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Zahntechniker
Ein strahlend schönes Gebiss ist häufig das Ergebnis harter Arbeit. Dahinter steckt dann ein anspruchsvolles Handwerk, das von Zahntechnikern erledigt wird.
Sie sorgen in Dentallabors oder Arztpraxen dafür, dass Zahnersatz wie Kronen und Brücken oder auch ganze Gebisse beim Patienten nicht nur passgenau sitzen, sondern möglichst auch gut aussehen. Jeder Zahn sei anders, sagt Zahntechnikerin Roswita Rahn aus Hamburg. So einen Zahn nachzubilden, bedürfe Feinarbeit und hoher Konzentration. Technikverständnis, Vorstellungskraft, ästhetisches Empfinden, Kreativität und höchste Genauigkeit bei der Arbeit sind Voraussetzungen für diesen Beruf.
Der Beruf des Zahntechnikers vermittele eine Vielfalt fachlicher Qualifikationen, so Jürgen Schwichtenberg, Präsident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in Frankfurt/Main. Ihre beruflichen Fähigkeiten erlangen Zahntechniker während der dreieinhalbjährigen Ausbildung im Labor und in der Berufsschule.
Ehe sich der Weg in den Beruf öffnet, muss die Gesellenprüfung bestanden werden. Wer als Zahntechniker selbstständig arbeiten oder in einer leitenden Position tätig sein will, kann nach drei Gesellenjahren den Meisterkurs besuchen. Seit 2001 gibt es zur weiteren Fortbildung das Fachhochschulstudium Dentaltechnologie mit dem Abschluss «Dipl. Ing.(FH)».
Auf dem gut beleuchteten Arbeitstisch von Roswita Rahn stehen verschiedene Gipsformen von Gebissen, nach denen sie arbeitet. Sie hat sie nach den vom Zahnarzt abgenommenen Wachsabdrücken gefertigt. «Dieser Patient bekommt eine Krone», erklärt sie und zeigt ein Gipsmodell. «Für eine Füllung war der Zahn bereits zu sehr geschädigt.» Gut acht Stunden Arbeit liegen für diesen Auftrag vor der Zahntechnikerin, die in verschiedenen Schritten gemacht werden muss: Schmelzen der Metalllegierung, Mini-Gusstechnik, Brennen, Modellierung und Auftragen mehrerer Farbschichten. Zahntechniker beschäftigen sich auch mit Spangen oder totalem Zahnersatz.
«Die deutsche Zahntechnik gehört zur Weltspitze», sagt VDZI-Vorstand Röcker. Doch in der Branche herrscht Alarmstimmung, seit im Gesundheitssektor der Rotstift regiert und durch neue finanzielle Richtlinien bei den Kassen die Zuschüsse für Zahnersatz reduziert wurden. Beim VDZI verweist man auf den Umsatzeinbruch in den Labors und einem Rückgang der Ausbildungsstellen.
Auch die von regionalen Unterschieden geprägte Lohnskala lässt zu wünschen übrig, ist aus dem Deutschen Zahntechniker-Verband (DZV) zu erfahren, einer berufsständischen Organisation. «Vor allem der Unterschied bei den Einkommen zwischen Männern und Frauen ist erheblich», sagt DZV-Referent Gerhard Bauer im bayrischen Kitzingen.
Nach einer DZV-Erhebung waren im Bundesdurchschnitt im Dentalgewerbe knapp mehr als 2100 Euro brutto zu verdienen, in den Zahnarztpraxen angeschlossenen Labors knapp unter 2500 Euro. So mancher Zahntechniker hat inzwischen das Dentallabor verlassen und arbeitet in anderen Branchen, wo seine Kenntnisse in Werkstoffkunde und der Feinmechanik gefragt sind - beispielsweise als Modellbauer in der Autoindustrie. Hier lässt sich mitunter auch mehr Geld verdienen.
ZerspannungsmechanikerOb Radnaben oder Präzisionsteile für
medizinische Geräte, Uhrengehäuse oder Ölpumpen für die
Autoindustrie: Zerspanungsmechaniker sind hier am Werk. Sie drehen,
fräsen oder schleifen Bauteile in die gewünschte Form. Sie bedienen
computergesteuerte Maschinen und arbeiten zum Teil im
Mikrometerbereich. Der Beruf sei vielseitig, sagt André Graf,
Ausbilder bei der ThyssenKrupp Krause GmbH in Bremen.
Zerspanungsmechaniker setzen ihre Aufträge selbstständig um und
stehen im Kontakt mit anderen Abteilungen wie Konstruktion und
Montage.
Bei ThyssenKrupp Krause werden Montageanlagen für die
Autoindustrie hergestellt, auf denen später Motoren, Getriebe und
Achsen produziert werden. Im Betrieb in Bremen arbeiten 60
Zerspanungsmechaniker. Tim Kasper bedient eine computergesteuerte
Fräsmaschine, mit der die Bauteile von verschiedenen Seiten
bearbeitet werden können. Meist stellt er Einzelteile her. Bei seiner
Arbeit muss der 20-Jährige die technische Zeichnung lesen sowie das
Programm kontrollieren. "Einfach auf den Knopf drücken und machen
lassen, geht nicht", erklärt er.
Die dreieinhalbjährige Ausbildung findet in der Berufsschule und
im Betrieb statt. Die Kernqualifikation ist bei allen gleich. Später
können die Zerspaner einen Schwerpunkt auf Drehmaschinensysteme,
Fräsmaschinensysteme, Schleifmaschinensysteme oder
Drehautomatensysteme legen. Bei ThyssenKrupp Krause beispielsweise
werden im ersten Lehrjahr im Betrieb die Grundlagen im Drehen und
Fräsen sowie manuelle Fertigkeiten in der eigenen Lehrwerkstatt
vermittelt. Im zweiten Jahr werden die Kenntnisse vertieft und auch
mit computergesteuerten CNC-Maschinen gearbeitet.
Im dritten und vierten Lehrjahr sind die Auszubildenden in der
Fertigung, wo sie Aufträge abarbeiten und den Schichtbetrieb
kennenlernen. Prüfungen finden jeweils am Ende des zweiten
Ausbildungsjahres und zum Ende der Ausbildung statt. Beide Noten
fließen in die Gesamtwertung ein, erläutert Petra Westpfahl vom
Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) in Bonn. "Die Chancen,
danach übernommen zu werden oder einen Arbeitsplatz zu finden, sind
sehr gut."
In manchen Betrieben seien die Azubis bereits knapp. Nach Angaben
der Bundesagentur für Arbeit gibt es statistisch nur 0,81 Bewerber
pro Ausbildungsplatz. Ausbildungsbetriebe finden sich Westpfahl
zufolge im gesamten Bundesgebiet. Nach Daten des BIBB verdienen
angehende Zerspanungsmechaniker im ersten Lehrjahr monatlich im
Schnitt 741 Euro im Westen und 730 Euro im Osten. Im letzten Jahr der
Ausbildung sind es durchschnittlich 894 Euro in West- und 867 Euro in
Ostdeutschland. Nach der Ausbildung stehen den Absolventen
verschiedene Möglichkeiten der Fortbildung offen.
Zerspanungsmechaniker können sich spezialisieren, etwa im Bereich der
Robotik oder der Lasertechnik, erklärt Westpfahl.
Informationen im Internet:
www.zerspanungsmechaniker.de (dpa)
Zimmerer
Die Bauwirtschaft befindet sich in Deutschland in einer Krise, die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Auch bei den Zimmerern ist der Bedarf gesunken - allerdings weniger als in anderen Bauberufen.
«Die Betriebe suchen immer gute und engagierte Fachkräfte», sagt Dieter Kuhlenkamp, Betreuer des Berufsbildungsausschusses beim Bund Deutscher Zimmermeister (BDZ) in Berlin.
«Klassischerweise baut ein Zimmerer Dachstühle, Treppen und Hallen», sagt Maximilian Schneider, Zimmerermeister und Ausbilder im Zimmererausbildungszentrum in Biberach in Baden-Württemberg.
Aber auch Holzhäuser können von Zimmerern entworfen und gebaut werden. «In der Königsdisziplin, dem Ingenieur-Holzbau, entstehen zudem so interessante Dinge wie frei tragende Schwimmbadkonstruktionen und Achterbahnen - sogar das Expo-Dach in Hannover ist aus Holz», sagt Kuhlenkamp.
Doch vor dem Errichten kunstvoller Konstruktionen stehen die Ausbildung zum Zimmerer-Gesellen und eine Weiterbildung. Neben dem Polier und dem Meister sind auch Fortbildungen zum Bauingenieur oder Architekten an Fachhochschulen und Architekten möglich. Ausgebildet wird im dualen System, also im Betrieb und in der Berufsschule. Hinzu kommt eine überbetriebliche praktische Ausbildung, «damit man die Praxis vertiefen kann und auch Fertigkeiten lernt, die der eigene Ausbildungsbetrieb nicht anbietet», erläutert Schneider.
3449 Auszubildende gab es 2002 im Zimmererhandwerk, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Fast alle waren Männer. Die meisten von ihnen waren bei Ausbildungsbeginn 16 bis 19 Jahre alt, der Großteil hat einen Haupt- oder Realschulabschluss.
Einige Fähigkeiten sollten Interessenten unbedingt mitbringen: «Rechnen ist Grundvoraussetzung für alles, und auch einen Bericht sollte man ohne größere Probleme schreiben können.» Technisches Geschick sei zudem von Vorteil, ebenso wie räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, «die Theorie verarbeiten zu können», betont Kuhlenkamp. Wichtig ist zudem Teamfähigkeit, denn auf der Baustelle arbeiten die Zimmerer immer in Gruppen.
Während der Ausbildung erhalten Zimmerleute in spe in den alten Bundesländern zwischen 554 Euro im ersten und 1086 Euro im abschließenden Lehrjahr. In den ostdeutschen Bundesländern steigt der Lohn von 490 Euro bis auf 864 Euro im dritten Lehrjahr. Nach der Gesellenprüfung verdienen die jungen Handwerker durchschnittlich 13,56 Euro pro Stunde in Westdeutschland und 12,09 Euro im Osten.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung sollten junge Zimmerer nach Kuhlenkamps Ansicht Berufspraxis sammeln und sich dann weiterbilden - zum Polier oder zum Meister. Die Aussichten auf Erfolg sind nicht schlecht, denn «Betriebswechsel stehen in großer Zahl an.»
Zollbeamter
Sie suchen nach Schmugglern von Drogen und Waffen, setzen Abgaben für die Einfuhr von Gütern fest oder kämpfen gegen Schwarzarbeit. Chancen beim Zoll gibt es für Menschen mit unterschiedlichen Schulabschlüssen.
«Zollbeamter ist einer der ältesten Berufe, Zöllner sind schon in der Bibel erwähnt», sagt Ina Wegner, die bei der Oberfinanzdirektion Hamburg für die Einstellung von Zollbeamten zuständig ist. Die Vorstellung, dass ein Zollbeamter stets das «grüne Männchen» an der Grenze ist, sei überholt, sagt Jürgen Wamser von der Zollabteilung der Oberfinanzdirektion Nürnberg. «Das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark gewandelt.» Der Zoll hat viele neue Aufgaben bekommen: Auf Baustellen oder in Restaurants suchen Zollbeamte nach Schwarzarbeitern. Mobile Kontrollgruppen überprüfen auf den Straßen Lastwagen, die eventuell Schmuggelware wie Zigaretten oder gefälschte Markenprodukte an Bord haben.
Während der Ausbildung lernen die angehenden Zollbeamten die unterschiedlichen Aufgaben des Zolls kennen. Danach haben sie die Möglichkeit, sich gemäß ihrer Interessen zu bewerben. «Der Zoll hat so viele verschiedene Aufgaben, da ist für jeden etwas dabei», meint Wamser. «Mobil, flexibel und teamorientiert», beschreibt Ina Wegner die Eigenschaften, die ein Bewerber mitbringen sollte.
Die Ausbildungen sind bundesweit einheitlich geregelt: Bewerber sollten nicht älter als 32 Jahre sein, schwerbehinderte Bewerber nicht älter als 40 Jahre. Wer sich für den mittleren Dienst bewirbt, muss einen Hauptschulabschluss plus eine förderliche abgeschlossene Berufsausbildung, etwa eine kaufmännische Lehre, oder einen Realschulabschluss vorweisen können. Für den gehobenen Dienst sind die Fachhochschulreife oder Abitur Voraussetzung. Die Bewerber sollten keine Vorstrafen haben und werden ärztlich untersucht. Dann gilt es, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen - einen schriftlichen Test und ein mündliches Auswahlgespräch. Bewerber für den mittleren Dienst müssen auch ihre Sportlichkeit beweisen.
Die Konkurrenz ist groß: So erhielt die Oberfinanzdirektion Hamburg, die nicht nur für die Hansestadt, sondern auch für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, für das Jahr 2006 insgesamt rund 3500 Bewerbungen, aber lediglich 80 Bewerber wurden genommen. Die Zollverwaltung stellt jährlich zum 1. August ein. Bewerbungen sollten bereits ein Jahr vorher geschickt werden.
Der so genannte Vorbereitungsdienst dauert für die Nachwuchskräfte des mittleren Zolldienstes zwei Jahre. Die dreijährige Ausbildung für den gehobenen Dienst wird neben berufspraktischen Einsätzen als Studium an einer Fachhochschule in Münster absolviert. Mit dem Abschluss erhält man den akademischen Grad eines Diplom-Finanzwirts.
Wer Zollbeamter werden möchte, sollte sich bei seiner Berufswahl allerdings sehr sicher sein. «Zollbeamte sind Spezialisten. Deshalb ist es schwer woanders hinzuwechseln», sagt Wamsen. In der Regel werden die Berufseinsteiger auch übernommen. «Es wird nach Bedarf ausgebildet», sagt Claudia Fichtner von der Arbeitsagentur in Siegburg. «Wer sich für eine Laufbahn beim Zoll entscheidet, hat deshalb eine gesicherte Perspektive.»
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