Künstler-Archiv
In unserem Künstler-Archiv finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Gästen der Kölner Philharmonie: In den Porträts beantworten Fragen zum musikalischen Werdegang der Künstler ebenso wie zu prägenden Karrierestationen. Außerdem eine Beschreibung der stilistischen Besonderheiten der Solisten.
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West-Eastern Divan Orchestra
Im West-Eastern Divan Orchestra machen Israelis und Araber zusammen mit Jugendlichen aus aller Welt Musik und stehen für die Vision ein, dass ein menschliches Miteinander auch im Nahen Osten möglich sein muss. Daniel Barenboim gründete das Orchester zusammen mit dem inzwischen verstorbenen palästinensisch-amerikanischen Literaturtheoretiker Edward Said. Ein Höhepunkt in der Geschichte des Orchesters war ein Konzert im Jahre 2005 in Ramallah, das Daniel Ba-renboim gegen alle politischen Widerstände durchsetzte
Widmann, JörgJörg Widmann ist schon ein Phänomen. Als Instrumentalist, als Klarinettist veredelt er das klassische Repertoire von Mozart bis Weber mit feinstem Gespür und großem Atem. Zugleich ist er aber auch ein Komponist, der mit seinen Partituren keine Berührungsängste auslöst. Weder in den bedeutenden Konzertsälen noch bei den Szene-Festivals für Neue Musik. Ob bei den Salzburger Festspielen oder in Donaueschingen – überall stößt der gebürtige Münchner mit seinem facettenreichen, jedoch eben nie gefälligen Schaffen auf offene Ohren. Und dabei kann er sich dann stets auf die interpretatorische Crème de la Crème verlassen, die von Heinz Holliger über das Minguet- und Vogler-Quartett bis zu Pierre Boulez und Kent Nagano reicht. Eine besondere Beziehung hat sich darüber hinaus zwischen Widmann und einem Dirigenten entwickelt, der ja ansonsten eher als konservativ gepolt gilt. Es ist Münchens Generalmusikdirektor Christian Thielemann. Für ihn hat Widmann nicht nur einen »genialen Knall«. Was Thielemann an dem 36-Jährigen zudem schätzt, ist dessen musikalische Kontaktsuche mit dem Publikum. Bei Widmann – so hat es der Kapellmeister einmal salopp auf den Punkt gebracht – gibt es nichts Pseudointellektuelles, keine mit der Brechstange geformten Kopfgeburten. Stattdessen schwingt immer stets ein Traditionsbewusstsein mit, mit dem sich Widmann zum hellwachen und hellhörigen Wanderer zwischen den Jahrhunderten entwickelt hat. Und wenn man allein seinen umfangreichen wie vielseitigen Werkkatalog durchstöbert, trifft man auf Anhieb auf Gattungen und Formen, mit denen sich Widmann zum musikalischen Erbe bekennt. Da tauchen Etüden genauso auf wie das altehrwürdige Streichquartett, gibt es neben Fantasien und Toccaten gar von den Titeln her direkte Bezüge etwa zu Robert Schumann. Eine »Kreisleriana« hat Widmann da komponiert. Und bei dem Recital, das der amerikanische Star-Pianist Yefim Bronfman im Oktober geben wird, umrahmen zwei Schumann-Werke Widmanns »Humoresken«! |
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