Ausbildungsberufe von A bis Z

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Operationstechnischer Assistent

Lange bevor der Arzt zum Skalpell greift, laufen die Vorbereitungen der Operartion: Zunehmend treten dabei Fachkräfte auf, die es erst seit wenigen Jahren gibt: Operationstechnische Assistenten und Assistentinnen, kurz OTA genannt.


«Damit wirken wir dem Fachkräftemangel entgegen», erklärt Holger Mages von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin. Die OTA legen vor der Operation die entsprechenden Instrumente, Geräte und anderes Material bereit, versorgen davor und danach die Patienten und führen die OP-Dokumentation. Während des Eingriffs reichen Tupfer und halten Zangen. Noch gibt es keine einheitliche bundesweite Ausbildung für diesen Beruf. «Absolventen der Schulen gehen aber weg wie warme Semmeln.» Die staatliche Anerkennung des Berufes sei in Vorbereitung.


«Mir sind keine Ausgebildeten bekannt, die nicht sofort eine Anstellung bekamen. OTAs gehen sozusagen handverlesen an die Kliniken», sagt Franz Löhr, Geschäftsführer der Dachgesellschaft für OTA-Ausbildungsstätten in Essen. «Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ist drei- bis viermal höher als das Angebot von derzeit 1600. Besonders bei jungen Frauen ist dieser Beruf begehrt.»


Voraussetzungen für die Ausbildung zum OTA sind gesundheitliche Eignung sowie Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss und mindestens zweijährige Berufsausbildung beziehungsweise eine abgeschlossene Ausbildung in der Krankenpflegehilfe. Auch Arzthelferinnen und Krankenpflegepersonal steht der Beruf offen. Bevor die Assistenzkräfte im Operationsbereich arbeiten können, stehen drei Jahre Ausbildung an einer der derzeit etwa 70 OTA-Schulen, die von den Krankenhäusern getragen werden.


Die Oberschwabenklinik in Ravensburg betreibt eine dieser Schulen. Die Ausbildung beginnt am 1. April. «Interessenten sollten sich frühestens 15 Monate vorher bewerben», sagt Rosemarie Zuchtriegel von der Schulleitung. Voraussetzungen für den Beruf seien Hygiene- und Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und Belastbarkeit.


Bei der dreijährigen Ausbildung stehen 1600 Stunden Theorie und 3000 Stunden Praxis auf dem Programm. Die angehenden OTAs werden in Anatomie und Physiologie unterrichtet und lernen die Chirurgie intensiv kennen. Auch die Krankenpflege spielt eine wichtige Rolle, dazu kommen Unterrichtsstunden in Psychologie, Soziologie, Pädagogik und Arzneimittelkunde. Die OTAs müssen auch über EDV, Organisation und Dokumentation Bescheid wissen.


Nahezu alle, die die Ausbildung begonnen haben, beenden sie auch. Und auch Ausgebildete, die die schwere Prüfung mit mündlichem, schriftlichen und praktischen Teil nicht schaffen, gibt es selten. «Die Ärzte sind sehr zufrieden mit diesen hoch spezialisierten Assistenzkräften», sagt Löhr.


«In der Ausbildung verdienen die OTAs zwischen 730 und 880 Euro pro Monat», sagt Mages. «Nach bestandener Prüfung können sie dann zwischen 1800 und 2400 Euro erwarten.» Nicht nur in Krankenhäusern finden diese Fachkräfte Anstellung. Auch Ärzte, die in ihren Praxen chirurgische Eingriffe machen, sind an ihnen interessiert.
Orchestermusiker

Wenn im Konzertsaal eine Symphonie die Zuhörer in ihren Bann schlägt, denkt kaum jemand daran, wie hart die Musiker des «Klangkörpers» seit Jahren für solche Auftritte haben arbeiten müssen.


Streicher und Bläser folgen scheinbar mühelos dem Takt des Dirigenten, gehen harmonisch im gemeinsamen Spiel auf. Kein Wunder, dass musikalisch begabten jungen Menschen der Beruf des Orchestermusikers erstrebenswert erscheint. Doch der Weg in ein Berufsorchester ist steinig.


Zunächst muss ein entsprechendes Studium erfolgreich absolviert werden. «Am Anfang steht eine strenge Aufnahmeprüfung», sagt Gabriele Bastians von der Musikhochschule in Hamburg, einer von 24 Musikhochschulen in Deutschland. «Der Großteil der Interessenten besteht diese nicht. Deshalb sollte eine Ausbildung sollte schon im Kindesalter beginnen.»


Solchen schulischen Anforderungen wird beispielsweise das Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar gerecht. «Hier können Schülerinnen und Schüler in der 12. Klasse das Abitur erlangen», erzählt Michael Knoll von der Schulleitung. «Um aufgenommen zu werden, muss eine musikalische Eignungsprüfung bestanden werden.»


Das Gymnasium arbeitet eng mit der Hochschule für Musik in Weimar zusammen. «Das Abitur ist bei uns jedoch nicht unbedingt erforderlich, entscheidend ist die Aufnahmeprüfung», erklärt Jan Kreyßig von der Hochschule. «Das normale Mindestalter für den Studienbeginn liegt bei 18 Jahren, doch große Talente können schon früher am Unterricht teilnehmen.»


Ein angehender Berufsmusiker kann sich zwar auf sein schon beherrschtes Instrument spezialisieren, doch während des Studiums erhält er die ganze Bandbreite dieser Kunstrichtung vermittelt. «Der Schwerpunkt liegt auf dem klassischen Repertoire, also von Bach bis Schönberg, auf dem Lehrplan stehen aber auch andere Musikrichtungen, instrumentale Nebenfächer, Harmonielehre, Geschichte, Rhythmus und vieles andere», sagt Kreyßig.


Durchschnittlich acht bis zehn Semester dauert der Unterricht an den Hochschulen. Dazu kommt tägliches stundenlanges Üben auf dem jeweiligen Instrument. Zur Hälfte der Studienzeit muss eine theoretische und praktische Zwischenprüfung abgelegt werden. Gewertet wird, wie beispielsweise angehende Geiger und Geigerinnen Brahms, Mozart und Sibelius interpretieren. Nach bestandener Abschlussprüfung darf sich der Künstler Diplommusiker nennen. Für einen Lehrberuf ist ein Zusatzstudium erforderlich; auch die Promotion zum Doktor der Musikwissenschaften (Dr. scientiae musicae) steht offen.


«99 Prozent der Bewerber für eine Stellung in einem der 135 professionellen, öffentlich finanzierten Kulturorchester haben ein Hochschulstudium absolviert», erklärt Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) in Berlin. «Kulturorchester» spielen - so lautet die tarifvertragliche und gesetzliche Definition - «überwiegend ernst zu wertende Musik». Dazu kommen noch die privat organisierten Ensembles und Kammerorchester sowie die Bands der Polizei, des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr.


Doch das Diplom ist noch keine Garantie für eine Anstellung. «Insgesamt gibt es bei den öffentlich finanzierten Orchestern derzeit 10 240 Planstellen für Musiker. In den kommenden drei Spielzeiten können altersbedingt etwa 400 Positionen besetzt werden», erzählt Mertens. Um einen dieser Verträge zu bekommen, muss eine große Hürde genommen werden: Das traditionelle Probespiel vor dem Orchester. «Diese drei bis fünf Minuten entscheiden», sagt der DOV-Geschäftsführer.


Die meisten Orchestermusiker werden in Deutschland nach Tarif bezahlt. Wie hoch das Gehalt im Einzelfall ausfällt, hängt laut Mertens mit der Größe und dem Renommee des Orchesters und der dafür gültigen Vergütungsgruppe zusammen. «Wer in einem kleinen Orchester der Vergütungsgruppe D spielt, ist etwa einem Grundschullehrer gleich gestellt», erklärt Mertens. Spielt ein Musiker dagegen in der höchsten Vergütungsgruppe, verdient er ungefähr so viel wie ein Musikprofessor an der Hochschule.


Mertens weist darauf hin, dass im Sommer vorigen Jahres die Statistik 1724 arbeitslos gemeldete Orchestermusiker ausgewiesen hat. «Die Berufsaussichten und die Arbeitsmarktsituation für Berufsmusiker in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert», beschreibt er die aktuelle Lage. «Die zunehmende Zahl von Stellenstreichungen bei den deutschen Berufsorchestern und Profi-Ensembles wird die Entwicklung weiter verschlimmern.»
Organisationsentwickler

Erst waren die Notizen auf dem Schreibtisch verschwunden. Am Tag später klebten anzügliche Zettelchen auf dem Bildschirm - Mobbing hat viele Gesichter. Bei Streit im Büro ziehen Mitarbeiter viele Register.


Darunter leidet oft die Arbeitsqualität. «In solchen Fällen helfen Organisationsentwickler, die Probleme im Betrieb reibungslos und rasch zu klären», erläutert Fredi Lang vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin.


Um als Organisationsentwickler zu arbeiten, ist ein Studium der Psychologie eine gute Voraussetzung. Zur Diagnose von Organisationsstrukturen seien zum Beispiel Mitarbeiterbefragung und Qualitätsmanagement nötig, sagt Fredi Lang. Der Dienstleistungssektor der Organisationsentwicklung ist immer gefragter: «In Zeiten eines enger werdenden Arbeitsmarktes müssen Konflikte schnellstmöglich behoben werden», betont der Experte. Schließlich müsse ein Arbeitsteam, das am Markt bestehen will, schnell, effektiv und flexibel sein.


«Organisationsentwickler und Personalentwickler üben zum Teil ähnliche Tätigkeiten aus. Die Begrifflichkeiten sind nicht eindeutig zu trennen», erläutert Prof. Eva Bamberg von der Universität Hamburg. Ein Studium der Arbeits- und Organisationspsychologie, der Wirtschafspsychologie und an manchen Universitäten auch der Pädagogischen Psychologie führt in den Beruf. In dem Studiengang sollte dann aber der Schwerpunkt auf Personal- und auf Organisationsentwicklung gelegt werden. «Unbedingt zu empfehlen sind Nebenfächer in Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Jura, sowie die richtigen Praktika», erklärt die Dozentin.


Den Ist- und den Soll-Zustand erörtern, Fragebögen entwickeln, Gruppengespräche moderieren: Diese Fertigkeiten bekommt ein Organisationsentwickler nicht nur im Hörsaal beigebracht. Wichtig seien vor allem Praxiserfahrungen neben dem Studium, sagt Bamberg. «Am besten ist es, wenn die Studenten nebenbei schon Berufserfahrung sammeln.» Ein Großbetrieb oder eine Unternehmensberatung seien dafür zu empfehlen.


«Beim Verschmelzen verschiedener Kulturen auf dem Arbeitsmarkt ist eine solide Mitarbeiterzufriedenheit häufig keine leichte Aufgabe», sagt die selbstständige Organisationsentwicklerin Maren Vogt aus Hamburg. Auch wenn Abteilungen zusammengelegt werden, wird oft nicht nur die Arbeitsmoral einzelner schlechter, häufig leidet das ganze Unternehmen darunter. Besonders in Familienbetrieben und in hierachisch aufgebauten Großunternehmen sei es oft nicht einfach, die eingefahrenen Strukturen aufzulockern. Fingerspitzengefühl für einzelne Mitarbeiter ist hier ebenso wichtig wie das nötige Durchsetzungsvermögen gegenüber der Chefetage.


Wenn Menschen in entscheidenden Positionen zu spät merken, dass sie sich auch an die eigene Nasenspitze fassen müssen, wenn Konflikte auftreten, ist oft externes Know-How gefragt. «Die Spannungen zwischen mir und meinem Team wurden einfach zu groß», erzählt Barbara Wenck vom Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg. Während der einjährigen Betreuung durch eine Gruppe von Organisationsentwicklern konnten die Erwartungen der Mitarbeiter an die Leitung wie auch umgekehrt geklärt werden. Die leitende Physiotherapeutin des Querschnittgelähmtenzentrums ist davon überzeugt, dass das ihrem Team gut getan hat.


Dank der Organisationsentwicklung können die 26 Physiotherapeuten der Klinik heute auch besser mit den Problemen umgehen, die in der Betreuung der schwerst behinderten Menschen täglich auftreten. «Alles wurde offen angesprochen, und das hat das Arbeitsklima insgesamt schon sehr verbessert», sagt Barbara Wenck.


Auf Grund der Umstellung von Diplom- auf Master- und Bacherlorstudiengänge entstehen an vielen deutschen Universitäten sehr unterschiedliche Studiengänge und -bedingungen. «Wer mit dem Studium anfangen möchte, sollte sich gut über die einzelnen Angebote der Universitäten in den Bereichen Psychologie und Erziehungswissenschaften informieren», rät Psychologie-Professorin Bamberg. Hilfreich seien für die Orientierungsphase vor allem das Internet und die fachspezifischen Studienberatungen.
Orthopädie-Techniker

Gerd-Peter Koppetsch ist Schlosser, Mechaniker, Werkstofftechniker, Dreher, Psychologe und Therapeut in einem. «Mit jedem neuen Kunden stehen wir vor einer neuen Herausforderung», sagt er. Koppetsch ist Orthopädie-Techniker-Meister.


Er sorgt mit seinen 30 Mitarbeitern an der Düsseldorfer Universitätsklinik dafür, dass Patienten die passenden Prothesen, Sitzschalen oder Rollstühle bekommen.


«Es ist ein sehr vielseitiger Beruf», erklärt Jens Franke von der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik in Dortmund. Deswegen dauere die Ausbildung in der Regel auch dreieinhalb Jahre, je nach Schulabschluss sind Verkürzungen möglich. «Die Aufgaben des Orthopädie-Technikers umfassen drei Bereiche: die Prothetik, die Orthetik und die Rehatechnik», erläutert Franke.


Die Prothetik erstellt Prothesen etwa für Beine, Arme und Finger. Unter Orthetik fallen jegliche Hilfsmittel wie Korsette, Schienen oder Einlagen, die Körperteile stützen oder Fehlhaltungen und -stellungen korrigieren. Extraanfertigungen von Rollstühlen sowie spezieller Sitzschalen gehören zur Rehatechnik.


All diese Aufgaben erfordern handwerkliches Geschick und einen gekonnten Umgang mit Leder, Kunststoffen, Stoffen und Holz. Doch das ist nicht alles. «Wir müssen nicht nur auf die körperlichen Gebrechen eingehen, sondern auch auf die psychischen», erklärt Koppetsch. Denn der seelische Knacks sei in manchen Fällen größer als der physische.


Wichtiger als formale Voraussetzungen - grundsätzlich ist kein bestimmter Schulabschluss für den Lehrbeginn vorgeschrieben - ist ein Stück Kreativität. «Der Orthopädie-Techniker muss für jeden Patienten das Beste herausholen und individuelle, manchmal auch ungewöhnliche Lösungen finden», erläutert Klaus Becker vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik in Dortmund.


Potenzielle Arbeitgeber für Orthopädie-Techniker sind neben Krankenhäusern und Reha-Kliniken auch Orthopädie-Werkstätten, Sanitätshäuser, Hersteller von orthopädischen Geräten und Bandagen sowie der Groß- und Einzelhandel.


Am Ende der Ausbildung steht die Gesellenprüfung. «Nach einem Jahr Praxis kann man dann entweder in Vollzeit oder in Abend- und Wochenendkursen seinen Meister machen», erklärt Jens Franke von der Bundesfachschule. Zudem gibt es an Fachhochschulen wie in Gießen und in Münster Studiengänge zum Diplom-Ingenieur für Orthopädie- und Reha-Technik.


Der Bedarf an Orthopädie-Technikern stagniert allerdings. «Auch unsere Branche hat unter der Gesundheitsreform zu leiden», sagt Klaus Becker vom Bundesinnungsverband. Dennoch gibt er sich optimistisch: «Die Arbeit geht uns nie aus.» Dafür sorgt auch der demografische Wandel. Oft seien es die älteren Menschen, die die Stützschienen, Rollstühle und Prothesen brauchen. Zudem gehe es der Orthopädie-Technik nicht schlechter als anderen Branchen. «Und unser Beruf ist so abwechslungsreich und vielseitig einsetzbar, dass sich die Ausbildung immer noch lohnt», ist Becker überzeugt.
Orthopädieschuhtechniker

Gesunde Füße gelten als selbstverständlich. Doch Menschen mit angeborenen Handicaps oder in höherem Alter haben damit oft Probleme. Auch Frauen machen Fehlbelastungen oft zu schaffen.

Viele müssen deshalb ihre Schuhe anpassen, umarbeiten oder anfertigen lassen. Orthopädieschuhmacher - oder Orthopädieschuhtechniker, wie sich die Fachleute selbst nennen - übernehmen das. «Erfolg in unserem Beruf ist, wenn ein Kunde mit unsauberem Gang hereinkommt und am Ende des Auftrags akkurat und korrekt hinausgeht», sagt Werner Dierolf, Präsident des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) in Hannover.

Die Fachleute vermessen Füße und prüfen den Gang ihrer Kunden, verkaufen Heil- und Hilfsmittel und fertigen Schuhe und Fußprothesen. Auch das Anpassen von Bandagen für Fuß und Knie gehört zu ihren Aufgaben. «Sie verstehen die Menschen und ihre Gebrechen und die Diagnosen der Ärzte», sagt Dierolf. Orthopädieschuhmacher arbeiten zum Beispiel in Kliniken, Sanitätshäusern und Rehabilitationseinrichtungen.

«Zahlreiche körperliche Beschwerden haben Ursachen in Gebrechen am Fuß», erklärt Dierolf. Knie- und Kopfschmerzen sowie Verspannungen im Kreuz zählen dazu. Mit den Krankheiten Rheuma, Diabetes und Allergien werden die Fachleute oft konfrontiert. «Zuckerkranke» brauchen besonders passgenaue Schuhe. Ihre Füße werden unempfindlich gegenüber Druck, was Entzündungen und schlimmstenfalls Amputationen nach sich ziehen kann.

Orthopädieschuhmacher berücksichtigen aber auch modische Gesichtspunkte und Kundenwünsche. Sie beherrschen das Herstellen von Maßschuhen mit Hilfe eines Leistens. Die medizinische Fußpflege gehört ebenfalls zu ihrem Repertoire. Angehende Orthopädieschuhmacher sollten Spaß an der Arbeit mit Leder und Naturstoffen mitbringen. Interesse an Anatomie kann hilfreich, Mathematik sollte kein Buch mit sieben Siegeln sein. Geschickte Hände sind wichtiger als makellose Rechtschreibkenntnisse.

Die Bundesfachschule Hannover bildet seit mehr als 50 Jahren aus. Anerkannte Schulen der Branchen gibt es außerdem in Siebenlehn (Sachsen), Landshut und Langen (Hessen). Darüber hinaus existieren länderübergreifende Fachklassen. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Azubis lernen das Schumacherhandwerk abwechselnd in Werkstätten und der Berufsschule. Sie erfahren, wie Stütz- und Bewegungsorgane beim Menschen funktionieren und wie man sie mit moderner Technik vermisst. Auch das Verarbeiten verschiedener Materialien steht auf dem Lehrplan.

Nach Angaben des ZVOS haben Azubis künftig zwischen zwei Spezialisierungen zu wählen. «Diagnostiker» gelten als Fachleute für das Vermessen. Die anderen kennen sich mit dem Herstellen besonders gut aus. Berufsanfänger sollten mobil sein: Eine Orthopädieschuhmacherei brauche ein Einzugsgebiet von etwa 30 000 Menschen, erklärt Dierolf. Das kann einen Umzug erforderlich machen. Die Chancen für Berufsanfänger gelten nach Einschätzung aus der Branche als gut.

Webauftritt des Zentralverbands der Orthopädieschuhtechnik: www.zvos.de

Fast die Hälfte hat Mittlere Reife

Im Jahr 2006 begannen 298 zukünftige Orthopädieschuhmacher ihre Ausbildung. Knapp jeder zweite Azubi hatte der Bundesagentur für Arbeit zufolge einen mittleren Schul- und etwa jeder dritte einen Hauptschulabschluss, jeder zehnte Abitur. Im ersten Lehrjahr bekommen sie monatlich etwa 400 und im letzten Lehrjahr 590 Euro. Berufseinsteiger können mit brutto rund 12 Euro Stundenlohn rechnen.

(dpa/tmn)

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