlin.

Buch- und Multimediaverlage sowie Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser bilden Medienkaufleute aus und beschäftigen sie. Ines Schulte aus Düsseldorf ist eine Absolventin des letzten Jahrgangs von Verlagskaufleuten und hat sich bereits umgesehen: «Vor der Bewerbung sollte man genau überlegen, in welche Art Verlag man gehen möchte», rät die 22-Jährige. Je nach Ausrichtung kommen dort unterschiedliche Aufgaben auf Medienkaufleute zu.

Bei Zeitungen und Magazinen kümmern sich die Fachleute um Marketingkampagnen, die Zustelldienste sowie Abonnements und pflegen den Leserstamm. Auch die Akquise von Anzeigen, das Beauftragen von Werbeagenturen oder Tätigkeiten rund um Marketing und Vertrieb zählen zu ihren Aufgaben. «Man hat vergleichsweise schnell Ergebnisse der eigenen Arbeit in der Hand», erzählt Ines Schulte.

Eine «andere Welt» eröffne sich im Buchverlag. Eindrücke wie lange Projektlaufzeiten, «weniger Stress und mehr Tradition» nahm sie von dort aus einem Praktikum mit. Eine «Lizenz zum Lesen» gehört zur Branche, weil Medienkaufleute mit dem Lektorat oft die thematische Auswahl von Büchern oder CDs besprechen und Manuskripte sichten, so die Bundesagentur für Arbeit (BA). Telearbeit ist in dem Beruf möglich.

Gespräche zum Beispiel mit Kunden, Autoren und Händlern sowie wirtschaftliches Denken stehen überall auf der Tagesordnung. Bewerber sollten deshalb nicht auf den Mund gefallen sein und Freude am Umgang mit Zahlen haben. «Es ist ein kaufmännischer Beruf», betont Ulrike Schmiedtke. Anders als der Medien-Designer arbeiten Medienkaufleute nicht den ganzen Tag kreativ. Gute Noten in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft gelten als Empfehlung, so das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Laut Bundesarbeitsagentur hatten drei von vier Bewerbern im Jahr 2006 die Hochschulreife. Eine bestimmte Schulbildung ist aber nicht vorgeschrieben. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Bei guten Ergebnissen kann man, wie Ines Schulte, auf zweieinhalb Jahre verkürzen.

Angehende Mediendesigner lernen Layouts und Print- und Digitalprodukte zu gestalten, Zielgruppen zu analysieren und anzusprechen. Sie kalkulieren Kosten, überwachen Zahlungen und üben wirtschaftliches Handeln. Kenntnisse des Presserechts, des Handels mit Rechten und Lizenzen, der Öffentlichkeitsarbeit und von Marktanalysen runden die Ausbildung ab. Sie endet mit der Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer.

Zusätzliche Ausbildungen können den Weg in international ausgerichtete Unternehmen ebnen. Das Berufskolleg Neuss in Nordrhein-Westfalen bietet Abiturienten einjährige Kurse zum Europakaufmann parallel zum zweiten Ausbildungsjahr an. Nach Angaben der Arbeitsagentur vermittelt zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer Aachen ein zweiwöchiges praxisnahes Seminar an einem Londoner College. «Den Kontakt zu vielen Menschen», schätzt Ines Schulte an ihrem Beruf besonders. Ulrike Schmiedtke sieht für Medienkaufleute außerdem «sehr gute Berufschancen».

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.: www.bdzv.de

Bundesagentur für Arbeit: www.arbeitsagentur.de

Ausbildungszentren von Köln bis Leipzig

Im Jahr 2006 begannen nach den Daten der Bundesagentur für Arbeit 783 angehende Medienkaufleute Digital und Print die Ausbildung. Große Schulen gibt es in Frankfurt/Main, Köln und Hannover. Länderübergreifende Fachklassen für die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind am Beruflichen Schulzentrum «Gutenbergschule» Leipzig eingerichtet. Ein Azubi in Westdeutschland verdient zwischen 680 und 820 Euro monatlich. Für Ostdeutschland gibt es keine Angaben. Je nach Bundesland und Branche verdienen ausgebildete Medienkaufleute zwischen 2259 und 2826 Euro im Monat, so das Bayerische Arbeitsministerium.

(dpa/tmn)
Medizinischer Fachangestellter

Seit diesem Sommer haben sie einen neuen Namen: Azubis in Arztpraxen lernen nun den Beruf Medizinische Fachangestellte. Meist sind es Frauen, bisher kannte man sie als Arzthelferinnen. Auch die Schwerpunkte der Ausbildung haben sich verändert.

Kommunikative Fähigkeiten, Patientenorientierung, Gesundheitsförderung und Praxismanagement erhielten einen höheren Stellenwert. Während ein Patient auf den Arzt wartet, können die Medizinischen Fachangestellten ihn auf Vorsorgeuntersuchungen, Selbsthilfegruppen und eine gesunde Lebensführung hinweisen. «Sie sollen die Patienten betreuen und begleiten», sagt Gisela Mettin vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

«Die Beratung und Betreuung des Patienten wird jetzt noch intensiver vermittelt», bestätigt Claudia Magyar vom Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen (BdA) in Dortmund. Ein Muss ist das Beherrschen von Terminplanung. «Zeitoptimierung soll für beide Seiten - Arzt und Patient - zu mehr Zufriedenheit führen», sagt Thekla Franke von der Landesärztekammer Thüringen in Jena.

Die Aufgaben reichen vom Selbstmanagement bis zum Marketing. Letzteres bedeutet, durch Freundlichkeit gegenüber dem Patienten zu einem positiven Bild der Praxis beizutragen. Neuer Ausbildungsinhalt ist zudem das Qualitätsmanagement: «Durch das Gesundheitsreformgesetz wird eine Qualitätsprüfung für alle ambulanten Praxen verpflichtend», sagt Thekla Franke.

«In den Praxen hat sich der Verwaltungsaufwand stark verdichtet», erklärt Claudia Magyar. Dokumentation und Datenschutz seien wichtiger geworden. Die Medizinischen Fachangestellten erlernen den Umgang mit Software sowie Datenaustausch, -eingabe und -erfassung. Zudem müssen sie neue Erkenntnisse über die Behandlung von Krankheiten im Internet recherchieren können, ergänzt Gisela Mettin.

Der praktische Teil der dreijährigen Ausbildung nach dem dualen System verändert sich kaum. In der Berufsschule dagegen wird künftig fast nur noch in Form von Modulen unterrichtet. «Prävention, Diagnostik und Therapie werden jeweils auf eine bestimmte Krankheit bezogen vermittelt», sagt Thekla Franke.

Laboruntersuchungen erhalten weniger Raum. «Laborarbeit ist heute meist aus den Praxen ausgelagert», erklärt Magyar. Bei der Prüfung soll mehr Wert auf den praktischen Teil gelegt werden. «Damit wird der Verantwortung im Umgang mit dem Patienten angemessen begegnet.»

Für die Ausbildung ist ein Realschulabschluss ratsam. Doch auch mit einem guten Hauptschulabschluss sei sie zu schaffen, sagt Claudia Magyar. «Interessenten sollten gern mit Menschen kommunizieren und eine grundlegende Zugewandtheit gegenüber dem Patienten zeigen», sagt Thekla Franke.

Beschäftigungsmöglichkeiten für Medizinische Fachangestellte gibt es auch in Reha-Zentren und Kliniken. Der Verdienst liegt für Berufsanfänger laut Tarif bei rund 1300 Euro monatlich im Westen und etwa 1130 Euro in Osten. Nach zweijähriger Erfahrung ist eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Betriebswirtin im Gesundheitswesen möglich.

Informationen: Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen, Bissenkamp 12-16, 44135 Dortmund (Tel.: 0231/556 95 90).

www.bda-online.com

Medizintechniker

Die Menschen werden immer älter und sollen möglichst lange gesundbleiben. Mit dem Gesundheitsmarkt wächst auch der Bedarf an Fachkräften, die Medizinprodukte erfinden, Krankenhäuser planen oder mit Chirurgen neue Operationstechniken entwickeln. Medizintechniker sind deshalb gefragter denn je.

"Medizintechnik ist eine Ingenieurwissenschaft", erklärt Alfred H. Gitter, Dekan im Fachbereich Medizintechnik und Biotechnologie der Fachhochschule Jena. Die Spezialisten in diesem Bereich beschäftigen sich mit dem Herstellen und dem Betrieb technischer Medizinprodukte, beispielsweise der Entwicklung von Robotern, die Gelenkprothesen einsetzen können. "Medizintechnische Geräte enthalten Komponenten, die am oder im menschlichen Körper Daten aufnehmen oder eine bestimmte biophysikalische Wirkung erzeugen", erläutert Gitter. Aufgabe der Medizintechniker ist es, die Geräte zu optimieren. In modernen Apparaturen wie 3D-Ultraschallgeräten spielten die elektronische Messung, Signal- und Informationsverarbeitung eine immer größere Rolle.

"Die Medizintechnikindustrie beschäftigt in rund 1250 Betrieben mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten 95 000 Menschen", sagt Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in Berlin. Hinzu kommen fast 10 000 Kleinunternehmen mit 75 000 Mitarbeitern. Beeres zufolge ist die Branche ein Wachstumsmarkt: "Der medizintechnische Fortschritt, die demografische Entwicklung und der erweiterte Gesundheitsbegriff werden dafür sorgen, dass dies auch so bleibt."

"Viele Hochschulen bieten die Medizintechnik als Vertiefungsrichtung innerhalb eines klassischen Elektrotechnik- oder Maschinenbaustudiums an", erklärt Christian Schröder von der Fachhochschule Gelsenkirchen. "Vorteilhaft ist ein Studiengang, der schon im ersten Semester an die Erfordernisse der Medizintechnik angepasst ist." An der FH in Gelsenkirchen gibt es für die Medizintechnik eine breitgefächerte Grundlagenausbildung in der Medizin und den erforderlichen Ingenieurfächern. Anschließend kann man sich in verschiedenen Bereichen spezialisieren.

"Die Absolventen arbeiten häufig in den Entwicklungs- und Konstruktionsbereichen oder im Bereich Marketing und Vertrieb der weltweit tätigen medizintechnischen Industrie", erläutert Schröder. In Kliniken seien sie mitverantwortlich für die Planung und für den reibungsfreien Einsatz medizintechnischer Geräte.

Die Einsatzorte unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Abschluss. Mit einem Bachelor werden die Experten insbesondere in der Industrie zur Planung medizintechnischer Produkte oder bei Behörden zur Prüfung und Überwachung eingesetzt, sagt Gitter. Wer ein Master-Studium abschließt, arbeite in Instituten, Unternehmen und Kliniken, unter anderem an der Entwicklung medizinelektronischer Geräte.

Voraussetzung für ein Studium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife. "Oft braucht man einen guten Notendurchschnitt, um an einer Hochschule Medizintechnik studieren zu können", sagt Gitter. Zudem seien Englischkenntnisse nötig, denn "Medizintechnik ist eine in Deutschland stark vertretene, aber auch weltweit immer bedeutender werdende Branche".

Internet:
www.fh-gelsenkirchen.de www.fh-jena.de www.bvmed.de

Metallbauer

Sie schmieden, schweißen, löten, glühen oder schrauben: Metallbauer sind Fachleute für alle Arten der Metallbearbeitung. Die hat eine bereits rund 6000 Jahre alte Tradition.


In seiner heutigen Form aber ist der Ausbildungsberuf sehr jung. Erst 1989 wurden die Traditionsberufe Schmied und Schlosser zum neuen Beruf des Metallbauers zusammengefasst.


«Damals wurde eine Ehe zwischen dem Schmied und dem Schlosser gestiftet, aus der fünf Kinder hervorgingen», sagt Dieter Wallon vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) in Bonn. Diese fünf Kinder waren die Fachrichtungen Metallgestaltung, Konstruktionstechnik, Nutzfahrzeugbau, Landtechnik sowie Anlagen- und Fördertechnik.


Die Neuordnung habe sich aber nicht bewährt, so Wallon. Als Konsequenz fielen schon 2002 zwei der gerade neu geschaffenen Fachrichtungen - die Landtechnik sowie die Anlagen- und Fördertechnik - weg.


Wer sich für die Fachrichtung Metallgestaltung entscheidet, fertigt und montiert manuell sowie maschinell «Bauteile mit schmückendem Charakter» wie Gitter, Geländer und Leuchten. Meist sind es Einzelstücke, die der Metallbauer auf Kundenwunsch oder nach eigenen Entwürfen herstellt.


Eine künstlerische Komponente hat auch die Fachrichtung Konstruktionstechnik. Hier liefern die Metallbauer ebenfalls «häufig speziell nach Kundenwunsch gefertigte Einzelstücke», so die Bundesagentur für Arbeit. Dazu gehören Überdachungen, Türen, Tore oder Fensterrahmen.


Auch der Einbau von Schließ- und Sicherheitsanlagen und die Installation von Antrieben für Tor- oder Sonnenschutzanlagen gehören zum Berufsbild. Im Nutzfahrzeugbau stellen Metallbauer Fahrwerke, Fahrzeugrahmen, Aufbauten, Bremssysteme sowie Hub- und Ladeeinrichtungen für Nutz- sowie landwirtschaftliche und Sonderfahrzeuge her.


Die Ausbildungsvergütung für Metallbauer ist tarifvertraglich geregelt. Im Jahr 2003 lag sie nach Angaben des BiBB im Handwerk in Westdeutschland durchschnittlich bei 448 Euro pro Monat im ersten und bei 606 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Für Metallbauer in Ostdeutschland errechnete das BiBB im Durchschnitt eine monatliche Ausbildungsvergütung von 323 Euro im ersten und 454 Euro im vierten Ausbildungsjahr.


«Bei männlichen Azubis im Handwerk steht der Metallbauer an fünfter Stelle», sagt Alfred Sieberg, Experte für Ausbildungsfragen beim Bundesverband Metall (BVM) in Essen. Bei Mädchen und deren Eltern gebe es dagegen noch viele Vorbehalte. Das zeigt sich auch an der Frauenquote unter den Auszubildenden: Die lag 2002 nach einer Statistik des BiBB bei gerade einmal 0,8 Prozent.
Meteorologe

Meteorologen sind die Experten für Wetterfragen. Viele Fernsehzuschauer kennen ihre Arbeit vor allem durch die Wettervorhersage.


Dabei ist das alles andere als ihre Hauptaufgabe. Wetterprognosen machen laut Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach die so genannten Wetterberater. «Für diesen Beruf bietet der DWD eine Fachhochschulausbildung an. Die Wetterberater lernen, visualisierte Daten von Wetterradaren und Wettersatelliten auszuwerten.»


Bei angehenden Meteorologen steht die Wettervorhersage während des Studiums dagegen noch nicht auf dem Stundenplan: «Wettervorhersagen lernt man beim Deutschen Wetterdienst, nicht an der Universität», bestätigt Hartmut Graßl, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie und Professor an der Universität Hamburg.


Studenten der Meteorologie lernten die physikalischen Zusammenhänge der Atmosphäre zu begreifen - die Meteorologie sei eine Teildisziplin der Physik. «Wer Meteorologie studieren möchte, sollte grundsätzlich Spaß an Physik und Mathe haben», sagt Graßl. «Die meisten Diplom-Meteorologen gehen in die Forschung, beispielsweise auf Forschungsschiffe - einige sind im Umweltbereich tätig.» Es gebe zwölf Universitäten, die diesen Studiengang anbieten. Allerdings mache nur ein Drittel der Studienanfänger schließlich ein Diplom, sagt Arne Spekat von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft in Berlin. «Die Studienabbrecher arbeiten häufig bei freien Wetterdienstleistern, wo sie wahrscheinlich weniger verdienen als Meteorologen in der Forschung», sagt Spekat.


Forschen habe seine Vorzüge, sei aber viel zu theoretisch, sagt Jörg Kachelmann, Fernseh-Meteorologe und Gründer der Meteomedia AG in Bochum. Man müsse sich während des Studiums selber darum kümmern, mehr als nur Theorie zu lernen, rät er.


Noch sei der DWD als der staatliche Wetterdienst der größte Arbeitgeber für Meteorologen in Deutschland, sagt Michael Knobelsdorf vom Deutschen Wetterdienst. Er befürchtet allerdings, dass der DWD aus Kostengründen künftig immer weniger Meteorologen einstellen und verbeamten werde.


Laut Kachelmann haben aber Meteorologen bei den freien Dienstleistern noch gute Chancen. «Die Meteomedia sucht noch Wetterfanatiker für Vorhersagen», sagt Kachelmann. «Diese sollten mit Sprache gut umgehen können, aber auch vom Phänomen Wetter fasziniert sein.» Das Tolle an der Wettervorhersage sei, dass sich schon am folgenden Tag zeige, ob man einen guten Job gemacht hat.
Modellbauer

Bei Modellbau denken viele an ein Hobby. Aber auch ganz reale Autos, Flugzeuge oder Küchenmaschinen könnten ohne Modellbauer gar nicht konstruiert werden. Vor einer Serienfertigung muss von jedem Produkt ein entsprechendes Modell geben. Die Ausbildung in diesem Beruf dauert dreieinhalb Jahre. "Mit dem herkömmlichen Basteln hat das absolut nichts zu tun", stellt Helmut Moser klar, Dozent an der Bundesfachschule für Modellbau in Bad Wildungen (Hessen).

Das zeigt schon ein Blick in die technisch ausgerichtete Ausbildungsordnung. In der Regel verlangen die Firmen von Bewerbern einen sehr guten Hauptschulabschluss, besser sind Mittlere Reife oder Abitur. Und sie erwarten gute Noten in Mathematik, Deutsch, Zeichnen und Werken. Wichtig sei eine gute räumliche Vorstellungskraft, sagt Helmut Brandl vom Bundesinnungsverband des Modellbauer-Handwerks in München.

Das Handwerk teilt sich in die Sparten Produktionsmodellbau und Anschauungsmodellbau. In den ersten beiden Lehrjahren bis zur Zwischenprüfung sind die Ausbildungsinhalte gleich. Das Thema Verarbeitung von Informationen der Steuerungs- und Regelungstechnik zeigt, wie stark Technologie den Unterricht prägt. Dazu kommen Be-und Verarbeiten verschiedener Werkstoffe sowie das Anfertigen und Lesen von Skizzen und Zeichnungen. Im dritten und vierten Jahr können sich die Azubis dann spezialisieren.

"Der Modellbauer bekommt Daten und Skizzen geliefert und muss diese zum Modell verarbeiten, und zwar überwiegend am Rechner und nicht mehr an der Werkbank", so Moser. Vor dem Einsatz moderner Technologien bestimmten diesen Beruf fast ausschließlich handwerkliche Arbeitsabläufe. Nach Brandls Angaben beschäftigen die etwa 320 Handwerksbetriebe der Branche rund 650 Azubis. Eben so viele angehende Modellbauer lernen in Industriebetrieben.

Die Ausbildung nach den dualen System erfolgt im Betrieb und an der jeweiligen Berufsschule. "Im zweiten und dritten Lehrjahr gibt es dann jeweils 14 Tage Unterricht an der Bundesfachschule Modellbau", sagt Moser. Die Einrichtung ist die zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte des deutschen Modellbauer-Handwerks. Sie ist bei der Holzfachschule Bad Wildungen angesiedelt.

Die Vergütung während der Ausbildung beträgt nach Angaben des Bundesinnungsverbandes monatlich 432 Euro im ersten Jahr. Sie steigt dann auf 521 und 595 Euro im zweiten und dritten Jahr und erreicht schließlich 670 Euro. Der Mindestlohn für Gesellen variiert nach Wirtschaftsbereich und Region, liegt aber durchschnittlich bei etwas mehr als elf Euro pro Stunde.

Modellbauer haben gute Zukuftsaussichten, auch im Ausland. Der deutsche Modellbau sei weltweit führend, sagt Brandl. Und sie sind in vielen Produktionszweigen gefragt - übrigens auch in der Welt der Bastler und der Miniaturbahnliebhaber: Die auf kleinen Maßstab gebrachten Schiffe, Lokomotiven oder Gebäude müssen bis ins Detail den großen Vorbildern entsprechen. Diese Aufgabe zu lösen, fällt ebenfalls in die Kompetenz von Modellbauern.

Informationen:
Bundesfachschule Modellbau Bad Wildungen
Tel.: 05621/791 90

Internet:
www.holzfachschule.de
www.modellbauer-handwerk.de

Modist

Sie entwerfen und fertigen Hüte, Mützen und Kappen. Früher waren sie als Hutmacher bekannt. In der neuen, seit 2004 gültigen Ausbildungsverordnung heißen sie nur noch Modist und Modistin.


Sie arbeiten im Fachgeschäft, in handwerklichen Ateliers oder sogar in den Werkstätten von Opernhäusern. Nina Becker hat bei einem Praktikum schnell gemerkt: «Das ist mein Beruf!» Toll fand sie von Anfang an die «Mischung aus Handwerk und künstlerischer Arbeit». Einen Ausbildungsplatz zu finden, war aber schwierig. «Am besten, man erkundigt sich bei den Handwerkskammern.»


Die Ausbildung dauert drei Jahre. Bundesweit gibt es im Modistenhandwerk gut 300 Betriebe, aber längst nicht alle bilden aus. Die tarifliche Ausbildungsvergütung beginnt derzeit bei 155 und erreicht im dritten Lehrjahr 205 Euro pro Monat.


Nina Becker hat bei einem kleinen Betrieb in Kiel gelernt und dann später sieben Jahre lang an der Oper in Hannover gearbeitet. Inzwischen ist sie an der Staatsoper in Hamburg angestellt - ein idealer Arbeitsplatz, wenn es ums Hütemachen geht. Schließlich wechseln die Darsteller manchmal während einer Inszenierung dreimal die Kopfbedeckung. «Und es gibt immer wieder Modelle, die ich vorher noch nie gemacht habe», erzählt Nina Becker.


Birke Breckwoldt macht ebenfalls Hüte, hat aber keine Ausbildung absolviert. «Ich habe in Berlin Mode-Design studiert und anschließend ein Jahr für einen japanischen Designer gearbeitet.» Auf den Hut gekommen ist sie in New York, wo sie die Parsons School of Design besucht hat. Dort gab es auch Kurse im Gestalten von Hüten. In Hamburg hat sie sich bald darauf selbstständig gemacht. «Am Anfang habe ich zu Hause über dem Kochtopf Filz gedämpft», erzählt sie.


Über dieses Stadium ist die Hutmacherin längst hinaus. In ihrem Geschäft verkauft sie einfache Strickmützen ebenso wie ihre selbst entworfenen Designer-Hüte - oft Auftragsarbeiten: «Manche Kunden haben ganz bestimmte Vorstellungen, andere lassen mir freie Hand.»


Qualitätsbewusste Fachgeschäfte sind auf Modisten angewiesen: «Wir kaufen Hüte auf den großen internationalen Messen ein, die Hälfte aus Deutschland», erläutert Andreas Voigtländer, Vorsitzender der Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte in Wiesbaden. Als altbacken gelten Hüte und Mützen längst nicht mehr: «Viele junge Leute finden das wieder cool», sagt Voigtländer. Die Kopfbedeckung sei zu einem Accessoire wie andere auch geworden. «Und die wechseln mit der Mode.»


Hutmacher und Modisten müssen deshalb immer Neues ausprobieren und mit Materialien experimentieren. «Klassisch sind Haarfilz, Schur- und Baumwolle, Kaschmir und Kunstfasern, aber auch Panama-Stroh», sagt Voigtländer. Hinzu kommen neue Fasern aus Viscose oder zum Beispiel Sinamay, ein Material aus der Bananenstaude.


Grundsätzlich sind der Fantasie also kaum Grenzen gesetzt. Wenn Birke Breckwoldt einen neuen Hut entwirft, steht anfangs noch gar nicht fest, wie er wohl aussehen wird: «Er entsteht erst beim Umgang mit dem Material. Oft guck ich ihn dann an, und denke, das ist es noch nicht. Und dann wird er eben noch einmal geändert.»
Müller

Müller ist der häufigste Nachname bundesweit. Fast 780 000 Deutsche heißen so. Nicht einmal die Schmidts und die Meiers können da mithalten. Müller gab es früher in fast jedem Dorf. Heute arbeiten noch 3000 Fachkräfte in diesem Beruf, und sie heißen auch nicht mehr Müller, sondern Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft. Die Jobaussichten gelten als gut, Nachwuchs wird in vielen Betrieben gesucht.

Viele Jugendliche hätten ein völlig falsches Bild von der Branche, sagt Elke Matern von der Kampffmeyer Mühlen GmbH in Hamburg. "Sie denken, die Arbeit sei schmutzig und körperlich anstrengend, und der Müller lädt noch die Säcke auf den Esel." Mühlen seien heute jedoch moderne Betriebe und besäßen oft 50 oder 60 Meter hohe Silogebäude. Und wo einst Mühlsteine mit solchem Lärm rotierten, dass die Müller taub wurden, arbeiten heute computergesteuerte Mahlwerke.

"Mühlsteine wären heute gar nicht mehr zulässig", sagt Andreas Bolte, Ausbildungsbeauftragter beim Verband Deutscher Mühlen (VDM) in Bonn. Die Branche hat sich rapide verändert: Laut VDM gab es vor rund 60 Jahren noch 19 000 Mühlen - heute sind es noch 600. "Ganz kleine gibt es kaum noch", sagt Anja Twietmeyer vom Mühlenbetrieb Weltgold in Weickelsdorf (Sachsen-Anhalt). Dort gibt es 30 Arbeitsplätze - 10 allein für Kraftfahrer, 6 für Müller und derzeit 1 Azubi.

Voraussetzung für die dreijährige Ausbildung ist ein guter Hauptschulabschluss. "Wir erwarten gute Kenntnisse in Mathe, Bio, Chemie und technisches Verständnis", sagt Elke Matern. "Aber auch Teamfähigkeit und die Bereitschaft zur Schichtarbeit."

Solide Mathekenntnisse sind unverzichtbar. Denn Mehl ist nicht einfach das, was hinten aus der Mahlwerk rauskommt. Zum einen gibt es viele ganz verschiedene Mehlsorten. "Und schon für ein Weizenmehl Typ 405 werden verschiedene Mehle gemischt", erklärt Andreas Bolte vom VDM. "Eigenschaften und Qualität müssen dabei gleichbleiben." Und zwar das ganze Jahr hindurch - was nicht selbstverständlich ist.

Die Deutschen sind Europameister beim Brotverbrauch - der Bedarf an Mehl ist also gesichert. Spezialmehle gibt es außerdem nicht nur für bestimmte Backwaren - Mehl wird für Pizza oder Ciabatta genauso gebraucht wie für Gummibärchen, Suppen oder manche Arzneimittel.

Auch technische Kenntnisse werden immer wichtiger. Seit 2006 müssen Azubis deshalb auch lernen, mit Computern zu arbeiten. "Bei Störungen müssen sie in der Lage sein, das Problem möglichst zu beheben", sagt VDM-Experte Bolte.

Eine wichtige Station für Lehrlinge ist auch das Labor, wo die Qualität des Korns bewertet wird. "Von jeder Getreidelieferung wird eine Probe gezogen", sagt Bolte. Am Anfang der Ausbildung steht der Umgang mit den Rohstoffen im Vordergrund, später das Endprodukt Mehl. Auszubildende müssen den gesamten Prozess kennenlernen.

Sie erhalten je nach Region monatlich 360 bis 586 Euro im ersten Lehrjahr und zwischen 530 bis 830 im dritten. Ausgebildete Müller - Facharbeiter Tarifgruppe I - können nach VDM-Angaben mit einem Lohn zwischen 1600 und 2400 Euro rechnen. Die Berufsperspektiven gelten als gut: "Wir können fast garantieren, dass Gesellen eine Anstellung finden", sagt Bolte. "Und das wird auch nicht anders werden."

Informationen:
Verband Deutscher Mühlen,
Beueler Bahnhofsplatz 18,
53225 Bonn
E-Mail: mailto:vdm@muehlen.org

Informationen im Internet:
www.muehlen.org/muellerberuf.pdf) (dpa/tmn)

Museumspädagoge

Museumspädagogen bieten nicht nur Führungen oder Kreativ-Aktionen für Besucher an. "In großen Museen sind die Aufgaben andere als etwa in einem kleinen Heimatmuseum", sagt Marianne Hilke, Museumspädagogin im Archäologischen Park/Regionalmuseum Xanten am Niederrhein. Immerhin 400 000 Besucher zählt die Einrichtung jährlich; 5000 Führungen werden im Jahr angeboten. "Der Beruf ist noch immer dabei, sich zu entwickeln", erläutert Hilke.

Die Museumspädagogin hat auch zahlreiche Organisations- und Marketingaufgaben zu erledigen. Und sie ist dafür zuständig, Veranstaltungen zu planen und die 27 Museumsführer des Regionalmuseums zu schulen oder Fortbildungen zu organisieren.

"Die jeweilige Sammlung eines Museums bildet die Grundlage für die Arbeit", erklärt Ralph Stephan vom Bundesverband Museumspädagogik in Singen (Baden-Württemberg). Museumspädagogen müssen sich auch Gedanken über die Vermittlung machen. Dabei ist Kreativität gefragt. Sie sollen wissenschaftliche Sachverhalte für verschiedene Zielgruppen aufbereiten und entsprechende Programme entwickeln können.

"Oft sitzen Museumspädagogen zwischen allen Stühlen", sagt Marianne Hilke. Einerseits müssen sie rüberbringen, was der Museumsdirektor als wichtige Aufgabe des Museums betrachtet, andererseits den Bedürfnissen der Zielgruppen gerecht werden. Wie in allen pädagogischen Berufen sind auch für die Museumspädagogik hohe soziale Fähigkeiten eine Voraussetzung. "Museumspädagogen müssen gut kommunizieren können", betont Ralph Stephan.

Lange sei die Museumspädagogik in die "Kinderecke" geschoben worden, sagt Andreas Grünewald Steiger, der Programmleiter Museum der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Die Einrichtung bietet berufsbegleitende Weiterbildungen für Museumspädagogen an. Das mit den Kindern stimmt aber nur zum Teil. Museumspädagogen versuchen etwa, gezielt Vorschulkinder zu erreichen. Zunehmend gebe es auch Kooperationen mit Schulen. "Die Kinder kommen nachmittags ins Museum oder Museumspädagogen gehen in die Schulen, um dort Projekte durchzuführen", erläutert Grünewald Steiger.

"Steigerungsbedarf für Bildung im Museum gibt es bei den Senioren", sagt Ralph Stephan. In Zeiten knapper Kassen, in denen der Sparzwang nicht zuletzt den Kulturbereich trifft, halten die Museen außerdem nach neuen Besuchergruppen Ausschau: "Wir gucken auch darauf, wer nicht zu uns kommt", sagt Marianne Hilke.

Entstanden ist die Museumspädagogik in Deutschland in den 1970er Jahren. Wurde anfangs viel experimentiert und Neues ausprobiert, stehen heute oft wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Die Angebote sollen möglichst schnell und ohne viel Aufwand entwickelt werden. "Museumspädagogen haben weniger Zeit, sich um Inhalt und Qualität zu kümmern", bedauert Grünewald Steiger. Darunter leide nicht selten der Bildungsanspruch.

Einen eigenständigen Studiengang Museumspädagogik gibt es bislang nicht. Zugangschancen in das Arbeitsfeld ergeben sich aus einem Lehramtsstudium oder einem Fachstudium - etwa Archäologie, Kunst oder Kunstgeschichte. Inzwischen rekrutiert sich der Nachwuchs auch aus Studienfächern wie Museologie, Museums- und Kulturmanagement, Kultur-und Medienwissenschaft oder der Kulturpädagogik. "Der Praxisbezug ist das Wichtigste", betont Ralph Stephan. Neben dem Studium sollten Interessenten Praktika absolvieren oder im Museum jobben. "Man muss sich gut in der Szene auskennen und sich bereits ein Netzwerk aufgebaut haben. Dann kann es mit einer Festanstellung klappen."

"Mit einem Fachstudium funktioniert auch der Aufstieg", erklärt Stephan. "Museumspädagogen können in ein größeres Haus wechseln, die Leitung einer Abteilung übernehmen oder eine wissenschaftliche Karriere anstreben." Mit Berufserfahrung von mehr als zehn Jahren könnten Museumspädagogen bei einer Vollzeitstelle mit einem Jahresgehalt von 50 000 Euro rechnen.

Aktuelle Zahlen, wie viele Museumspädagogen in der Bundesrepublik beschäftigt sind, liegen nicht vor. Ende der neunziger Jahren betrug die Zahl der Festangestellten zwischen 600 und 800. Die Anzahl der freiberuflich Tätigen dürfte derzeit das Vierfache betragen, schätzt Stephan. Hinzu kommen einige hundert Ehrenamtliche. Laut einer Statistik des Instituts für Museumskunde in Berlin ist die Zahl der Besucher in den deutschen Museen zwischen 2003 und 2004 um fünf Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wird neben den verlängerten Öffnungszeiten auch auf die Museumspädagogik zurückgeführt.

Informationen:
Bundesverband Museumspädagogik
Am Schlossgarten 2
78224 Singen
Tel.: 07731/852 67
Internet: www.museumspaedagogik.org

Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Schlossplatz 13
38304 Wolfenbüttel
Tel.: 05331/80 84 11
Internet: www.bundesakademie.de

Musiktherapeut

Musik regt unsere Gefühle an. Das machen sich Musiktherapeuten zunutze. Sie versuchen, mit Hilfe von rhythmischen Übungen und wohltuenden Klängen die Gesundheit von Patienten zu fördern.

Dur oder Moll - in der Sprache der Musik steht das für Glück oder Trauer. In ihr lässt sich manchmal ausdrücken, wofür einem die Worte fehlen. Während Ärzte Pillen verschreiben und Psychologen Gespräche führen, versuchen Musiktherapeuten daher, mit Rhythmen und Harmonien zu heilen.

«Die Aufgabe des Musiktherapeuten ist es, Zugang zu Menschen zu finden und therapeutisch zu nutzen, auch in Fällen, wo das anders nicht mehr möglich wäre», sagt Dorothee von Moreau, Leiterin der Lehrambulanz für Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg. «Musik bringt Dinge ins Bewusstsein, die mitunter anders nicht mehr zu erleben wären», ergänzt Lutz Neugebauer vom Vorstand der Deutschen Musiktherapeutische Gesellschaft (DMtG) in Berlin.

Musiktherapeuten arbeiten mit der Grundmusikalität, die jeder Mensch in sich trägt. Zum einen machen sie für ihre Patienten Musik. Dabei versuchen sie, auf den Hörer einzugehen, indem sie beispielsweise auf seinen Atemrhythmus achten. «Das Einlegen einer munteren CD genügt hier nicht», erklärt Neugebauer. Er arbeitet seit mehr als 25 Jahren musiktherapeutisch.

Bei der aktiven Therapieform improvisieren Patienten auf Instrumenten wie der Gitarre, dem Xylofon oder dem Klavier. Oder sie singen. Auf diese Weise können sie mitunter Gefühle und Gedanken äußern, für die sie keine Worte finden. «Der Therapeut sollte hören können, was der Patient nicht in Worte zu kleiden vermag», sagt Dorothee von Moreau. Das heißt nicht, dass einem durch Musik gleich leicht und froh zumute wird. In der Therapie haben schrille Töne ebenfalls einen Platz. «Auch die dunklen Seiten kommen zum Klingen.»

Musiktherapeuten betreuen ihre Patienten einzeln oder in Gruppen. Dazu gehören psychisch Kranke sowie Menschen, die im Sterben oder im Koma liegen. Ihr Einsatzgebiet umfasst Süchte, Verhaltensstörungen, neurologischen Krankheiten wie Parkinson und chronische Schmerzen. Bei Geh- und Sprachstörungen gilt die Heilkraft der Musik als wissenschaftlich belegt.

Die Idee heilender Musik reicht weit zurück. Im Alten Testament erlöst David durch sein Harfenspiel König Saul von dessen Plagen. Solche Klänge heilen aber keineswegs automatisch. «Laien fragen mitunter: Meine Oma hat einen Schlaganfall. Welche Platte soll ich auflegen?», erzählt Lutz Neugebauer. Das funktioniere nicht, weil Menschen Musik unterschiedlich empfinden. «Was den einen erfreut, erinnert den anderen an traumatische Erlebnisse.» Als sicher gilt aber, dass Musik verschiedene Hirnareale zusammenarbeiten lässt. «Es gibt etwas, das nur in der Musik stattfindet.»

Musiktherapie ist Teamarbeit: Die Therapeuten arbeiten eng mit Ärzten und Heilpädagogen zusammen. In Schulen, Alten- und Pflegeheimen sowie sozialen Einrichtungen finden sie Arbeit.

Der Weg in den Beruf führt zum einen über entsprechende Lehrgänge. Diese Art der Ausbildung ist nicht staatlich geregelt. Die Zugangsvoraussetzungen hängen vom Anbieter ab, wie die Bundesagentur für Arbeit erläutert. Das Abitur ist nicht immer notwendig. Der Berufsverband empfiehlt dagegen eine akademische Ausbildung. So kann man an Hochschulen einen Bachelor und Master in dem Fach machen.

Studienbewerber müssen ein Instrument beherrschen und musiktheoretische Kenntnisse nachweisen. Moreau rät, sich gründlich auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Außerdem empfiehlt sie ein klinisches Praktikum. «Anwärter stellen rasch fest, ob sie permanent mit menschlichem Leid arbeiten wollen», erklärt sie. Später können angehende Musiktherapeuten sich spezialisieren - es gibt tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutische, systemische, anthroposophische und ganzheitlich-humanistische Ausrichtungen.

Die DMtG listet neun staatliche Einrichtungen für die musiktherapeutische Ausbildung, sieben zertifizierte private Einrichtungen und sechs weitere Ausbildungsstätten in Deutschland auf. Dazu kommen elf Häuser in Belgien, Österreich, der Niederlande und der Schweiz. Der Erwerb des Bachelors dauert bis zu vier Jahre. Die Ausbildungsdauer anderer Kurse beträgt ein bis vier Jahre.

Webportal der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft

Berufsverband für Kunst-, Musik- und Tanztherapie

Deutsche Gesellschaft für künstlerische Therapieformen

Musiktherapeuten können als Beschäftigte bei Kommunen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen gut 2600 Euro und knapp 3900 Euro rechnen. Das gibt die Bundesagentur für Arbeit als Richtwerte an. Die Ausbildung ist allerdings mit einigen Gebühren verbunden. Die DMtG beziffert die Kosten für die komplette Berufsausbildung auf 10 000 Euro und mehr.

(dpa/tmn)

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