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Uhrmacher

In Werkstätten warten wieder mehr defekte mechanische Uhren auf die Reparatur. Fachleute dafür finden sich nicht mehr überall. "Einen gelernten Uhrmacher können Sie in fünf Jahren mit Gold aufwiegen", sagt Horst Eberhardt vom Zentralverband Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik in Northeim (Niedersachsen). Man trage international wieder mechanische, hochwertige Technik am Handgelenk. Wer sich damit auskennt, hat gute Karten am Arbeitsmarkt.

Seit Aufkommen der Quarz-Uhren zu Beginn der achtziger Jahre bildete die Branche weniger aus. Bereits heute fehlen laut Zentralverband bundesweit bis zu 1000 Uhrmacher. Die Gemeinschaft der Innungs-Obermeister startete im Mai auf ihrer Jahrestagung die Initiative "Bilde deinen eigenen Nachfolger aus". Auf dem deutschlandweiten Uhrmachertag am 27. und 28. Oktober in Münster soll der Öffentlichkeit die Branche wieder näher gebracht werden.

Einen anspruchsvollen Beruf nennt Eberhardt das Metier. Die Suche nach Störungen in einer Uhr zählt zu den Hauptaufgaben. Außer im Handwerk arbeiten Uhrmacher in der Flugzeugindustrie, im Schiff-, Werkzeug- und Maschinenbau. In der Industrie stellen sie in Serienfertigung Einzelteile oder Baugruppen her. Spezialisten restaurieren alte und wertvolle Zeitmesser.

Johannes Eulitz kümmert sich seit 17 Jahren um Exponate im Museum "Mathematisch-Physikalischer Salon" der Staatlichen Kunstsammlungen im Dresdner Zwinger. "Reparatur und Restauration einer Uhr können zu unterschiedlichen Resultaten führen", erzählt der Uhrmachermeister und Restaurator. Eine historische Uhr müsse nicht wieder laufen, wenn konservatorische Gründe dagegen sprechen. "Bei einer modernen Uhr will man das gleichmäßige Ticken zurückholen." Das Wissen über Restaurierung eignete sich Eulitz über die Praxis an.

Geduld, ein Hang zu Präzision, dreidimensionales Vorstellungsvermögen und mechanisch-technisches Wissen gehören zum Grundgepäck künftiger Uhrmacher, so die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Gute Feinmotorik und exaktes Sehvermögen sind erwünscht. Vor zittrigen Fingern und Schweißhändchen wird gewarnt. Der Hauptschulabschluss ist zwingend, Rechen- und Physikkenntnisse sollten praxistauglich sein.

Detaillierte Kenntnisse von Baugruppen und deren Funktionen, Materialien und Montagetechniken werden in drei Jahren Lehre vermittelt. Anfangs beschäftigen Grundtechniken wie Spanen und Feilen die Lehrlinge. Später kommen Montage und Instandhalten von Uhren, das Behandeln von Oberflächen, der Umgang mit Strom sowie Lagerung und Verkauf dazu. Auch die situationsgerechte Gesprächsführung wird geübt. Das Warten von Schmuck rundet den Lehrplan ab. In der Gesellenprüfung gilt es eine Kleinuhr instand zu halten und Kenntnisse zu Uhrentechnik, Service sowie Wirtschafts- und Sozialkunde nachzuweisen.

Die Uhrmacher-Schule in Münster genießt in der Branche einen sehr guten Ruf. Lehrlinge ohne Ausbildungsbetrieb sind in Berufsschulen in Glashütte (Sachsen), Hamburg und Furtwangen (Baden-Württemberg) gut aufgehoben. Länderübergreifende Fachklassen gibt es für die Länder Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen an der Schule in Hamburg-Farmsen, für die Länder Bayern und Hessen in Würzburg. Der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien in Pforzheim, die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie in Nürnberg und das Berufsbildungsinstitut in Bonn (BIBB) geben Auskünfte zum Beruf.

Im Jahr 2005 waren beim BIBB bundesweit 179 Lehrlinge registriert, jeder Dritte lernte im Freistaat Sachsen. In der Lehrzeit können Azubis nach Angaben der Bundesagentur in den alten Bundesländern zwischen 701 und 807 Euro Entgeld pro Monat erwarten. Für die neuen Bundesländer differieren die Angaben. Bundesweit arbeiten rund 8000 Meisterbetriebe. Weitere etwa 5000 Geschäfte nehmen Aufträge mit Uhren entgegen. Für den Beruf ist seit 2004 der Meistertitel keine Pflicht mehr. Die Bundesagentur nennt 11,57 Euro als tariflichen Bruttostundenlohn. Für Johannes Eulitz hat Einkommen bei der Berufsorientierung nie eine Rolle gespielt. "Ich kann mir gar keinen anderen Beruf vorstellen", sagt er.

Informationen: Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik (Tel.: 05551/16 58).

www.bv-schmuck-uhren.de
www.dg-chrono.de
www.bibb.de
www.arbeitsagentur.de
www.fhtw-berlin.de

Umweltberater

Umweltberater sind Experten für ganz unterschiedliche Fragen. Sind Schadstoffe in der Wohnung der Grund für die Kopfschmerzen? Wo lässt sich im Unternehmen Energie einsparen? Und wie kann ein Radfahrnetz für die City geschaffen werden?


Ein anerkanntes Berufsbild für Umweltberater gibt es aber nicht. «Die Vorbildung der Berater geht quer durch die Bank», sagt Herry Rubarth vom Verband für Umweltberatung Nordrhein-Westfalen (VUB) in Dortmund. «Häufig sind es Biologen, Chemiker, Geologen, Lehrer mit entsprechender Fächerkombination oder Menschen aus ingenieurtechnischen Berufen.»


In jüngster Zeit seien auch Umweltwissenschaftler unter den Beratern zu finden, ergänzt Inse Ewen vom Bundesverband Umweltberatung (bfub) in Bremen. Ein Studium als Basis sei empfehlenswert. «Die Berater brauchen mehr als nur Basiswissen in der Umwelttechnik oder im Umweltrecht», bestätigt Frank-Peter Ahlers vom Zentrum für Umweltschutz der Handwerkskammer Hannover.


Bundesweit unterhalten die Kammern zehn solcher Zentren, um Betriebe in umweltrelevanten Fragen zu unterstützten. Das Spektrum der Anfragen reiche von einer zu hohen Stromrechnung bis zum Marketing. «Wenn ein Heizungsbauer Solar-Anlagen verkaufen will, vermitteln wir ihm nicht nur fachliches Knowhow. Wir sagen ihm auch, wie er sein Produkt auf dem Markt platzieren kann.»


«Bereits während des Studiums oder der Ausbildung sollten sich potenzielle Umweltberater Gedanken machen, in welchen Arbeitsbereich sie gehen wollen», rät Inse Ewen. Um hohe Qualitätsstandards zu sichern, hat der Bundesverband ein Verfahren zur Güteanerkennung der Berater entwickelt. Zusätzlich zum Studium oder einem umweltbezogenen Berufsabschluss müssen sie unter anderen eine Zusatzausbildung in der Umweltberatung von mindestens 500 Stunden nachweisen. Umweltberater, die diese Anerkennung erhalten haben, verpflichten sich zur ständigen Weiterbildung.


Anfang der neunziger Jahre waren 90 Prozent der im Bundesverband Umweltberatung organisierten Berater bei den Kommunen angestellt. Aktuell sind es nur noch rund die Hälfte: Aufgrund der Sparzwänge seien sie in einer schwierigen Situation, sagt Inse Ewen. «Sie müssen ihre Arbeit immer wieder neu legitimieren.»


Wer Spaß an dieser Arbeit hat, sollte für eine Selbstständigkeit offen sein, rät Herry Rubarth. Aufträge sind künftig vor allem im Bereich der Energieberatung zu erwarten. «Die Energieberatung ist im Kommen. Wirtschafts- und Energiefragen sind nicht mehr voneinander zu trennen», prognostiziert Ewen.


Etliche selbstständige Berater hätten es sehr gut geschafft, sich einen Markt zu schaffen. «Dabei hat sich besonders die Zusammenarbeit verschiedener Qualifikationen bewährt», sagt Ewen. Wenn sich Energie-, Abfall- und Managementexperten zusammen tun, könnten auch Aufträge für größere Unternehmen und Banken übernommen werden.

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